Der dunkle Magier von Michael Scott

Buchvorstellungund Rezension

Der dunkle Magier von Michael Scott

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „The Magician“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 512 Seiten.ISBN 3-570-22238-1.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Die abenteuerliche Jagd nach dem magischen Buch, mit dem allein Nicholas Flamel sich seine Unsterblichkeit erhalten kann, geht weiter! Flamel und die Zwillinge Josh und Sophie sind nun in Paris gelandet, der Geburtsstadt Flamels. Nur ist Nicholas Heimkehr alles andere als friedlich, denn Dr. John Dee – der dunkelste aller dunklen Magier – hat in Paris in dem skrupellosen Niccolo Machiavelli einen gefährlichen Verbündeten. Dee und Machiavelli beschwören nicht nur alle Mächte der Unterwelt, es gelingt ihnen auch noch, Josh auf ihre Seite zu ziehen und Zwietracht zwischen den Zwillingen zu säen. Höchste Zeit, dass Sophie in der zweiten magischen Kraft ausgebildet wird: der Feuermagie. Und es gibt nur einen in Paris, der sie darin ausbilden kann: der Graf von Saint-Germain – Alchemist, Abenteurer und Geheimagent!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Paris im Bann der unsterblichen Alchemysten“80

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Was haben eine gut zweitausend Jahre alte Vampirin, ein unsterblicher Alchemyst, ein weiterer unsterblicher Musiker, der nebenbei Feuermagier ist, eine französische Nationalheldin aus dem 15. Jahrhundert, das Schwert, das König Artus getötet hat und ein 15-jähriges Zwillingspaar aus den USA miteinander zu tun? – Sie alle spielen eine wichtige Rolle im zweiten Band der Geheimnisse des Nicholas Flamel.

Doch beginnen wir am Anfang: Als die 15-jährigen Zwillinge Sophie und Josh den Antiquar Nick Fleming und seine Frau Perenelle in San Francisco kennen lernen, ahnen sie noch nicht, dass ihr Leben danach nie wieder so ruhig sein wird wie zuvor. Die dramatischen Ereignisse kommen ins Rollen, als ein gediegen gekleideter Herr namens Dr. John Dee das Antiquariat betritt. Seit langer, wirklich langer Zeit ist er auf der Suche nach zwei Dingen – einem alten Buch, genannt der Codex oder auch das Buch Abrahams und nach Nick Flaming alias Nicholas Flamel, einem Alchemysten aus dem 14. Jahrhundert. Und Dee ist bereit viel zu investieren, um beides in seine Hände zu bekommen. Zusammen mit Golems, die der unsterbliche Dee geschaffen hat, nimmt er das Antiquariat auseinander, dem so vehement gesuchten Nicholas und Josh gelingt in letzter Sekunde die Flucht. Allerdings ist der Codex, in dem das Rezept für das Unsterblichkeitsserum niedergelegt ist und dessen monatliche Einnahme Nicholas und Perenelle ihre Langlebigkeit verdanken, verloren. Josh gelingt es buchstäblich in letzter Sekunde, zwei Blätter aus dem Buch Abrahams herauszureißen, die allein das Geheimnis um die Rückkehr der gefürchteten Alten Götter, die Dee herbeiführen will, enthalten. Während Perenelle gefangen genommen wird, flieht Nicholas mit den Zwillingen. Über den Weltenbaum, den Dee mit Excalibur vernichtet, gelangen sie noch Paris, der ursprünglichen Heimat Nicholas´ .

Inzwischen wurden die magischen Kräfte von Sophie geweckt und sie hat ihre Ausbildung in der Elementarmagie begonnen. Der verlorene Almanach erzählt, dass nur das verheißene Zwillingspaar, die Zwei, die Eins sind, die Wiederkehr der Alten und den Untergang der Menschheit verhindern kann. Begleitet und beschützt von Nicholas, einer Vampirin und einem Feuermagier suchen sie in der Stadt an der Seine ihre Wunden zu lecken und neue Kräfte zu schöpfen. Doch ihre Feinde ruhen nicht. Dee und seine Verbündeten lassen ein uraltes Übel, ein dinosaurierähnliches Wesen und drei Walküren auf die Flüchtigen los, selbst auf die Gefahr hin,dass dabei ganz Paris zerstört werden könnte. Nur dem beherzten Eingreifen Joshs ist es zu verdanken, dass der Plan zunächst misslingt.

