Relictum von Michael Byrnes

Buchvorstellungund Rezension

Relictum von Michael Byrnes

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „The Sacred Bones“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 512 Seiten.ISBN 3-426-63705-7.Übersetzung ins Deutsche von Doris Styron.

»Relictum« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Eine mit modernstem Hightech-Gerät ausgerüstete Söldnertruppe stürmt den Felsendom in Jerusalem und raubt aus einer verborgenen Grabkammer eine antike Reliquie: ein Ossarium, das die Gebeine eines unbekannten Toten enthält. Auftraggeber ist der römische Kardinal Santelli, dem ein geheimnisumwittertes Manuskript aus dem ersten Jahrhundert in die Hände gespielt wurde. Dort finden sich Hinweise darauf, dass diese Grabkiste die sterblichen Überreste Jesu Christi enthalten könnte. Und Santelli will mit allen Mitteln verhindern, dass die heilige Lehre von der Auferstehung Christi widerlegt wird …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Jesus-Faktor“70

Mystery-Rezension von Anna Hild

Das Thema ‚Jesus und moderne Archäologie‘ erlebt seit einigen Jahren einen enormen Beliebtheitsschub. Der Konflikt von Glauben und Wissenschaft in einer modernen Gesellschaft wurde schon mehrfach anhand ähnlicher Themenstellungen wie in Michael Byrnes „;Relictum“; abgehandelt. Titel wie „;Das Jesus Video“; von Andreas Eschbach oder „;Der Da Vinci Code“; von Dan Brown verbinden auf ähnliche Weise moderne Technik mit Mythologie, kriminalistische Arbeitsweise mit archäologischen Mitteln, um die eine oder andere erstaunliche ‚Wahrheit‘ über Jesus von Nazareth oder den heiligen Gral zu Tage zu fördern.

Das unheilige ‚Heilige Land‘

Michael Byrnes lädt seinem Roman zusätzlich noch die aktuelle politische Konfliktsituation Israels, bzw. Palästinas auf. Von Anfang an wird seine Romanwelt in drei Teile aufgeteilt: die Juden, die Moslems, die Christen. Die Fortsetzung der historischen Konfliktparteien ins 21. Jahrhundert. Alles beginnt mit den Templern, wieder einmal. Jacques de Molay, dem letzten Großkomtur des Templerordens wird von seinem Vorgänger, Thibaud Gaudin auf dessen Sterbebett ein Geheimnis anvertraut, dass die Grundfesten des christlichen Glaubens und vor allem der Kirche erschüttern könnte …

Zeitsprung in die Gegenwart: eine bis an die Zähne bewaffnete Söldnertruppe verschafft sich in einer einmalig dreisten Aktion Zugang zu unterirdischen Räumen des Tempelbergs in Jerusalem. Sie wissen genau, wohin sie gehen müssen. Vor einer seit Jahrhunderten unberührt aussehenden Wand bleibt die Truppe stehen und sprengt sich den Weg zu einem verborgenen Raum frei. Der Raum ist schlicht und leer, bis auf 10 seltsame Kisten. Genau eine davon ist ihr Ziel.

Der Diebstahl kostet 13 Israelis das Leben und die heilige Marwani-Moschee der Moslems wurde geschändet. Die Stimmung in Jerusalem droht sich drastisch zu verschlechtern und das brüchige Gleichgewicht zwischen Israelis und Palästinensern ist in Gefahr. Der Rat der Moslems sieht nur die Möglichkeit, einen eigenen Ermittler einzusetzen, welcher von der israelischen Polizei als Mann der Diplomatie anerkannt werden wird. Die Aufgabe wird Razak bin Ahmed bin al-Tahini übertragen.

Nun ein Ortswechsel: die amerikanische Genforscherin Charlotte Hennesey trifft im Vatikanstaat ein, um an einem geheimen Projekt zu arbeiten. Zusammen mit ihrer Kontaktperson im Vatikan, Pater Donovan, und einem italienischen Anthropologen, Dr. Bersei, sieht sie sich ihrem Forschungsobjekt gegenüber: einer merkwürdigen steinernen Kiste. Darin befinden sich wertvolle Reliquien, so wird ihr vermittelt, welche sie auf Alter und Herkunft anhand des Genoms überprüfen soll. Die Knochen sind für Dr. Hennesey eine makabre Erinnerung an ihren eigenen Zustand, sie leidet unter Knochenkrebs – eine Wendung, die im Verlauf des Romans nocheinmal wichtig werden wird.

Von nun an geht die Geschichte rasant voran, Byrnes gönnt seinen Lesern keine Pause. Die verschiedenen Orte und Zeiten greifen ineinander, und das Schicksal aller Protagonisten ist miteinander verknüpft, auch wenn sie sich teilweise nie begegnen werden. Wer war der Mann, dessen perfektes Skelett mit einem perfekten Genom in dem Ossuar, jener geheimnisvollen Kiste, bestattet wurde? War es tatsächlich Jesus? Während die Wissenschaftler und Ermittler noch rätseln, spielt die Politik ihr ganz eigenes Spiel, alle Seiten versuchen auf skrupellose Weise, ihre Interessen zu wahren.

