Die Teufelshure von

Buchvorstellungund Rezension

Die Teufelshure von

Originalausgabe erschienen 2009, 662 Seiten.ISBN 335200773X.

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In Kürze:

Schottland 1647. Der Highlander John Cameron hat Krieg und Pest überlebt, als er auf Madlen MacDonald trifft, von der es heißt, sie sei die Mätresse eines zwielichtigen Lords und mit dem Teufel im Bunde. Nach einer gemeinsamen Liebesnacht wird John wegen falscher Anschuldigungen ihres Gönners zum Tode verurteilt. Im Verlies erfährt er, dass der Lord Häftlinge kauft, um an Ihnen Experimente durchzuführen. Edinburgh 2009. Die Biologin Lilian versucht, den Erinnerungscode in menschlichen Genen zu entschlüsseln. Bei einem Selbstversuch sieht sie einen Mann in altertümlicher Kleidung. Auf der Suche nach den Hintergründen dieses Mysteriums, gerät sie in ein Herrenhaus und steht plötzlich vor John Cameron, dem Mann aus ihrer Vision. Welches Geheimnis hütet der Schotte? Und warum behauptet er, sie sei in großer Gefahr? Mystery pur – Martina André erzählt von einer geheimen Bruderschaft und dem gefährlichen Versuch, den Tod zu überwinden.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Highlander im Kampf um Liebe und Unsterblichkeit“74

Mystery-Rezension von Eva Bergschneider

John Cameron, einst Offizier im schottischen Bürgerkrieg, hatte genug vom Töten. Im Edinburgh des Jahres 1647 verdingt er sich als Hafenarbeiter. Dort lernt John bei einer Hinrichtung die schöne Madlen kennen, die, wie er selbst, aus den Highlands stammt. Eine Liebesnacht mit ihr wird John zum Verhängnis, denn Madlen gehört Lord Chester Cuninghame wie eine Leibeigene. Der „dunkle Lord“ gehört der Bruderschaft der „Panaceaer“ an und plant perfide Fortpflanzungsexperimente mit Madlen als Probantin. Cuninghames Schergen gelingt es, John und seine Freunde nach Bass Rock zu überführen, um sie dort einer bizarren Verwandlung zu unterziehen.

Ist neben den bekannten Vererbungsmerkmalen nicht auch unsere Herkunft in dem Genen codiert und abrufbar? 2009 forscht die Molekularbiologin Lilian von Stahl in Edinburgh an einem entsprechenden Nachweis. Ihr Bruder Alex, Ex-Junkie und nun Biochemiker, stellt seiner Schwester „Ayanaska“, eine Schamanendroge, zur Verfügung, mit der man angeblich einen Blick auf die Vergangenheit seiner Vorfahren werfen kann.

Lilians Mitbewohnerin Jenna arbeitet als Scotland-Yard-Polizistin an einem merkwürdigem Fall. Ein Nachtwächter der Sicherheitsfirma CSS berichtete zunächst, Zeuge eines Kampfes gewesen zu sein, bei dem Menschen geköpft wurden. Nach einem Krankenhausaufenthalt kann er sich plötzlich an nichts mehr erinnern. Lilians Droge hilft Doug Weirs Gedächtnis auf die Sprünge und enthüllt Unglaubliches.

„Highlander“ und „Feuer und Stein“ lassen grüßen

Martina André führt ihre Leser im ersten Teil von „Die Teufelshure“ mitten hinein in die Geschichte der schottischen Highlands. Vorzüglich gelungen ist der Aufbau einer authentischen Kulisse, ausgeschmückt mit vielen historischen Details. Man glaubt beinahe mitzuerleben, wie die Pest wütet und die schottischen Clan- und Glaubenskriege das Land in Blut tauchen. Besonderen Wert hat die Autorin auf die Verwendung von Sprichwörtern und Sätzen in gälischer Sprache gelegt, was dem Leser die keltische Kultur nahe bringt.

Trotz der allgegenwärtigen Highland-Historie hat Martina André nach eigener Aussage im Nachwort des Romans den Fantasy-Anteil stärker gewichtet. Es bleibt nicht beim Historischen Roman, sondern ein teuflisches Mysterium steht hier im Vordergrund: das unsterbliche Leben.

