Der fünfte Krieger von Matthew Reilly

Buchvorstellungund Rezension

Der fünfte Krieger von Matthew Reilly

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „The Five Greatest Warriors“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 509 Seiten.ISBN 3-471-30011-2.Übersetzung ins Deutsche von Sepp Leeb.

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In Kürze:

Fieberhaft versuchen Captain Jack West und sein Team die Katastrophe abzuwenden: In wenigen Tagen wird eine zerstörerische Sonne alles menschliche Leben vernichten. Nur die Aktivierung eines uralten Schutzmechanismus bringt die Rettung. Internationale Geheimdienste haben die Jagd aufgenommen: Denn der Schutzschild verspricht uneingeschränkte Herrschaft. Den entscheidenden Hinweis liefert West eine alte Inschrift. Sie kündet von den größten Kriegern der Geschichte. Vier sind schnell entschlüsselt, doch wer ist der fünfte? Jener, der am Tag des Jüngsten Gerichts über das Schicksal der Welt richtet.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Nonstop rund um die Welt“95

Mystery-Rezension von Andreas Kurth

Wer rasante Action sucht, verknüpft mit einer überaus pfiffigen Story, ist bei Matthew Reilly genau richtig aufgehoben. Die Leser seiner Trilogie wissen das längst, denn „Der fünfte Krieger“ ist der würdige Schlussband. Wer diesen als ersten der drei Bände in die Hand bekommt, kann damit einsteigen, denn es gibt am Anfang des Buches eine passable Zusammenfassung der bisherigen Ereignisse. Aber zu empfehlen ist in jedem Fall, die drei Bücher der Trilogie nacheinander zu lesen, weil dadurch der Lesegenuss ungemein erhöht werden dürfte.

Die Einordnung in ein Genre ist dabei nicht wirklich einfach. Einerseits hat Matthew Reilly einen Abenteuerroman nach dem Muster von Indiana Jones verfasst. Ein Guter – unterstützt von treuen Gefährten – jagt irgendwelchen wertvollen Artefakten hinterher. Und die Bösen versuchen, ihm zuvor zu kommen, ihm die Sachen wieder abzujagen, oder ihn gar umzubringen. Anders als der gute alte Indy will Jack West jr. aber nicht irgendwelche Kunstgegenstände für die Museen dieser Welt sicherstellen, sondern er will nichts Geringeres, als eben diese Welt vor dem Untergang zu retten. Insofern ist das Werk eine Mischung aus Abenteuerroman, SF-Fiction- und Mystery-Thriller. Und eine überaus lesbare Mischung noch dazu. Auf jeden Fall phantastische Literatur im Wortsinne.

Die Welt soll gerettet werden

Die Geschichte ist vermeintlich hochkompliziert, aber nur in ihren Details. Insgesamt geht es einfach darum, dass sich die so genannte „Dunkle Sonne“ dem Sonnensystem mit der Erde nähert. Wenn sie nahe genug ist, kann sie mit ihrer negativen Energie die Erde zerstören. Fieberhaft versuchen Captain Jack West und sein Team die Katastrophe abzuwenden. Nur die Aktivierung eines uralten Schutzmechanismus bringt die Rettung. Neben Wests Team haben verschiedene Geheimdienste und Länder-Allianzen die Jagd aufgenommen. Denn wer den Schutzschild aktiviert, kann zugleich die uneingeschränkte Herrschaft über die Welt erlangen. Das ist für Jack West nicht das Ziel, aber sein Vater strebt mit seinem Team danach. Den entscheidenden Hinweis liefert West und seinem Team eine alte Inschrift. Sie kündet von den größten Kriegern der Geschichte. Vier sind schnell entschlüsselt, doch wer ist der fünfte? Das Ende wird hier nicht verraten, aber es ist noch ein wenig spektakulärer und rasanter als die Kapitel zuvor – und die strotzen schon vor Action.

Die so genannten Eckpunkte, in denen jeweils eine Säule eingesetzt werden muss, sind über die gesamte Welt verteilt. Und müssen zuvor gefunden werden, ebenso wie die versteckten Säulen. Diese müssen dann auch noch rituellen Säuberungen mit fest vorgeschriebenen Substanzen oder Gegenständen unterzogen werden. Und so hetzen Jack West und seine Getreuen – ebenso wie ihre verschlagenen Gegenspieler – rund um die Welt. Ein Eckpunkt ist unter dem Tafelberg in Südafrika, ein anderer unter dem Atoll Diego Garcia, einer unter einer Felseninsel im Bristol-Kanal, der letzte schließlich unter der Osterinsel. Mal sind Jack West und seine Truppe als erste da, mal ist es die Konkurrenz. Zwischendurch wird noch in Schottland heiliges Wasser gefunden und geborgen, oder ein Mitstreiter aus einem israelischen Hochsicherheitsgefängnis befreit.