Habeas Corpus

Der Körper von Jesus steht im Mittelpunkt dieser Geschichte. Was wäre, wenn wir ihn ‚befragen‘ könnten, mit modernsten wissenschaftlichen Mitteln, darüber, wer er war und ob er tatsächlich ein göttliches Wesen war. Könnte man ihn überhaupt erkennen mit wissenschaftlichen Untersuchungsmethoden? Michael Byrnes scheint sich seiner Interpretation hier sehr sicher. Ohne etwas verraten zu wollen, sein Fazit ist relativ simpel und eindimensional gehalten, mit einer erstaunlichen Parteinahme für eine Fraktion im Roman, welche als solche eigentlich erst in einem der letzten Kapitel klar wird.
„;Relictum“; ist durchaus spannende Lektüre, der Autor versteht etwas davon, einer Geschichte Tempo zu geben und dieses aufrechtzuerhalten. Dennoch, einige Mankos im Schreib- und Erzählstil kann man nicht leugnen. Byrnes gelingt es manchmal gar zu sehr, das Offensichtliche zu konstatieren: „;Die Situation war viel ernster, als Razak sich vorgestellt hatte. Zwischen Israelis und Palästinensern herrschten sowieso schon beträchtliche Spannungen.“; (S.36) Die Naivität, die man hier beim Ermittler der moslemischen Seite feststellen kann, findet sich auch in anderen Charakteren des Romans wieder. Viel zu oft stolpern die Protagonisten bequemerweise in offensichtliche Fallen oder tun genau das, was der Fortgang der Geschichte verlangt, ohne Rücksicht auf psychologische Glaubwürdigkeit. Die etwas zu offensichtlich geölten Rädchen dieser Geschichte passen zu gut aufeinander, um wirklich glaubwürdig zu wirken. Die Motive der Akteure passen derart genau zusammen, dass sie unübersehbar konstruiert wirken.

Die politischen Beweggründe der Geschichte entgleiten dem Autoren und diese Ebene des Romans wirkt schnell aufgesetzt. Den Leser beschleicht das Gefühl, dass das Interesse des Autors mehr der mystischen / wissenschaftlichen Seite seiner Erzählung galt. Eine legitime Herangehensweise, wenn er sich denn tatsächlich mehr darauf konzentriert hätte und sich kunstvoller aus der Affäre hätte ziehen können.

Insgesamt ist „;Relictum“; unterhaltsamer Lesestoff, dem ein wenig der herausfordernde Anspruch anderer Titel aus dem gleichen Genre fehlt.

Ihre Meinung zu »Michael Byrnes: Relictum«

Quickmix zu »Michael Byrnes: Relictum«25.07.2014
Wenn man die Inhaltsangabe liest denkt man automatisch an einen Matthew Reilly Roman. Viel Action und Verfolgungsjagden. Dem ist nicht so. Das Buch lebt mehr von der Erzählung der Story und dem Ablauf zweier Parteien die ein Geheimnis lösen wollen/müssen.

Die Story hat durchaus Tiefgang und Spannung ohne überzogen zu wirken.

Was mir sehr gefallen hat war die Beschreibung der Untersuchungen im Labor. Mit jeder Seite kommt man dem Ergebniss näher ohne das zu viel verraten wird.

Ich bin zwar ein Fan von Action aber fand es ausgesprochen unterhaltsam das dieses Buch mal ohne viel Brutalität und blutigen Auseinandersetzungen auskommt (bis auf ein paar Stellen).