Wer den Film „Highlander – Es kann nur einen geben“ von 1985 gesehen hat, weiß, dass man einem Unsterblichen den Kopf abschlagen muss, um ihn ins Jenseits zu befördern. John Cameron will zwar nicht der „Eine“ sein, ist aber ebenfalls ein Highlander, der mit dem Fluch der Unsterblichkeit belegt ist und ebensolche Gegner mit dem Claymore-Schwert köpft. Sonst hat er eher wenig mit der Hauptfigur des Kinofilms, Connor MacLeod, gemein. Er erinnert allerdings an eine andere Hauptfigur aus einer Highlight-Saga. Äußerlich mit einem Plaid gewandet und zimtfarbener Mähne, charakterlich als couragierter Führer und leidenschaftlich Liebender, gleicht er Jamie Fraser aus Diana Gabaldons „Feuer und Stein“. Ein wenig stören diese sich aufdrängenden Parallelen schon. Aber zum Glück setzt die Autorin in „Die Teufelshure“ genügend neuartige Akzente, um eine eigenständige Geschichte zu entwickeln.

Die Bruderschaft der „Panaceaer“ hat wenig Ähnlichkeit mit den üblichen Geheimbünden. Es fehlt ihnen ein idealistisches Motiv, so können sie frei von jeglicher Moral ihre Ziele verfolgen und handeln entsprechend niederträchtig. Die Figuren in „Die Teufelshure“ sind zwar stereotyp gut oder böse, aber lebendig gezeichnet und gut in den jeweiligen historischen oder modernen Hintergrund eingebunden. Es fehlt nicht an Ecken und Kanten, deftigem Humor und markanten Sprüchen. Etwas zu vordergründig hat Martina André im ersten Teil die Erotik positioniert. Im „modernen“ Teil war sie damit zurückhaltender, was der Glaubwürdigkeit der Geschichte zugute gekommen ist.

Ohne Zeitreise ein Sprung durch drei Jahrhunderte

Ziemlich genau nach der Hälfte des Romans verlassen wir John, Madlen und das 17 Jahrhundert in den Highlands. Cuninghame und sein geistiger Führer Mercurius haben keinen Trick der schwarzen Magie ausgelassen, um ihr Ziel zu erreichen. Atempausen hat Martina André ihrem Leser wenige gelassen, Spannung und große Gefühle auf jeder Seite. Das Ende des historischen Teils ist an Dramatik kaum zu überbieten – doch auch das 21. Jahrhundert hat es in sich.

Hier begleiten wir zunächst die sympathische Molekularbiologin Lilian. Die Handlung scheint sich mit ihr in eine andere Richtung mit einer wissenschaftlicheren Perspektive zu drehen. Leider verlässt Martina André diesen Weg recht schnell wieder und man taucht erneut in reine Verschwörungsszenarien ein. Diese werden ebenso dramatisch, wie im ersten Teil geschildert und die Handlung gekonnt mit den technischen Möglichkeiten unserer Zeit verknüpft. Trotzdem hätte etwas weniger „Vorsehung“ und etwas mehr Entwicklung der Geschichte gut getan. Hier hat die Autorin leider die Chance verpasst, den wissenschaftlichen Fokus als solchen zu nutzen.

Zudem schleichen sich logische Ungereimtheiten ein. Warum z.B. kann der radioaktive Stein zwar einen menschlichen Geist vollkommen auslöschen, tut aber dem zufälligen Finder, der ihn in die Hosentasche steckt, nicht zuleide? Man hat am Ende das Gefühl, dass die Story, trotz der Buchlänge von 660 Seiten, nicht vollständig zu Ende erzählt wird und viele wichtige Fragen offen bleiben. Vielleicht schreibt Martina André ja noch eine Fortsetzung, genug Potential, um die Geschichte ebenso spannend fortzuführen, ist jedenfalls vorhanden.

