Zombieparade von Max Brooks

Buchvorstellungund Rezension

Zombieparade von Max Brooks

Originalausgabe erschienen 2012unter dem Titel „Closure, Limited“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 128 Seiten.ISBN 3-442-47772-7.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Die Zombies sind längst unter uns!

Seit Jahrhunderten kämpft die Menschheit gegen die Zombies – ein Kampf, der von den Vampiren bislang unbeteiligt bis amüsiert beobachtet wurde. Doch langsam schwant den Geschöpfen der Nacht, dass sie sich werden einmischen müssen, wenn sie nicht riskieren wollen, dass mit den Menschen auch die eigene Existenzgrundlage vom Erdboden verschwindet. Die Zombiekalypse naht – und das nicht nur in dieser neuen Geschichte von Max Brooks, dem Chronisten alles Untoten.

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Meist ist dem so. Meist sind aller guten Dinge drei, wobei hier die Betonung auf „gut“ liegt. Um die Zahl Drei dann auch komplett zu machen, erschien im Goldmann-Verlag eben auch noch das 128 Seiten schlanke Werk Zombieparade. Eine Sammlung von Kurzgeschichten und Kapiteln, die es vermutlich nicht in World War Z geschafft hatten.

Allen voran preist der Klappentext eine Story an, die einen neuen Aspekt der Z-Kriege anspricht, an den wir alle bisher noch keinen Gedanken verschwendet hatten: Was ist eigentlich mit den Vampiren? Wenn die Ghoule sich ans Werk machen, die Menschheit auszurotten – ob nun beabsichtigt oder nur einem tierischen Instinkt folgend sei dahingestellt – was denkt dann die zweite Spezies auf Erden darüber, die mindestens genauso alt ist wie die Untoten und in ähnlicher Weise sich der Menschheit zum Zwecke der Ernährung bedient? Verbündete im Kampf? Rivalen mit Futterneid? Max Brooks geht der Frage auf die Spur.

Dem Klappentext ansich ist ja eigentlich grundsätzlich nicht zu trauen. Aber in diesem Fall führt er den Leser schon ordentlich in die Irre, denn die Idee Vampire auf Zombies treffen zu lassen, ist nur eine der in sich abgeschlossenen Geschichten, die in diesem Band Erwähnung findet. In einer anderen lässt der Autor seinen bekannten Chronisten der Z-Kriege ein Schiff aufsuchen, auf dem ein Team von Spezialisten der unterschiedlichsten Berufsgruppen – umschreiben wir es vorsichtig – Abschiedsszenarien für Hinterbliebene inszeniert. Allein diese Geschichte, die auch ein Kapitel in Wer länger lebt, ist später tot – Operation Zombie hätte sein können, ist des Erwerbens und Lesens wert.

Ein überlanges Vorwort vom Autor persönlich verfasst, gibt augenzwinkernden Einblick in die Entstehung seiner Zombiephobie und die daraus entstandenen Werke, lässt allerdings genauso augenzwinkernd an seinem Gesundheitszustand zweifeln, wenn er es wirklich alles ernst meint, was er als Überlebenshandbuch verfasst hat. Gut, wir werden es wohl nie erfahren, weil wir wahlweise schneller tot sind, als uns lieb ist oder Zombies überhaupt nicht existieren.

Wenn man also nach Nachschub giert und mehr über Max Brooks´ eigenes Universum erfahren und lesen möchte, sollte man hier zugreifen. Denkt man allerdings als begeisterter Leser von Vampirgeschichten und gleichzeitig Fan der Z-Kriege, man erwerbe hier eine Symbiose beider Welten, einen Roman über eine Schlacht, in der Vampire und Menschen Seite an Seite gegen die bedrohliche Übermacht kämpfen, wird man leidlich enttäuscht sein. Schnell liest man heraus, dass Brooks zwar die Regeln des Vampirismus beachtet und aufgreift, aber auch gleichermaßen kein Herz für diese Gestalten der Nacht entwickelt hat. Die innere Zerrissenheit, die Abhängigkeit von der Menschheit, der Neid auf selbige, den einige ihrer Art hegen, Gefühle, derer zu haben sie imstande sind …das alles fehlt in seiner nüchternen Erzählweise leider gänzlich.

Die Kinoversion eines zweiten Teils von World War Z ist bereits angekündigt. Man sollte jedoch nicht davon ausgehen, dass eine Verschmelzung der Welten der Zombies und Vampire dort eine Rolle spielen wird.

Silke Wronkowski im Oktober 2013

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