Zweimal Hölle und zurück von MaryJanice Davidson

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Undead and Undermined“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 304 Seiten.ISBN 3802588568.

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In Kürze:

Nach ihrem kurzen Ausflug in die Hölle erwacht Vampirin Betsy zu ihrer Überraschung in einer Leichenhalle. Und auch sonst geht manches nicht mit rechten Dingen zu. Betsy muss feststellen, dass sie offenbar in einer Parallelwelt gelandet ist, in der sie einige Überraschungen erwarten.

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Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Ich heiße Elizabeth Anne Taylor. Ich bin blond, habe einen kleinen Tick, was Designer-Schuhe anbelangt und mag dreckigen Sex mit meinem Mann. Ich bin eine erwachsene Frau von 30 Jahren und das in alle Ewigkeit, denn ich bin unsterblich – mehr oder minder zumindest. Ich habe an Schönheitswettbewerben teilgenommen und es überlebt. Ich habe sogar die Uni-Rallye der Universität von Minnesota überlebt. Dann bin ich gestorben und zurückgekehrt, habe den Vampir-König von Amerika geehelicht, war in der Hölle – buchstäblich ! – und habe eine Steuerprüfung über mich ergehen lassen (fragen Sie jetzt nicht, was schlimmer war!). Ich habe es mit Serienmördern, Zombies, durchgeknallten Vampiren und Vampirjägern, Werwölfen, meiner Stiefmutter, Satan – ja, die aus der Hölle (Satan hat unten herum kein Anhängsel), Krebs und Mord aufgenommen, aber nichts, wirklich gar nicht hat mich darauf vorbereitet in eine alternative Zeitlinie zu kommen, in der es Christian Louboutin und seine genialen Pumps-Kreationen nicht gibt. Damit nicht genug, hat mich Matt, seines Zeichens einer der nettesten schwulen Ärzte, die ich kenne, aus der Zukunft ins Hier und Jetzt begleitet. Jetzt gibt es zwei Matts – die Mehrzahl von Matt – und ich kenne mich nicht mehr aus. Damit nicht genug ist meine beste Freundin schwanger, ich werde von einem LKW mitten in Chicago überfahren, verstöre den Pathologen, der mich im Leichenschauhaus aufschneiden soll und erlebe auch sonst eine interessante Zeit. Noch Fragen? Na dann lesen Sie mal meinen neuesten Bericht – aber glauben sie mir, ohne meine vollständige Schuhsammlung ist das nur das halbe Vergnügen …

Nach einem anfänglich guten Start versandet die Handlung wieder in Platitüden

Schon im letzten Band, wie die Autorin in ihrem Vorwort mitteilt, dem ersten Teil einer Trilogie um Betsy und die Hölle, schien der Schwung ein wenig draußen zu sein. Die Running-Gags wiederholten sich zusehends, die anfängliche Leichtigkeit, das Spiel mit der gewollten Naivität der Erzählerin und das spritzige Tempo, das die ersten Teile der Vampir-Saga ausgezeichnet hatten, wurden schmerzlich vermisst. Vorliegend versucht die Autorin einen, wie es neudeutsch so schön heißt – Restart. In einer alternativen Zeitlinie, in der sich die Ereignisse ein wenig – aber nicht wirklich viel – anders entwickelt haben, soll Betsy zu alter Form auflaufen.

Das funktioniert leider nur teilweise. Aus den Unterschieden zur bekannten Handlung zieht der Roman dann in erster Linie seine Spannung. Was lief in diesem Universum anders als bekannt? Wie entwickelten sich die Personen? Das sind die interessanten Fragen, die sich Davidson stellt. Leider vergräbt sie diese unter einer Masse an verwirrenden Details, unklaren Aktionen und unpassenden erotischen Anspielungen. Das ist schlicht zu viel, was sich dem Leser hier anbietet, Details über Details, ein erzählerischer roter Faden geht verloren, bzw. wird schmerzlich vermisst. Insoweit ein eher zähes Leseabenteuer, das zeigt, dass man eine Serie auch totschreiben kann, dass sich ständig wiederholende Stereotypen nicht wirklich dazu geeignet sind, den Leser an die Seiten zu fesseln.

(Carsten Kuhr, Dezember 2012)

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