Elric - Der Blutthron von Michael Moorcock

Buchvorstellungund Rezension

Elric - Der Blutthron von Michael Moorcock

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Elric of Melnibone and other stories“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 520 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Jan Enseling.

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In Kürze:

Der Thron ist sein… Elric entstammt einem Geschlecht von mächtigen und erbarmungslosen Kriegern. Seit Jahrtausenden herrschen sie über die finsteren Dracheninseln. Einst verliehen ihnen Götter übernatürliche Kräfte, doch nun scheinen die glorreichen Tage seines Herrscherhauses vorüber zu sein. Elric selbst ist schwach. Nur Opiate und Magie halten den blutarmen Prinzen am Leben. Als seine Herrschaft in Gefahr gerät, geht Elric einen schicksalhaften Pakt ein: das magische Schwert „Sturmbringer“ verleiht ihm unvorstellbare Kräfte, doch es verbirgt auch eine dunkle Macht, die mehr und mehr von Elrics Geist in Besitz nimmt…

Der Blutthron ist der erster Band der Elric von Melniboné Fantasy-Saga. Diese Ausgabe umfasst neben dem ersten Elric-Roman erstmals umfangreiches Zusatzmaterial. Neben dem Vorwort von John Clute und einem Interview mit Michael Moorcock enthält dieser Band eine Kurzgeschichte sowie das Skript zur Graphic Novel, u.v.m. Ein Muss für Fantasy-Fans!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Klassiker in überarbeiteter Neuübersetzung und mit Bonusmaterial“89

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Sie glauben zu wissen, was man unter Fantasy versteht? Nun, da gibt es Ritter in schimmernden Rüstungen, Magier mit Spitzen Hüten und Zauberstäben, Elfen und Zwerge, der eine oder andere Ork, Hobbit und Drache dürfte auch noch eine Rolle spielen und schon sind wir im kuscheligen Märchen.

Lange Zeit galten diese Vorurteile, schufen Verfasser aller Couleur mehr oder minder originelle Reminiszenzen an den Herrn der Ringe. Die Questenfantasy mit ihren liebevoll und sympathisch gezeichneten jugendlichen Helden und deren versierten Gefährten eroberte die Bestseller-Listen. Bis, ja bis da in den 60er Jahren ein damals junger britischer Autor namens Michael Moorcock seine Stimme erhob und uns seine tragischen ewigen Helden präsentierte. Hoppla, der begegnete uns einmal kein Strahlemann, der seine Gegner mit einem Lächeln im Gesicht der Reihe nach niedermachte, sondern eine geplagte Gestalt.

Der Albino ist ein grüblerisch veranlagter Sonderling, der den Drang seiner Artgenossen nach Grausamkeit zwar nicht teilt, gleichzeitig aber dem Leid anderer gleichgültig gegenübersteht. Körperlich schwach vermag er nur durch sein Schwert Sturmbringer Kraft zu schöpfen. Sein Leben ist gezeichnet von Tragödien, Schicksalsschlägen und Zerstörungen. Er vernichtet seine Heimat, tötet durch die Beeinflussung seines Schwerts, das eher Krücke als Werkzeug ist, seine Geliebte, kann aber ohne Sturmbringer nicht leben. So verbreitet er Unglück und Verderben unter denen, die ihm nahe kommen. Vor dem Hintergrund eines Reiches, das zerfällt betreten wir eine Welt, die Elrics Volk als dekadent, mächtig und grausam fürchtet. Elric selbst ist hier keine Ausnahme, äußerlich wie innerlich ungerührt foltert und meuchelt er Opfer um seine Ziele als Streiter im ewigen Kampf der Ordnung gegen das Chaos zu erreichen.

In diesem ersten von m.W. acht Bänden um den Albino kommt es zum Kampf gegen seinen Widersacher Yrkoon – den Elric eigentlich nicht gewinnen kann, ja innerlich nicht einmal wirklich gewinnen will. Hier wartet ungewöhnliche Lesekost auf den Rezipienten, das ist anders, als vieles, was wir aus den Bestsellerlisten kennen.

Nüchtern und distanziert beschreibt Moorcock seine Kämpfe, seine Folterungen und Tötungen, deutet mehr an, als dass er plakativ ein großes blutiges Gemälde schaffen würde. Dabei ist die Gewalt integraler Bestandteil des Zyklusses, nur dient sie nie dem Selbstzweck, sondern unterstreicht mehr die Auffassungen derer von Melnibone, dient dazu, uns Elric als geplagten Charakter greifbar zu machen. Wo kommt er her, warum agiert und reagiert er, wie er es tut, das sind die Fragen, die Moorcock beschäftigten und die er, verpackt in eine mitreißende Handlung zu beantworten sucht. Dass unser Protagonist dabei mit Traditionen bricht, dass er Probleme hat die Herrscherrolle anzunehmen und auszufüllen macht den Roman so interessant.

So ist der ersten Roman um einen der faszinierendsten Anti-Helden der Fantasy endlich, nachdem die Heyne Ausgabe lange vergriffen ist, wieder erhältlich, liest sich auch heute noch ebenso packend wie interessant und ist für einen jeden, der sich für Fantasy interessiert eine Entdeckung wert.

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