Das Blut des Wolfes von Michael H. Schenk

Buchvorstellungund Rezension

Das Blut des Wolfes von Michael H. Schenk

Originalausgabe erschienen 2011, 464 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Mit seiner Lage inmitten des Naturparks Eifel scheint das Dorf Wolfgarten ein idyllischer Ort zu sein. Als man ausgerechnet hier die Wiederansiedlung von Wölfen beabsichtigt, sind die Meinungen der Bewohner geteilt. Der erste Tote scheint die Befürchtungen der Kritiker zu bestätigen. Doch es ist weit schlimmer als befürchtet – denn werwolfartige Wesen haben sich Wolfgarten als Jagdrevier ausgewählt. Als ein schwerer Sturm den Ort isoliert, beginnt ein erbitterter Kampf ums Überleben.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Werkreaturen gehen in der Eifel auf die Jagd“65

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Den Autor Michael Schenk kennt man aus seinem High-Fantasy-Epos um die "Pferdelords„. Nachdem der Mira-Verlag diese Serie eingestellt hat, übernahm sie der Arcanum-Verlag. Mit dem neuen Verlagspartner machte der Autor allerdings mit einem anderen überraschenden Fantasy-Projekt auf sich aufmerksam. “Die Zwerge der Meere„ agierten mit ihren Tauchglocken und riesigen Flößen auf und unter dem Meeresspiegel und somit auf gänzlich neuem Terrain. Und nun nimmt sich Schenk also wieder ein neues Thema vor, Werwölfe – bzw. Werkreaturen anderer Art.

Ein einsames Dorf in der Eifel …

Wolfgarten gibt es wirklich. Man findet nicht gerade viel darüber im Netz, allerdings zeigt Google Maps, wie einsam und gänzlich vom Nationalpark umrundet das Dorf tatsächlich liegt. Eine einzige Landstraße führt zum Nachbarort Gemünd, noch ein paar Kilometer weiter folgt die Gemeinde Schleiden, zu der Wolfgarten gehört. Orte wie die Kermeterschänke, der Feuerwachturm und das Forstamt (im Buch etwas moderner als “Ranger-Station„ bezeichnet) gibt es wirklich, die handelnden Personen sind allerdings frei erfunden. Und so möchte es der Kölner emons: Verlag haben, denn die veröffentlichen Regionalliteratur mit lokalem Wiedererkennungswert. Auch mit Werwölfen? Allerdings, im Rahmen der emons: Mystery-Reihe.

Wolfgarten ist ein idyllischer Ort. Entsprechend aufgebracht sind die Bewohner, als zwei Wanderer aus Köln spurlos verschwinden. Doch es scheint sie niemand wirklich zu vermissen und es kommen neue Aufregungen ins Dorf. Eine Forschungsgemeinschaft, die EWOP, möchte Wölfe in Wolfgarten ansiedeln. Es regen sich kritische Stimmen, doch die meisten Dörfler überwinden ihre Vorurteile und stimmen für das Projekt. Solange bis Bauer Woliceks Hund an untypisch tief gerissenen Wunden verstirbt. Plötzlich wird den Wölfen auch das Unglück der Spaziergänger angelastet, obwohl sie zu dem Zeitpunkt noch gar nicht vor Ort waren. Man streitet sich, Emotionen kochen hoch und derweil verschwinden noch mehr Haustiere: Hunde und Katzen. Schließlich wird wieder ein Mensch getötet und Polizistentochter Svenja träumt seltsame, blutige Träume.

Die “Anderen„ stehen kurz davor, das Dorf zu übernehmen, und ein neues Rudel zu gründen. Die warnenden Haustiere werden reihum erlegt, die Menschen werden ihnen folgen. Niemand kann sie aufhalten.

