Die Invasion von Mike Shepherd

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Defiant“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 512 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Thomas Schichtel.

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In Kürze:

Nachdem Kris Longknife an einer Verschwörung beteiligt war, nehmen ihre Vorgesetzten ihr jegliche Befehlsgewalt über die Kriegsflotte. Doch dann startet eine außerirdische Spezies völlig unerwartet eine Invasion. Kris tut, was sie tun muss: Sie widersetzt sich sowohl der Regierung als auch dem Militär. Und zieht mit ihrer angeschlagenen Flotte in die Schlacht …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Prinzessin mit dem Rücken zur Wand“80

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Eigentlich stand für Prinzessin Kris Longknife die Hochzeit ihre besten Freundes an, doch dann entsendet ihr Opa, der König sie an seiner Stelle um einer alten Freundin bei Sterben beizustehen. Dass sie auf dem von Inseln und Insulanern beherrschten Planeten dann in einen Aufstand gerät, war natürlich nicht geplant. Eine Geiselnahme von Terroristen bietet Kris einmal wieder die Möglichkeit, ihr besonderen Gaben im Kampf Frau gegen Bösewicht auszuspielen.

Kaum ins heimatliche Planetensystem zurückgekehrt, muss sie feststellen, dass die Gegner ihrer Familie erneut zugeschlagen haben. Während die Flotte Wardhavens sich außerhalb des Systems zu einer Unterstützungskation aufhält, erreichen fremde Schlachtkreuzer Wardhaven und fordern die ultimative Kapitulation – undenkbar für eine Longknife.

Unterstützt von ihren Freunden macht Kris sich auf, den Aggressoren zu zeigen, was eine Harke ist – und dass man Wardhaven nicht ungestraft bedroht …

Gewohntes Lesefutter aber sehr publikumswirksam aufbereitet

Es gibt Bücher, die mich kalt lassen, die mich schlicht nicht faszinieren. Und dann gibt es Werke, die mich aus den unterschiedlichsten Gründen in ihren Bann ziehen. Sei es eine wirklich tolle, neue Idee, eine bemerkenswerte Aussage oder stilistische Brillanz, die entsprechenden Romane fesseln mich regelrecht an die Seiten.

Und dann gibt es da noch Bücher, die bekannte Themen aufgreifen, Plots, wie ich sie schon sehr oft gelesen habe mit eigentlich austauschbaren Protagonisten.
Seien es die Bücher, die auf den Spuren eines Tolkien oder eine Rowling wandeln, bei denen Matt Reilly Pate gestanden hat, oder so genannte Military SF, aus irgendeinem Grunde ziehen mich auch diese bedruckten Seiten an.

Wenn die Mischung stimmt, wenn sich die eigentlich bekannte Handlung verselbstständigt, man sich gemütlich zurücklehnt, und den Helden ins Abenteuer folgt, liest sich das entsprechende Werk fast wie von selbst.

Dies gilt auch für die Kris Longknife Bücher. Zwar ist die Hauptakteurin eine Frau, die tatkräftig die anstehenden Probleme und Kämpfe angeht und bestreitet, doch so sehr unterscheidet sie sich von den männlichen Vorbildern – Horatio Hornblower lässt grüßen – nicht. Wie diese durchläuft sie die Karriereleiter der Navy, überzeugt gerade in Krisensituationen durch schnelle Auffassungsgabe, Intuition, Mut und Ideenreichtum und entscheidet durch ihren Einsatz Krisensituationen.

Das erinnert nur auf den ersten Blick an Honor Harrington, hat Kris doch mit ihrer alt-ehrwürdigen Familie, aber auch dem Team ihrer Unterstützer ein ganz anders Umfeld, das sie stützt. Das Augenmerk aber bleibt immer bei der großgewachsenen und dürren Brünetten, die, obwohl immer ganz als Frau gezeichnet, eine verbissene Kämpferin ist. Dass sie immer wieder an sich selbst, ihren Plänen zweifelt, dass sie so manches Mal mit sich selbst, ihrer Stellung und ihren Verbündeten im Clinch liegt macht sie als Person nur sympathischer und glaubwürdiger.

Überhaupt sind es neben der packenden Action insbesondere die – überschaubare Anzahl – der handlungsrelevanten Personen, die das Interesse des Lesers wach halten. Ihre jeweiligen, miteinander verwobenen Schicksale interessieren uns, ihr Erfindungsreichtum, ihr Mut und ihre Opferbereitschaft beeindrucken uns, so dass hier ein sehr intimer Zugang zu den geschilderten Vorkommnissen möglich ist.

Nachdem sich die ersten drei ins Deutsche übertragenen Romane recht gut verkauften, hat Lübbe hier weitere Titel angekauft und setzt die Reihe im Februar 2015 fort. Wer also einmal ins Sub-Genre hineinschnuppern möchte, der könnte weit schlechteres tun, als einen Kris Longknife Roman zur Hand zu nehmen.

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