Das Schattentor von Michael Moorcock

Buchvorstellungund Rezension

Das Schattentor von Michael Moorcock

Originalausgabe erschienen 2002ISBN 3-453-21368-8.Übersetzung ins Deutsche von .

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Albino lässt Köpfe rollen“80

Fantasy-Rezension von S.B. Tenz

Eingebettet zwischen dem Kochenden- und dem Drachenmeer liegt das Land Melnibone – die Dracheninsel genannt. In Imrryr, der träumenden Stadt, lebt und herrscht Elric, der Lord König und Befehlshaber über Drachen, Flotten und allen Angehörigen der halbmenschlichen Rasse, die seit zehntausend Jahren über die Welt gebietet. Elric stammt aus der Jahrtausende alten Tradition der Zauberer-Herrscher von Melnibone. Doch ist er völlig anders als seine Vorgänger. Elric ist ein ungewöhnlich fortschrittlicher und gütiger König. Aber auch sein äußeres Erscheinen unterscheidet ihn von den vorherigen Herrschern.

Elric ist ein Albino und wird deshalb von vielen für einen Dämonen gehalten. Die Zahl derer, die an ihm zweifeln, ist auch in den eigenen Reihen groß. Als Melnibone jedoch von Barbaren angegriffen wird, stellt Elric seine außergewöhnlichen strategischen und kämpferischen Fähigkeiten unter Beweis. Trotzdem wird er verraten und entgeht nur knapp dem Tod. Nur mit der Hilfe von Dämonen gelingt es ihm, den Thron zurückzuerobern.

Dann aber entzieht sich Elric der Verantwortung eines ganzen Königreiches und begibt sich auf die Suche nach seiner eigenen Freiheit. Er bricht auf in eine ihm unbekannte Welt und gerät in Abenteuer, die jeglicher menschlicher Vorstellungskraft entsagen. Es ist eine Reise, die die Zukunft der Menschheit entscheiden wird.

Ein Meilenstein

Fantasy pur. Ein echter Klassiker. Michael Moorcock ist es gelungen, mit Elric einen unvergleichbaren und einzigartigen Charakter zu schaffen. Elric ist weit entfernt vom typisch glorreichen Heldenklischee eines unbesiegbaren Heroen, der selbstsicher und tadellos durch ein Abenteuer nach dem anderen stapft.

Stattdessen wird er geradezu zum Heldentum gezwungen, ständig begleitet vom Geruch des Todes. Er ist ein Denker und Zweifler, eine gequälte Seele auf der Suche nach Antworten und sich selbst. Zuweilen neigt er sogar zur Naivität oder Ratlosigkeit und ist auf die Hilfe dämonischer Kräfte angewiesen, die einen hohen Tribut fordern. Dabei bewegt er sich zwischen Raum und Zeit in einer Welt, zwischen Traum und „;Realität“;.

Elric erinnert manchmal an Odysseus, der fernab der Heimat und seiner geliebten Penelope die unglaublichsten Abenteuer erlebt, treue Weggefährten immer an seiner Seite. All dies macht Elric zu einer Kultfigur des Fantasy-Genres, zu einem Meilenstein der phantastischen Erzählung.

Manchmal möchte man meinen, Michael Moorcock hätte unter enormen Zeitdruck gestanden. Seine Geschichte ist so temporeich, dass sich die Ereignisse geradezu überschlagen. Die Schauplätze der Handlung wechseln rasant, so dass der Leser nie wirklich zur Ruhe kommt. Von Langweile keine Spur. Hin und wieder wirkt die Handlung dadurch zwar etwas aus dem Zusammenhang gerissen, aber das stört nicht wirklich.

Barbarisches Gemetzel

Eines sei jedoch noch erwähnt: Elrics Geschichte ist nichts für zarte Gemüter. Äußerst brutale Kampfszenen und diverse andere Grausamkeiten verleihen dem Buch nicht gerade das Prädikat jugendfrei. Elric selbst ist auch nicht zimperlich, wenn es darum geht, einige Köpfe rollen zu lassen oder seine Gegner so einiger anderer Körperteile zu berauben. Wer sich daran nicht stört, wird kaum einen Anlass zur Kritik finden.

Fazit: Ein Muss für jeden der sich auch nur ein bisschen für Fantasy interessiert. Die Elric-Saga gehört einfach in jede Fantasy-Sammlung. Die Geburtsstunde der jungen Königreiche, der Untergang Melnibones und die Geschichte um das schwarze Runenschwert „;Sturmbringer“; sind die tragenden Säulen der Elric-Saga. Ein Fantasy-Klassiker der Extraklasse – ohne Verfallsdatum. Eines der besten Fantasy Abenteuer, die ich bisher gelesen habe.

Der blinde Kapitän auf seinem unheimlichen schwarzen Schiff, Rackhir der rote Bogenschütze, Smiorgan Kahlschädel, Graf der Purpurnen Städte, und die schöne Cymorils. Sie alle bleiben dem Leser dieses gewaltigen Panoramas so unvergesslich wie Elric, der König von Melnibone.

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