Für ein Erstlingswerk gut zu lesen.
ABaum71 zu »Michael Byrnes: Relictum«13.07.2009
Ein Kirchen -Thriller wie er nicht besser ins Schema passen könnte. Der böse Kardinal im Vatikan der noch bösere Söldner anheuert um Geheimnisse zu vertuschen, die der Kirche schaden könnten auf der einen Seite und die Guten Wissenschaftler die mehr oder weniger durch Zufall auf dieses Geheimnis stossen, und zum Dank dafür zu Gejagten werden.
Aber doch ist es hier etwas anders, Michael Byrnes läßt in seinem Buch noch die politische Situation in Israel eine gar nicht mal so unbedeutende Rolle spielen.
Eine überssichtliche Anzahl an Protagonisten und die klare Trennung der Handlungsstränge durch kurze Kapitel lassen das Buch sehr kurzweilig wirken, obwohl die richtige Spannung erst im zweiten Teil des Buches zunimmt. Im ersten Teil beschränkt sich der Autor auf Zahlen, Daten Fakten (ZDF) zum Thema Juden, Christen und Moslems und detailierten Erklärungen zu forensischen und Gentechnischen Untersuchungen an historischen Artefakten die dem Leser schon einiges abverlangen. Hat man diese aber überstanden eröffnet sich dem Leser eine spannende Story um politische Auseinandersetzungen und Geheimnissen in Zusammenhang mit dem Glauben an sich.
Fazit : Viele Klischees aneindergereiht können auch ein durchaus lesenswertes kurzweiliges Erlebnis sein...
tassieteufel zu »Michael Byrnes: Relictum«03.11.2008
Eine mit modernstem Hightech-Gerät ausgerüstete Söldnertruppe stürmt den Felsendom in Jerusalem und raubt aus einer verborgenen Grabkammer eine antike Reliquie: ein Ossuar das die Gebeine eines unbekannten Toten enthält.Auftraggeber ist der römische Kardinal Santelli, dem ein geheimnisumwittertes Manuskript in die Hände gespielt wurde. Darin finden sich Hinweise, das es sich bei dem Toten um Jesus handeln könnte und die Kirche will nun mit allen Mitteln verhindern, das die Lehre von der Auferstehung Jesus Christus widerlegt wird.
Michael Byrnes hat keineswegs den Kirchen-Mysterie-Thriller neu erfunden, aber ihm ist ein durchaus spannender, glaubhafter Roman gelungen. Natürlich werden auch hier wieder jede Menge Klischees bedient, der finstere Kirchenmann in Form von Kardinal Santelli, der glaubt, die Kriche mit jedem Mittel schützen zu müssen, der fiese Killer, der in Diensten des Kardinals steht und ohne Skrupel und für Geld alles tut und nat. die selbstlosen Forscher. Trotzdem liest sich das Buch sehr spannend und dem Autor gelingt es gut, die wissenschaftlichen Ausführungen zur Laborarbeit der Forscher, wie
Altertumsbestimmung und Rekonstruktion des Körpers, auch für Laien verständlich und informativ in die Geschichte einfließen zu lassen, ohne das es langatmig wird.
Interessant fand ich auch die Darstellung der Problemtaik in Jerusalem, die trotz der natürlich fiktiven Geschichte so aktuell ist wie nie zuvor. Auch wer der Drahtzieher hinter der ganzen Geschichte ist, wird vom Autor erst gegen Ende des Buches aufgelöst und gibt dem ganzen noch eine interessante Wendung.
Farzit: Spanndender Kirchenthriller, allerdings werden doch zu viele Klischees bedient um das Buch richtig gut zu machen und bei den Figuren hätte ich mir etwas mehr Charakterzeichnung gewünscht, die Böse und Gut Abgrenzung ist hier leider zu krass, lediglich Pater Donovan war in dieser Hinsicht eine interessante Person.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
tassieteufel zu »Michael Byrnes: Relictum«03.11.2008
Eine mit modernstem Hightech-Gerät ausgerüstete Söldnertruppe stürmt den Felsendom in Jerusalem und raubt aus einer verborgenen Grabkammer eine antike Reliquie: ein Ossuar das die Gebeine eines unbekannten Toten enthält.Auftraggeber ist der römische Kardinal Santelli, dem ein geheimnisumwittertes Manuskript in die Hände gespielt wurde. Darin finden sich Hinweise, das es sich bei dem Toten um Jesus handeln könnte und die Kirche will nun mit allen Mitteln verhindern, das die Lehre von der Auferstehung Jesus Christus widerlegt wird.
Michael Byrnes hat keineswegs den Kirchen-Mysterie-Thriller neu erfunden, aber ihm ist ein durchaus spannender, glaubhafter Roman gelungen. Natürlich werden auch hier wieder jede Menge Klischees bedient, der finstere Kirchenmann in Form von Kardinal Santelli, der glaubt, die Kriche mit jedem Mittel schützen zu müssen, der fiese Killer, der in Diensten des Kardinals steht und ohne Skrupel und für Geld alles tut und nat. die selbstlosen Forscher. Trotzdem liest sich das Buch sehr spannend und dem Autor gelingt es gut, die wissenschaftlichen Ausführungen zur Laborarbeit der Forscher, wie
Altertumsbestimmung und Rekonstruktion des Körpers, auch für Laien verständlich und informativ in die Geschichte einfließen zu lassen, ohne das es langatmig wird.
Interessant fand ich auch die Darstellung der Problemtaik in Jerusalem, die trotz der natürlich fiktiven Geschichte so aktuell ist wie nie zuvor. Auch wer der Drahtzieher hinter der ganzen Geschichte ist, wird vom Autor erst gegen Ende des Buches aufgelöst und gibt dem ganzen noch eine interessante Wendung.
Farzit: Spanndender Kirchenthriller, allerdings werden doch zu viele Klischees bedient um das Buch richtig gut zu machen und bei den Figuren hätte ich mir etwas mehr Charakterzeichnung gewünscht, die Böse und Gut Abgrenzung ist hier leider zu krass, lediglich Pater Donovan war in dieser Hinsicht eine interessante Person.
Chris zu »Michael Byrnes: Relictum«01.09.2007
Hallo an alle Leser!
Das Buch behandelt zwar wieder einmal, wie sooft in den letzten Jahren, die Geschichte der Christenheit allerding in Verbindung mit modernen und aktuellen Problemen im nahen Osten. Dies ist ein sehr interessanter Fakt, ebenso wie die Story an sich, da er sehr interessante Fragen aufwirft.
Das Buch behandelt somit 2 heikle aktuelle u immer noch aktuelle Themen. Sehr lesenswert!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Relictum

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.