Die Zauberer von Michael Peinkofer

Buchvorstellungund Rezension

Die Zauberer von Michael Peinkofer

Originalausgabe erschienen 2009, 560 Seiten.ISBN 3-492-70171-X.

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In Kürze:

»Die Zauberer« führt in die Anfänge von Erdwelt, dem magischen Reich, in dem schon die Orks Balbok und Rammar ihre Schlachten schlugen. Elfen, Menschen und Orks steuern auf einen Krieg zu. Doch unter den Elfen gibt es Zauberer, die mit weiser Herrschaft das Land zu einen versuchen. Auf drei ungewöhnlichen Novizen ruht die letzte Hoffnung: auf Alannah, der verführerischen Heldin aus den »Ork«-Romanen, auf einem Elfen mit dunklem Erbe und einem Menschen, dem der Weg zum Zauberer eigentlich verwehrt ist. In einer Festung im ewigen Eis stoßen die Gefährten auf tödliche Gefahren, auf Verrat, Liebe und Hass. Doch welche Kraft ist stark genug, Erdwelt am Vorabend des vernichtenden Krieges noch zu retten?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Aus den Anfängen von Erdwelt“88

Fantasy-Rezension von Andreas Kurth

Den Freunden der phantastischen Literatur ist Michael Peinkofer – der allerdings auch historische Romane und Jugendbücher schreibt – vor allem durch seine humorvolle Ork-Trilogie bekannt. Mit der „Rückkehr der Orks“, dem „Schwur der Orks“ und dem „Gesetz der Orks“ setzte er den knurrigen Raufbolden auf seinem Fantasie-Kontinent „Erdwelt“ ein literarisches Denkmal. Dieser erdachten Welt ist der Autor auch in der neuen Trilogie treu geblieben, in der Zeitleiste ist Peinkofer jedoch 1000 Jahre zurück gegangen. In den Anfängen von Erdwelt steuern Elfen, Menschen und Orks auf einen Krieg zu. Hoch im Norden des Kontinents, in der Ordensburg Shakara, residieren Zauberer, die mit weiser Herrschaft das Land zu einen versuchen.

Dramatischer Showdown im Dschungel

In diesen unruhigen Zeiten kommen drei ebenso ungleiche wie ungewöhnliche Novizen in die Ordensburg von Shakara. Alannah, ein Kind der „Ehrwürdigen Gärten“ in der Elfenhauptstadt Tirgas Lan, hat ohne von ihrer Gabe der Magie zu wissen einen widerrechtlich eingedrungenen Menschen getötet. Aldur ist von seinem Vater auf das Ziel hin erzogen worden, eines Tages ein mächtiger Zauberer zu werden. Und der Mensch Granock ist vom Zauberer Farawyn auf den Straßen der Menschenstadt Andaril „entdeckt“ worden, als er während eines Diebstahls seine magische Fähigkeit der Zeitkontrolle einsetzt. Sie werden zur gleichen Zeit Novizen und durchlaufen die schwierige Ausbildung zum Zauberer. Granock muss dabei ungleich mehr Hindernisse überwinden, denn er muss die Elfensprache erlernen und sich gegen zahlreiche Vorurteile und Anfeindungen wehren – schließlich wurde noch nie ein Mensch als Novize in Shakara aufgenommen.

Diese drei Novizen sind die Hauptprotagonisten des Buches. Schon während ihrer Ausbildung erleben sie etliche Abenteuer und werden in die Intrigen im Zauberer-Orden involviert. Es gibt Verräter in den Mauer von Shakara, die Orks und Menschen zum Aufstand gegen die Elfenherrschaft aufstacheln – und auf die Rückkehr des Dunkelelfen Margok hinarbeiten. Hochdramatisch wird es, als eine Grenzfestung zum – scheinbar – unerforschten Dschungelreich Arun überfallen und die Garnison niedergemetzelt wird. Der Rat der Zauberer schickt die Novizen als Begleitung ihrer Meister auf eine Mission in das ferne Arun, um herauszufinden, was und wer hinter dem Überfall auf die Grenzfeste steckt. Tief im Dschungel kommt es in einem alten Tempel zum actiongeladenen Showdown.