Ihre Meinung zu »Martina André: Die Teufelshure«

Joko zu »Martina André: Die Teufelshure«18.03.2015
Ein fantastisches Lesevergnügen im wahrsten Sinne des Wortes.
Der neue Roman von Martina Andre, ist ein gekonnter Mix aus Historien,-und Fantasyroman, der den Leser nicht eine Minute zur Ruhe kommen läßt.
Aufgeteilt in einen historischen Teil, der während des englisch-irischen Bürgerkriegs Mitte des 17.Jahrhunderts in Schottland spielt und dem Jahr 2009, verflicht die Autorin gekonnt ihre Geschichte, die sich um das Thema Unsterblichkeit dreht. Eine Bruderschaft mit Namen Panaceaer hat mit Hilfe des Stein der Weisen das Mittel zur Unsterblichkeit gefunden und strebt die Weltherrschaft an. Mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln versucht sie dieses Ziel zu erreichen und scheut auch vor keinem teuflischen Experiment zurück, um an ihr Ziel zu kommen.
Gekonnt ist auch in diesen Thriller eine Liebesgeschichte eingebaut, die den historischen Teil mit der Gegenwart verbindet und das Ganze noch spannender gestaltet.
Mir persönlich hat der Teil, der in der Gegenwart spielt, ein bisschen besser gefallen, als der historische Part, was auch daran liegen mag, dass sich dort die Ereignisse derart überschlagen, dass dem Leser kaum Zeit zum Luftholen bleibt. Die fantastischen Elemente dieser Geschichte sind ein Leckerbissen für Abenteuer und Fantasyfans. Die Personen werden lebhaft und interessant gestaltet und mehr als einmal kommt einem der Gedanke, was wäre, wenn wir Menschen wirklich unsterblich wären. Wäre dies wirklich so erstrebenswert?
Sagota zu »Martina André: Die Teufelshure«10.07.2011
Eines der besten und (für mich) interessantesten Werke, die ich in den letzten Jahren gelesen habe: ein Mix aus Mystery, Thriller, Historie etc. - sehr spannend und gelungen geschrieben: Eine tolle Autorin, die auch sehr gut recherchiert, bevor sie an die eigentliche "Schreibe" geht - besonders Schottland und das 17. Jahrhundert - haben es mir angetan. Super und absolut empfehlenswert: von mir 95 Punkte!
tassieteufel zu »Martina André: Die Teufelshure«19.02.2010
Mit "Die Teufelshure" ist Martina Andre erneut ein super spannendes Buch gelungen, ein Mix aus Historoman, Thriller und Mysterie. Überhaupt ist es diese Mischung aus verschiedenen Genres, die die Autorin so gut beherrscht und die mir so besonders gefällt, bei keinem ihrer Bücher weiß man, was einen beim Lesen erwartet, weil sich die Autorin immer etwas Neues einfallen läßt.
Auch in der Teufelshure spielt die Geschichte in 2 Zeitebenen, einmal im Schottland Mitte des 17. Jahrhunderts und dann in der Gegenwart. Im ersten Teil des Buches lernt der Higlander John Cameron Madlen MacDonlad kennen und lieben, doch sie ist die Mätresse von Lord Chester Cunninghame, der angeblich mit dem Teufel im Bunde steht, als die beiden vor dem schwarzen Lord fliehen wollen, geraten John und seine Freunde in dessen Fänge und erleben hautnah was Cunninghame und die Bruderschaft der Panaceaer für dunkle Machenschaften betreiben. Im zweiten Buchteil kommt es im Edinburgh der Gegenwarte zu einigen seltsamen Zwischenfällen.
Die Molekularbiologin Lilian von Stahl läßt sich auf einen Selbstversuch mit einer Schamanendroge ein und hat dadurch seltsame Halluzinationen und bald überschlagen sich die Ereignisse, so daß sie gar nicht mehr weiß, was real und was Fiktion ist.
Martina Andre hat einen sehr lebendigen Schreibstil, der einen sofort in die Geschichte hinein zieht und nicht wieder losläßt, temporeich und spannungsgeladen schreitet die Geschichte rasant voran, so daß ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, nachdem ich einmal mit lesen angefangen hatte. Wie auch schon in den anderen Bücher ist der historische Hintergrund sehr gut recherchiert und auch die Beschreibungen der schottischen Highlands sind so gelungen, daß ich sie geradezu vor mir gesehen habe. Die Charakterzeichnung der Figuren ist wie immer sehr detailreich und liebevoll gestaltet und auch mit der Thematik des Buches, der Unsterblichkeit, hat die Autorin wieder ein aktuelles Thema gewählt.
Wie auch schon bei den anderen Bücher der Autorin habe ich das Buch am Ende mit einem lachenden und einem weinenden Auge geschlossen, ersteres weil ich eine rundum zufrieden stellende Geschichte gelesen hatte und letzteres, weil es einfach wieder zu schnell vorbei war.

Fazit: wieder ein sehr gelungener Mix aus Histo-Thriller und Mysterie, gut recherchiert, mit interessanten Figuren, ein sehr spanneder, wendungsreicher Plot, der einen kaum das Buch aus
der Hand legen läßt, also Lesevergnügen pur! Und nun ist wieder Warten angesagt, bis zum nächsten Buch
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