Monster, Monster von Micha-El Goehre

Buchvorstellungund Rezension

Monster, Monster von Micha-El Goehre

deutsche Ausgabe erstmals 2014, 96 Seiten.ISBN 3934896928.

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In Kürze:

Vampire und Zombies sind total en vogue. Die Kulturgeschichte hat eine vielfältige Auswahl an Wesen und Gestalten zu bieten, um zartfühlenden Zeitgenossen oder kleinen Kindern die Nachtruhe zu verderben. Monsterjäger und Pyramidenreinigungsfachkraft Micha-El Goehre erklärt uns die berühmtesten Monster und verrät, wie man sie sich mit etwas Glück vom Hals schaffen kann.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der schelmische Däumling unter den Enzyklopädien“85

Horror-Rezension von Silke Wronkowski

Es sind doch sprichwörtlich die kleinen Dinge im Leben, die einem Freude bereiten. Und ein besonders kleines „Ding“ in Buchform, das einen lauthals lachen lässt, ist Micha-el Goehre mit Monster, Monster wahrhaft gelungen. Aber vielleicht war das gar nicht die Intention des Autors? Schließlich geht es um eine ernste Sache. Todernst, um es genau zu nehmen. Um Monster in all ihren menschlichen und tierischen Formen. Komprimiert in einem kleinen Lexikon zusammengefasst und erklärt – denn im Ernstfall ist es immer gut zu wissen, wer dein Gegner ist.

Michael Goehre – oder, wie er sich selbst zu nennen pflegt: Micha-El Goehre – ist schon fast eine Kunstfigur: Blogger, Heavy Metal-DJ, Journalist und Autor. Und eben auch Poetry Slammer, diese neumodische Kunstform, bei der wahre Wortakrobaten mit Silben, Betonungen und Reimen spielen und ihr Publikum nahezu in Boygroup-Ekstase versetzen. Wenig verwunderlich also, dass es Goehre gelingt, auf gerade mal 90 Seiten wohl-pointentiert die wichtigsten Monster, Ungeheuer, Unholde und ungemütlichen Zeitgenossen vorzustellen.

„Das mit den ungemütlichen Zeitgenossen steht nur wegen der hübschen Alliteration im Untertitel.“

Haben wir uns gleich gedacht Herr Goehre, nett von Ihnen, dass Sie es im Vorwort noch mal erklären. Im Brockhaus-Stil – für die jüngeren unter Ihnen: der Wikipedia-Stil – liefert er die wichtigsten Fakten: Region, Häufigkeit, Sexyness, Meuchelquote, Verwandte, Stars und Paradebeispiele. Dann geht’s ans Eingemachte: „Was muss ich wissen?“, „Wie werde ich so einer?“ Und „Wie mache ich so einen tot?“ – was mit Sicherheit der wichtigste Punkt der Erklärungen ist.

Goehre gebraucht nicht viele, aber auf jeden Fall die richtigen Worte, um seinen Lesern zu erklären, warum Vampire die Romantiker und Zombies die Hipster unter den Monstern sind, dass Steven Spielberg Schuld an der gemeinen Angst vor Haien hat und wieso Clowns und Spinnen definitiv in diese Sammlung der angsteinflößenden Tötungsmaschinen der Horror- und Phantastik-Unterhaltungsmedien gehören.

„Ghule sind, was ihre Popularität anbelangt, so ziemlich das exakte Gegenteil von Vampiren. Ghule mag niemand. Sie stinken, fressen vergammelte Leichen und sehen einfach scheiße aus. Wäre die Monsterwelt Berlin, die Ghule würden Obdachlosenzeitungen in der S-Bahn verkaufen und jedem, der nichts kauft, ins Gesicht rotzen. Aber auch jedem, der was kauft.“

Aber neben all dem Witz und den Wortklaubereien findet sich eben auch das ein oder andere wissenswerte Detail, die Ursprünge von Trollen, Gargoyles und Werwölfen in Märchen und Sagen oder Religion, oder die ersten und berühmtesten Filmfiguren und so macht Monster, Monster nicht nur unglaublichen Spaß, sondern birgt auch noch einen Grundstock an Monsterwissen, den man – zugegeben – zwar eher unter „Unnützes Wissen“ einordnen aber bestimmt mal verblüffend auf einer Party anbringen kann. Dann, wenn gar nichts mehr geht und selbst der Gastgeber schon im Halbschlaf am Küchentresen hängt.

Ein kurzweiliger mitunter bitterböser und ganz und gar nicht politisch korrekter Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

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