Atemlose Action hält den Leser auf Trab

Sicherlich könnte man dem Autor vorwerfen, es mit der vielen Action und dem Dauerglück seiner Protagonisten bei ihren Kämpfen und Abenteuern zu übertreiben. Aber diese Kritik hielte ich für unangebracht. An keiner Stelle verlässt Reilly seinen roten Faden, und die Geschichte ist in sich absolut nachvollziehbar. Wem das alles zu unwahrscheinlich und realitätsfern ist, der darf halt keine Mystery-/SF-Thriller lesen. Im Gegenteil finde ich es bewundernswert, wie Matthew Reilly die ganzen Einzelteile aus verschiedenen Weltreligionen, Sagen, Mythen und anderen Quellen zusammen gepuzzelt hat. Daraus eine in sich logische und nachvollziehbare Geschichte zu konstruieren, und diese dann auch noch gekonnt zu erzählen, ist schon eine bemerkenswerte schriftstellerische Leistung. Die Handlung hat keine unnötigen Längen, es geht immer furios weiter. Und selbst wenn das Team Ruhephasen einlegt, wird fieberhaft recherchiert und an der Lösung der weiteren Rätsel gearbeitet. Körperliche wird dann durch geistige Action ersetzt, der Leser schaut den Protagonisten stets über die Schulter, und wird mit ebenso witzigen wie intelligenten Dialogen unterhalten.

Vor allem dann, wenn ich ein Fantasy-Buch aufschlage, schaue ich als erstes nach, ob es eine vernünftige Karte gibt. In dieser Hinsicht wird man bei Matthew Reilly als Leser geradezu verwöhnt. Es gibt Karten, auf denen die Schauplätze eingezeichnet sind. Und es gibt Skizzen von den jeweiligen Orten und anderen Details, die das Verständnis der Handlung in den oft verwirrenden Bauwerken ungemein erleichtern. Das geht sogar bis zu Zeichnungen vom Schild des Dschingis Khan, auf denen die zu findenden Eckpunkte dargestellt werden. Diese Leser-freundliche Aufmachung hat dazu geführt, dass ich das Buch wirklich „verschlungen“ habe. Wenn man vorab weiß, worauf man sich bei dem Autor Matthew Reilly einlässt, bietet er Lesegenuss auf höchstem Niveau.

Ihre Meinung zu »Matthew Reilly: Der fünfte Krieger«

geronimo zu »Matthew Reilly: Der fünfte Krieger«24.06.2010
Action-Action-Action!

Inhaltlich habe ich dem Rezensenten nichts hinzuzufügen.

Aber – haben sie schon mal ein halbes Jahr lang täglich ihr Lieblingsgericht essen müssen?

So ähnlich geht es mir bei den Actionromanen von Reilly, speziell diesem letzten Teil der Jack West-Trilogie. Der dramaturgische Mechanismus »Auf der Jagd nach dem...« ist nunmehr zur vorhersagbaren Handlung nach Schema F geworden und vermag mich - pausenloser Action zum Trotz - nicht mehr zu fesseln.

Ich bin übersättigt.

Man weiß halt vorher, dass die guten Jungs alle Todesfallen in der sprichwörtlich letzten Sekunde überwinden, den (zwischenzeitlich triumphierenden) bösen Jungs die Beute wieder abjagen und jeglicher Übermacht eine lange Nase drehen.

Trotz »Was bisher geschah...« Vorwort über die beiden vorherigen Teile sollte dieser Roman auch als letzter gelesen werden.

Ein Roman für Action-Freunde, jedoch ohne auch nur einen Funken Humor oder Selbstironie. Positiv ist erneut die reiche Bebilderung des Romans mit Schatzkarten und Zeichnungen der Lokalitäten und Todesfallen.

Fazit: Wer Geschichten von Superschatzjägern, die mit viel Supertechnik noch mehr Superschurken bekämpfen und am Ende die gesamte Welt retten als Romaninhalt mag, wird diese Trilogie lieben.
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