Doch dann lockt Dee den Jungen damit, seine Kräfte von einem der Alten wecken zu lassen und schürt Neid und Misstrauen. Nachdem seine Schwester den Weg vorgezeichnet hat, will Josh nicht länger zurückstehen, auch wenn dies bedeutet, sich mit Dee und einem der wenigen Alten, die die Menschheit noch kennt, einzulassen – Mars, dem Gott des Krieges …

Faszinierendes Abenteuergarn

Sechs Bände sollen es einmal werden, in denen die Geschichte um die Zukunft der Menschheit, um den Kampf gegen die Dunklen Älteren erzählt wird.

Schon die äußere Aufmachung weist darauf hin, dass auf den Leser etwas Besonderes wartet. Alchemistische Schriftzeichen, Prägedruck, dazu eine gediegene Hardcoverausstattung zeigen, dass auch der Verlag mit viel Engagement an das Projekt herangegangen ist.

Alchemie, bei dem Wort tauchen sofort die Labore des 14. Jahrhunderts vor unseren Augen auf, das verbindet man unwillkürlich mit der Vergangenheit. Auch der Name John Dee, einst Königsmacher zu Zeiten Elisabeths I, einer der umtriebigsten Spione seiner Zeit, der seine Schriftstücke mit 007 zu zeichnen pflegte, weist ebenso wie die anderen Unsterblichen – Niccolo Machiavelli, der Graf de Saint Germain oder Jeanne d´Arc – auf die entsprechende Ära hin.

Nichtsdestotrotz nimmt uns der Autor mit ins Hier und Heute. Ein uraltes Buch der Geheimnisse, Atlantis und die alten Götter, Excalibur und Wer-Eber, Vampire, Walküren und die alte Rasse – zwar alles nicht unbedingt überwältigend neue Ideen, aber die Mischung ist frisch und – was wichtiger ist – sie stimmt.

Voller Tempo und unerwarteten Wendungen beginnt die sehr bildhaft erzählte Geschichte vor unseren Augen Gestalt anzunehmen. Bei all den interessanten historischen und Sagen-Figuren haben es unsere Teens ein wenig schwer, wahrgenommen zu werden. Angesichts der Geschehnisse, derer sie sich ausgesetzt sehen, nehmen sie erst im Laufe des Romans wirklich Kontur an. Zunächst gilt es für sie, das Geschehen zu akzeptieren, sich mit ihrer Rolle auseinanderzusetzen und diese letztlich zu akzeptieren. Fast hilflos werden sie von den Geschehnissen mitgerissen, zweifeln sie nur zu oft an ihrem Schicksal, hegen Misstrauen an Nicholas und dem Compte. Wollen diese nicht vielleicht doch aus Eigennutz die Kinder manipulieren? Was verbergen sie nicht so alles vor den Zwillingen? Kann man, sollen sie ihnen vorbehaltlos trauen? – Fragen, die sich auch der Leser stellt.

Geschickt sucht Scott seine im ersten Band noch sehr schwarz-weiß gezeichnete Figuren ein wenig differenzierter auszugestalten. Ist Nicholas wirklich nur der gute, weise Wissende, der die Helden der Queste gleich Gandalf anleitet, oder doch ein selbstsüchtiger Intrigant? Ist Machiavelli nicht auch sympathisch und vertrauenswürdig? Was treibt Dee um? – Hier hat der Plot im zweiten Teil die Figuren doch nach vorne gebracht und die Lektüre interessanter und anspruchsvolle gestaltet. Ohne die geringsten Schwierigkeiten schlüpft der Leser in die Figuren der Zwillinge hinein und kann ihr Gefühlschaos gut nachvollziehen. Dabei ist anzumerken, dass sich vieles der Action unterordnet. Scott brennt ein wahres – im wahrsten Sinne des Wortes – Feuerwerk an Verfolgungsjagden, Kämpfen und Rätseln ab. Das erinnert in seiner Ausgestaltung ein wenig an die mittlerweile leider eingestellte „Kai Meyers Mythenwelt“-Reihe von James A. Owen, das verbindet geschickt und faszinierend alte Göttersagen, Zauberer und Sagenwesen mit der modernen Zeit.

Insgesamt gesehen sehr spannendes, faszinierendes Lesefutter, das sich in einem Rutsch durchlesen lässt und Appetit auf die Fortsetzungen weckt.

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