Elfische Zauberer mit menschlichen Zügen

Eine bekannte Fantasiewelt für eine neue Trilogie zu nutzen ist mitunter ein Risiko. Michael Peinkofer nutzt jedoch die Chance, den Lesern seine „Erdwelt“ völlig anders zu präsentieren, als zu Zeiten der Ork-Trilogie. Außerordentlich geschickt finde ich es zudem, hier das Vorleben einiger Protagonisten aus der Ork-Geschichte einzubauen. Da sind die Elfen, erstarrt in ihrer Welt aus Schönheit und Poesie. Die aufstrebenden Menschen haben zwar den Ehrgeiz, ihre Position zu verbessern, aber offenbar noch nicht die Mittel. Und schließlich sind da die Orks in ihrer Modermark, die hier noch nicht als die knurrig-liebenswerten Kerle dargestellt werden, zu denen sie sich später entwickeln werden. Unter den Zauberer werden die Fans der Ork-Trilogie so manchen Protagonisten wieder erkennen – obwohl noch nicht alles im ersten Band der Zauberer enthüllt wird.

Das Buch hat aber noch ganz andere Qualitäten. Nachdem mit den Zwergen, den Elfen, den Trollen und den Orks so ziemlich alle wichtigen Völker aus der Welt von Tolkien ihre eigenen Geschichten bekommen haben, sind nun auch die Zauberer an der Reihe. Bei Peinkofer handelt es sich allerdings nicht um menschliche Zauberer, sondern um Elfen. Allerdings mit höchst menschlichen Zügen – es gibt jede Menge Intrigen und entsprechendes Machtstreben. Aber auch Schwächen und Vorlieben, die den hehren Grundsätzen des Zaubererordens manchmal im Wege stehen. Interessant ist der Ansatz, dass alle Zauberer neben allgemeinen magischen Fähigkeiten über eine ausgeprägte Gabe verfügen. So kann Granock die Zeit anhalten, Alannah gebietet über Eis, das sie auch in Pfeilform verschießen kann, und Aldur ist der Herr des Feuers. Das Zusammenspiel dieser Eigenschaften macht die Stärke der drei Novizen aus, auch wenn sie charakterlich höchst unterschiedlich strukturiert sind.

Offene Fragen fesseln den Leser

Erzählerisch gelingt es Michael Peinkofer, den Leser mit verschiedenen Fragen zu fesseln. So wird lange offen gehalten, ob es Granock überhaupt gelingen kann, sich in Shakara durchzusetzen und den Weg zum Zauberer zu gehen. Ebenso unklar bleibt bis kurz vor Schluss, wer die Verräter im Orden der Zauberer sind, und wer die Orks in der Modermark sowie die Menschen zu den Aufständen anstachelt. Der unter falschem Namen auftretende Zauberer Rurak wird erst beim Showdown in Arun entlarvt. Die befürchtete Rückkehr des Dunkelelfen Margok ist der rote Faden, der sich durch den ersten Band der Zauberer-Trilogie zieht. Insgesamt eine runde Geschichte, die Appetit auf den zweiten Band macht.

Ihre Meinung zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«

Felix zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«01.01.2012
Ich muss sagen mir hat das buch -sehr- gut gefallen. Ich finde vor allem die inhaltlichen Ungereimtheiten und Ecken der Charaktere sind sehr gut gemacht. Was ich allerdings unschön finde sind die widerholten beschreibenden Fehler (z.b Farawyns aussehen, Riwanons Verrat, usw) ausserdem werden die Verräter zu früh enthüllt.