...wird von Monstern heimgesucht

Bevor es richtig zur Sache geht, stellt der Autor Michael Schenk die Dorfbewohner und Protagonisten vor. Den Ranger John Turner, Deutscher, afroamerikanischer Herkunft, der für den Naturpark Sorge trägt. Den Polizisten Jochen Kircher, ein alleinerziehender Vater und sportlicher Typ. Er nimmt seinen Job sehr ernst und kümmert sich aufopfernd um seine Tochter. Und eben Svenja, eine ehrgeizige und dennoch bodenständige Werbegrafikerin. Mit den Wölfen haben sie eigentlich kein Problem, und werden dennoch in das Grauen, das sich zusammenbraut, unmittelbar hinein gezogen. Michael Schenk vermeidet platte “Eifler„-Klischees, seine Hauptfiguren sind genau so zeitgemäß und aufgeschlossen, wie andere Menschen auch. Und doch gibt es ihn eben auch, den sturen Eifelbauern Wolicek, der nach dem Verlust seine Hundes höchstpersönlich nachts über seine Kühe wacht, und den knorrigen Dorfältesten Herdschmidt, der später die aufgebrachte Meute anführt. Über weite Strecken befinden wir uns im Dorfgeschehen, das keinesfalls langweilig ist. Denn Schenk versteht es meisterlich, drumherum ein spannendes Bedrohungsszenario aufzubauen. Geschmälert wird diese Spannung nur durch eine gewisse Vorhersehbarkeit der Geschehnisse.

Unterschiedlichste Werkreaturen bekämpfen sich

Stubentiger mutieren zu monströsen Kreaturen, oder wandeln in menschlicher Gestalt, wenn sie sich fortpflanzen wollen. Wenn sie der Blutdurst überkommt, schlachten sie ihr Opfer, Mensch oder Tier, brutal ab. Sie werden als die “Anderen„ bezeichnet, zumindest von ihren Feinden. Die “Gefährten„ sind dagegen die Freunde der Menschen, oder sind es zumindest gewesen, bevor die “Anderen„ die Wölfe in Verruf brachten. Sie sind die eher klassischen Werwölfe, Kreaturen, die sich in Wolf und Werwolf verwandeln können, hier allerdings unabhängig vom Vollmond. Was wir über diese beiden phantastischen Spezies erfahren, ist eher dürftig, leider. Eine faszinierend mystische Geschichte könnte dahinter stecken, werden doch die “Gefährten„ von Steinen gerufen, wenn der Mensch auf wundersame Weise in die Lage gerät, Kontakt zu ihnen aufzunehmen. Schade, dabei kann man sich die Werwölfe in der Gestalt, die Schenk ihnen verleiht, gut vorstellen und die Gefährtin Naukoda kommt äußerst sympathisch herüber. Die “Anderen„ streben die Weltherrschaft an. Woher sie kommen, welche Geschichte sie hinter sich haben, darüber erfährt man nichts. Auch ihre Verwandlung, von Katzen oder Menschen zu Monstern und zurück, wird nicht so anschaulich beschrieben wie bei den “Gefährten", hier bleiben doch einige Fragen offen.

Alles in allem hat sich Michael Schenk ein faszinierendes Werwolf/Werkreatur-Konzept ausgedacht, im Endeffekt aber zu wenig daraus gemacht. Das ist vielleicht der Tatsache geschuldet, dass eben doch der regionale Aspekt im Vordergrund stehen sollte, was zweifellos spannend umgesetzt worden ist. Denn man sieht vor dem geistigen Auge, wie das Grauen auf dieses abgeschnittene Eifeldorf zurollt und die Dorfbewohner verzweifelt um das Überleben kämpfen. An Blut, Tod und Verderben mangelt es nicht. Aber irgendwie kommt dadurch die Faszination der phantastischen Idee zu kurz.

(Eva Bergschneider, Februar 2012)

