Totentanz von Michael Siefener & Silke Urbanski

Buchvorstellungund Rezension

Totentanz von Michael Siefener & Silke Urbanski

Originalausgabe erschienen 2006, 285 Seiten.ISBN 389705454X.

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In Kürze:

Lübeck im Jahre 1466. Der Künstler Bernt Notke arbeitet am Totentanzfries für die Kirche St. Marien. Viele Menschen verstehen seine Arbeit als Verherrlichung des Todes, Jordan Wulfledder dagegen ist von Notke so begeistert, dass er bei ihm in die Lehre geht. Er hat soeben mit seiner Arbeit als Maler begonnen, da findet er auf dem Altar von St. Marien ein ermordetes Kind. Es gleicht einer der Figuren des Totentanzes aufs Haar. Und es geschehen weitere Morde, die Figuren aus dem Totentanz zum Vorbild haben. Zusammen mit der Marzipanbäckerin Lucia macht sich Jordan auf die Suche nach dem Mörder. Doch schon bald muss er sich fragen, ob der Täter aus Fleisch und Blut ist oder ob sich die Tore der Hölle geöffnet haben.

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Einen Totentanz – oder auch einen Sterbensspiegel – zeichnet und malt der Künstler Bernt Notke in Lübeck im Jahr 1466 in Silke Urbanskis und Michael Siefeners neuestem Roman. Und dies ist problematisch, denn er ist weder zünftig noch aus Lübeck und so hat er bereits eine ganze Menge Menschen in der Stadt gegen sich. Außerdem sind auch bei Weitem nicht alle mit der „gleichmacherischen“ Darstellung in der großen Bilderfolge einverstanden, die Kaiser, Könige, Päpste, Kardinäle, Bischöfe, Ratsherren, Kaufleute, Männer, Frauen und Bettler auf eine Stufe stellt und einige meinen überhaupt, dass Kirchen nicht zu ausgeschmückt gehören. Und die häufige Darstellung des Todes lässt viele darüber hinaus auch noch an Teufelsanbetungen denken.

Als dann Leichen in der Gestalt und Gewandung von Figuren aus der Bilderfolge aufgefunden werden und Lübecker davon berichten, ein tanzendes Skelett des Nachts in den Straßen gesehen zu haben, wird es in der Stadt für Notke und seine Gehilfen überaus ungemütlich. Auch für den jungen Jordan Wulfledder, der sich von seinem Vater, dem bekannten Lübecker Kaufmann losgesagt hat um bei Notke in die Lehre zu gehen. Denn er schätzt die Kaufmannsarbeit durchaus nicht und möchte viel lieber als Künstler seinen Lebensunterhalt verdienen. Und so ist es für ihn ein gutes Glück gewesen, dass er auf Grund seines Talents sofort als Geselle angenommen wurde, denn nach dem Bruch mit seinem Vater hätte er keinerlei Lehrgeld aufbringen können. Doch schon am ersten Tag wird es für alle Beteiligten unangenehm, als ein toter Säugling aufgefunden wird, der sowohl auf einem Bild des Totentanz zu sehen ist, wie auch auf einer Skizze Wulfledders.

Und sein Vater und die neue Arbeit sind nicht Jordans einzige Probleme. Er verliebt sich auch noch in die junge Lucia Gudalbert, die zusammen mit ihren beiden Schwestern nach dem Tod des Vaters vorwiegend vom Marzipanverkauf und inoffiziellem Arzneimittelvertrieb lebt. Als zu dieser Zeit auch noch ihr bischöflicher Vormund stirbt, stellt den Schwestern und einigen ihrer Verwandten ein seltsames Testament allerlei Geldmittel in Jahresfrist in Aussicht, so dass das Leben der Schwestern eine Wendung zum Besseren zu machen scheint. Bis eine der Schwestern im Gewand einer Hübschlerin ermordet aufgefunden wird. Nun hat Jordan zwei sehr gute Gründe, den Totentanzmörder zu finden – und in Lucia auch eine durchaus gleichwertige Partnerin bei den Ermittlungen. Und die hat er dringend nötig, denn das Sterben nimmt kein Ende und die Justiz wird immer ungeduldiger.

Ein überzeugender historischer Kriminalroman – sowohl in historischer, wie auch in kriminalistischer Hinsicht – mit einem hilfreichen Glossar und einer erhellenden Darstellung des fraglichen Totentanzes am Ende. Die Charaktere sind ansprechend und glaubwürdig gezeichnet und lassen die Handlung wirklich lebendig werde – wenn auch ein, zwei Nebencharaktere nur sehr nebenbei gezeichnet erscheinen – gewissermaßen als Skizzen aufs Papier geworfen. Aber trotzdem wirklich lesenswert.

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