Das zweite Buch hingegen ist noch viel besser gelungen und das Ende wirklich unerwartet. Viel besser als bei all diesen 0815 Fantasy Kitsch Romanen wo am Endeeine große Kraft auftaucht und alles regelt und dann alles Tutti frutti ist. (Ja ich meine dich, Eragon!)

;)
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jadzia_dax zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«01.12.2011
In dem Buch "Die Zauberer" gibt es wieder Elfen, Orks und auch Menschen als Handlungsträger allerdings sind die Völker nicht ganz so klar und deutlich in gut und böse unterteilt wie sonst üblich. In diesem Buch gibt es auch Elfen die von niederen Motiven geleitet werden und viele menschliche Züge und Gefühle und Beweggründe haben. Eine interessante neue Sichtweise auf das sonst immer so edle und erhabene Volk der Elfen ;o)

Mir persönlich hat das Buch gut gefallen und ich freue mich auch schon auf den 2ten Teil den ich mir gerade aus der Bücherei ausgebort habe
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EcthelionOfTheFountain zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«09.10.2011
Ich kann mich den vorherigen Meinungen nicht anschließen und ebensowenig kann ich verstehen, wie 51Bewertungen im Durchschnitt auf 88 Punkte kommen.
Dieses Buch ist handwerklich einfach schlecht gemacht. Die Story und die Charaktere sind overflächlich und plump.
Ich kann diesem Buch einfach gar nichts abgewinnen. Die Interpretation des Autors der Rassen sind schlimmer als das Regelwerk von DSA. So möchte ich weder Elfen noch Menschen noch Orks beschrieben und abgebildet wissen.
Schlussendlich muss ich sagen, dass dieses Buch schriftstellerisch einfach nichts zu bieten hat und mich im Urlaub ganz arg geärgert hat.

Gibt es da draußen keinen, der ebenfalls so denkt?
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Ginevra zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«13.11.2010
Vorneweg, ich habe die Orks nicht gelesen, demnach sind "Die Zauberer" also mein erster Roman von Peinkofer. Ich kann mich nicht bedingungslos den anderen anschließen. Wahrhaftig ein gute Roman, sehr interessante Geschichte und schön auch mal die schlechte Seite unser geliebten Elfen hervorzuheben. Genauso wie Granock an sich eine spannende Figur ist, in einer Welt die ihm so fremd ist, mit dme Versuch sich vor allen zu beweisen - toll. Aber es gibt zuviele Ungereimtheiten. Dinge die zu früh klar werden. Oder einfach Personen die fehlen, auf unterschiedlichen Seiten unterschiedliche Beschreibungen von Charakteren. No Go!

----Spoiler----- Spoiler------Spoiler------
Farawyn wird zuerst beschrieben als er auf Granock triftt, noch hat er etwas längere graue Haare. Ein paar Seiten später finden wir uns im Hohen Rat wieder. Farawyn stimmt Meister Semias zu, und wird plätzlich mit schwarzen kurzen Haaren umschrieben. Dieser Fehler ist mir erst zum Ende des Buches aufgefallen. ich hatte von Farawyn nämlich irgendwie immer den Eindruck eines "jüngeren" Zauberers - zwar mit reichlich Erfahrung, aber eben doch noch nicht soo alt - für Elfenverhältnisse. Aber gegen Ende wird er wieder alt alt und grauhaarig beschrieben.
Des weiteren die Sache mit Rurak - nicht erst am Ende wird deutlich wer er ist, man hat es ja schon lange vermutet, aber als er den Ork mit zum Hohen Rat schleppt hat er sich bereits für den Leser verraten, nicht schön... Den zweiten Verräter erst kurz vor Schluss zu enttarnen war super.

----Spoiler Ende----

Ich werde mir die Fortsetzungen auf jeden Fall auch holen, auch wenn ich das Buch leider nicht zu hoch preisen kann.
Setareh zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«07.04.2010
Ich schließe mich den Anderen voll und ganz an - "Die Zauberer" ist ein sehr spannendes, fesselndes, wunderschön geschriebenes Buch.
Ganz besonders gefallen hat mir, dass Michael Peinkofer das Volk der Elfen nicht so makellos und perfekt darstellt, wie andere Autoren es in ihrem Büchern allzu oft tun.