Ihre Meinung zu »Michael H. Schenk: Das Blut des Wolfes«

M.Reinsch zu »Michael H. Schenk: Das Blut des Wolfes«23.04.2013
Das kleine Städtchen Wolfsgarten liegt mitten im Naturschutzpark Eifel. Hier soll, in einem abgetrennten Bereich des Parks, ein Wolfspaar unter strenger Beobachtung ausgewildert werden. Die erste Ablehnung des Projektes durch die Bewohner schlägt schnell um, da die neue Attraktion auch Touristen anzieht. Doch dann werden eben jene vermisst und es werden vermehrt Hunde und Katzen, später auch Menschen getötet. Was für Monster haben die Wissenschaftler in der schönen Eifel ausgesetzt?
Herr Schenk beleuchte in seinem Roman die alten Sagen um Wehrwesen einmal aus einer anderen Sicht. Bei ihm leben diese Wesen schon seid Anbeginn der Zeit unter uns. Er unterscheidet in "Die Gefährten" (Werwölfe), die dem Menschen wohlgesonnen sind und "Die Anderen" (Werkatzen), die nur Ihren Instinkten treu sind. Beide Rassen liegen seit Jahrhunderten in Fehde miteinander.
Wie schon bei den "Pferdelords" geht Hr.Schenk sehr ins Detail, wenn es um die "Zwischenmenschlichkeit" geht. Jeder wichtige Charakter wird sehr genau ausgelotet und man bekommt (fast schon zu viel) Informationen, die manche Abschnitte der Geschichte sehr in die Länge ziehen.
So hat man bis ca. S.300 ­ein etwas schleppenden Verlauf, der dann drastisch in ein (fast typisches) Horrorszenario übergeht. Nun ­steigt ­der Spannungsbogen und so manche Wendung überrascht den Leser.
Anzumerken ist auch die Detailgenauigkeit, mit der er sich über das Leben und die Vermehrung des Katzenrudels Gedanken gemacht hat. Und natürlich sein Arrangement zum Thema "Wiederauswilderung" von Wölfen in Deutschland!
Mein Titel bezieht sich auf die starken parallelen zwischen diesem Roman und dem 10.Band der Pferdelords. In beiden geht es um nachtaktive Katzenwesen, deren Rudel von einem Weibchen angeführt werden und nur mit goldenen Waffen zu besiegen sind. (Da beide Romane 2011 erschienen sind, ist es schwer zu sagen in welchem die ­Uridee steckt.
Fazit: Trotz mancher Logiklöcher hat Hr. Schenk hier wieder einen seiner (besonders auf das menschliche Verhalten bezogenen), sehr angenehm zu lesenden Romane vorgelegt. Auch echte Horrofans sollten auf Ihre Kosten kommen, wenn die Werkatzen zuschlagen ...
tobias zu »Michael H. Schenk: Das Blut des Wolfes«18.11.2012
nachdem ich ein großer fan der pferdelords bin habe ich natürlich auch dieses buch von herrn schenk geradezu verschlungen.
er haucht dem werwolf gedanken neues leben ein und nicht das übliche prozedere mit liebestollen werwölfen, welche magersüchtigen vampirliebhaberinen hinterher sind.

das er den ort wolfgarten in den roman einbaut, macht das buch nahezu fast genial realistisch. ich habe direkt mal bei google earth nachgeschaut und muss sagen, dass es ziemlich gut getroffen wurde.
Oliver Dürr zu »Michael H. Schenk: Das Blut des Wolfes«03.02.2012
Mein erstes Buch von Michael H. Schenk war der erste Band zu den Pferdelords. Seitdem habe ich jeden Teil der Fantasyreihe gelesen und finde die Welt, die der Autor dort erschaffen hat, einfach großartig. Gespannt kaufte ich mir daraufhin das neue Werk "Das Blut des Wolfes". Erstaunt von der erzählerischen Qualität fesselte mich das Buch wieder mehrere Tage. Ich danke dem Autor für dieses sehr gut gelungene Werk und hoffe, dass Herr Schenk schnell wieder ein Buch dieser Qualität auf den Markt bringt. Sehr zu empfehlen.
Balu zu »Michael H. Schenk: Das Blut des Wolfes«14.12.2011
ich habe die pferdelords reihe von micheal h. schenk gelesen und warte nun sehnsüchig auf den 10. teil!!
dazwischen gab es die zwerge der meere welches ich auch verschlungen habe. micheal h. schenk schreibt sehr schöne und gut zu lesene fabtasie geschichten die einen, bzw. bei mir mehrere, schöne abende versprechen.
der supergau war aber nun das neuste werk von ihm, dieses habe ich an zwei abende verschlungen,
es hat mich von der ersten seite an gefesselt.
da ich in der nähe der eifel wohne und auch das dorf wolfgarten kenne war es für mich eine reise in die nachbarschaft. ich habe aber auch einen hund der des abends noch mal sein geschäft verrichten muss, nach dem lesen war es nicht so wie immer im dunklen mit meinem hund vor die tür zu gehen!
sehr empfelenswert!!!
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