Er gestaltete jeden einzelnden der Charaktere anders, jeder hat seine ganz eigene Vorgeschichte, seine eigene Art und seine eigenen Überzeugungen.
Daher muss man die Personen einfach hassen oder mögen, und dies gibt in meinen Augen jeder Geschichte eine besondere Würze.

Die Spannung, die sich durch das ganze Buch zog und am Ende einen spektakulären Höhepunkt fand, zwang auch mich dazu, manchmal bis tief in die Nacht zu lesen, und am nächsten Morgen sofort weiterzumachen ;-D

Fazit: Auch ich würde "Die Zauberer" jedem Fantasy-Liebhaber wärmstens empfehlen!
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Sarakali zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«23.09.2009
Wohl war, zu den Worten der andern geschriebenen. Die 3 Bänder der Orks sind spannend, humorvoll und mit viel Phantasie erzählt worden. Nach diesen Büchern habe ich versucht, andere Bücher mit dem gleichen Charme zu finden. Ich wurde entäuscht. Denn, ob man will oder nicht (so war es bei mir) -Rammar und Balbok- gibt es nur einmal! Für jeden von Interesse, der sein Buch zum liebstem Begleiter macht! ;-))
Ein großes Lob an den Schreiber, dem ich meine Danke aussprechen möchte.
Noch zu empfehlen, wäre: "Der Erlmond"-Land der Mythen" Mitreißen lassen von dem Feuer und dem Eis!!
Nico zu »Michael Peinkofer: Die Zauberer«31.08.2009
Bedauerlicherweise hat es mich gerade einmal drei Tage gekostet die wirklich prall gefüllten rund 580 Seiten zu verschlingen. Und schon jetzt weiß ich, was als nächstes in meinem Regal stehen wird: Die Trilogie der Orks, and die ich mich - Schande über mein Haupt - wegen des etwas abschreckenden Titels noch nicht herangewagt hatte. "Die Zauberer" kann ich allerdings jedem, der auch nur entfernt etwas mit "Der Herr der Ringe" anzufangen weiß, empfehlen, denn "Die Zauberer" brauchen sich keineswegs hinter Gandalf verstecken, sind aber auch nicht nur eine Kopie dieser großen Figur der Fantasy-Welt.
Eine Geschichte, die einem förmlich verbietet die schon vor Müdigkeit tränenden Augen von den Seiten loszureißen - so ist es mir zumindest ergangen.

-Achtung! Spoiler!-

Vielleicht eine Sache zur allgemeinen geschichtlichen Gegebenheit: "Die Zauberer" versetzt den Leser in eine fantasie- und farbenreiche Welt, die sich im Umbruch befindet. Die Elfen, uneingeschränkte Herren von Erdwelt während der letzten Zeitalter bekommen Gesellschaft: Orks, Zwerge und nicht zuletzt die noch jungen Menschen erheben Anspruch auf das Land und in dieser unruhigen Zeit steht das Reich der Elfen kurz davor in seinen Grundfesten zu erbeben, indem die Geschichte droht sich zu wiederholen und sich ein drohender Schatten auf den Orden der Zauberer legt...

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Ich sehe mich schon jetzt stundenlang vor dem Rechner hocken, auf meinen Fingernägeln kauend und rastlos auf das kleinste Zeichen einer Fortsetzung warten und darauf hoffen, dass die Götter der Literatur meine Gebete möglichst bald erhören. ^^

Das ist mein erster Buchkommentar und ich hoffe, ich konnte den ein oder anderen damit zum Kauf anregen, denn dieses Werk meiner Meinung nach jede Unterstützung und sein Schöpfer meinen größten Dank dafür verdient.
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