Die Feuerpriesterin von Monika Felten

Buchvorstellungund Rezension

Die Feuerpriesterin von Monika Felten

Originalausgabe erschienen 2005, 464 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Wer versinkt nicht gern in fremden Welten und läßt sich auf einer Woge der Phantasie treiben? Mit ihrem jüngsten Zyklus „;Das Erbe der Runen“;, den die Sängerin Anna Kristina mit mystischer Musik begleitet, gelingt es Monika Felten, der deutschen „;Queen of Fantasy“;, den Erfolg ihrer preisgekrönten „;Elfenfeuer“;-Saga zu übertreffen. Auch dieser zweite Roman des Zyklus „;Das Erbe der Runen“; ist wieder ein Gesamtkunstwerk von einzigartiger Kraft. Diesmal führt das Schicksal die junge Halbelfin Ajana ins Herz eines gewaltigen Gebirges. Hier regiert Vhara, die Priesterin des Bösen. Mit einem Heer von Feuerkriegern plant sie einen blutigen Angriff auf Sanforan, die Stadt der Freigläubigen. Einzig die Magie der Runen vermag die tödliche Bedrohung abzuwenden. Im entscheidenden Kampf um das kosmische Gleichgewicht stehen sich Ajana und Vhara schließlich gegenüber. Wird es der jungen Frau gelingen, den dunklen Gott und sein Gefolge zu bezwingen?

Das meint phantastik-Couch.de: „;Kehrtwende um 180 Grad“;85

Fantasy-Rezension von Katharina Lewald

Obwohl Monika Felten zu den viel gelobten deutschen Fantasy-Autoren zählt, schreibt sie natürlich nicht perfekt. Welcher Autor tut das schon? Und selbst dann, wenn man persönlich einen Stil oder eine Erzählweise für perfekt hält, würden wohl andere Leser Millionen kleiner Dinge daran auszusetzen haben: Satzbau, Grammatik, Erzählstruktur, Perspektivwechsel, Entwicklung der Charaktere und, und, und.

Deshalb versucht jeder Autor, wenn auch manche vielleicht nur unterbewusst, sich zu verbessern. Natürlich kann man es nie allen recht machen (zum Glück?), jedoch hat Monika Felten es mit „;Die Feuerpriesterin“; geschafft, sich ein ganzes Stück weiterzuentwickeln, und zwar gleich in mehreren Bereichen.

Das Abenteuer geht weiter

Im ersten Band erfuhr die Halbelfe Ajana, dass sie die Erbin der sagenumwobenen Nebelsängerin ist. Jene wob vor vielen Jahren eine magische Nebelwand im Lande Nymath, um die guten Völker vor den bösen Uzoma zu beschützen. Als der Nebel seine Kraft verliert, verwüsten die orkähnlichen Uzomakrieger einige Teile Nymaths und die gefährliche Feindschaft lodert wieder auf.

Mit Hilfe eines Schmuckstücks webt Ajana die Nebel neu und fortan ist wieder Frieden in Nymath. Doch bald schon plagen sie Gewissensbisse als sie erfährt, dass nicht die Raiden, Wunand und Co. die ursprünglichen Bewohner Nymaths waren, sondern die Uzoma.

In „;Die Feuerpriesterin“; geht es, daher auch der Titel, um eine Priesterin der Uzoma, die Vhara heißt. Im ersten Band noch mächtig, wird sie im zweiten Band von ihrem Volke für ihr Versagen gehasst und verstoßen, entgeht nur knapp einem heimtückischen Mordversuch. Doch all das kann sie nicht stoppen: Sie zieht sich in die Berge zurück, wo sie mit einer alten Bekannten noch eine Rechnung offen hat und zieht eine Armee von wenigen, aber starken Feuerkriegern heran, die auf der Suche nach der Wärme und der Glut eines jeden lodernden Feuers ganze Landstriche auslöschen können. Und dann ist da noch das seltsame Volk der Vogelreiter, die eine Konferenz der Uzoma und der freien Völker einberufen – ein scheinbar unmöglicher Plan. Mittendrin müssen Ajana und ihre Freunde Nymath vor einem erneuten Krieg schützen und sind dabei nicht vor Verlusten gefeit…

Eine Geschichte kommt in Fahrt

Während man bei „;Die Nebelsängerin“; noch den Eindruck bekommt, die Autorin versuche mit allen Mitteln Gesellschaftskritik zu üben, die aber leider nur oberflächlich abgearbeitet wird, kann man sich in „;Die Feuerpriesterin“; über „;echte“; Probleme freuen. Überhaupt ist es viel einfacher, diese Probleme nun wahrzunehmen und zu verstehen, beispielsweise Ajanas inneren Konflikt, ob sie mit dem Weben der Nebelwand das Richtige tat oder ihre Angst davor, nie wieder nach Hause zurückkehren zu können. Der Leser fühlt mit ihr, trauert und freut sich mit ihr. Ajana wird zu einer Figur ausgearbeitet, die sich weiterentwickelt. Im ersten Band noch recht fad, verleiht Monika Felten ihr in „;Die Feuerpriesterin“; ein Stück Persönlichkeit. So verhält es sich auch mit einigen anderen Personen, denen man bereits im ersten Band begegnete.

Sprachlich fast schon poetisch

Auch Feltens Ausdruck und Sprache überzeugen in „;Die Feuerpriesterin“;. Zwar setzte der erste Band bereits einen hohen Maßstab was die Ausdruckskraft des Wortes betrifft, jedoch kann man im zweiten Teil der Trilogie trotzdem noch eine Steigerung feststellen.

Sprachliche Raffinesse ist wohl eine Eigenschaft, die man von fantastischen Romanen kaum erwarten darf (und falls doch, lasse ich mich gerne eines Besseres belehren!), so auch nicht von „;Die Feuerpriesterin“;. Der gespannte Leser darf sich aber nicht nur über eine fulminante Fortsetzung freuen, sondern auch über  eine fast schon poetische Sprache, die vor allem in Beschreibungen von Orten und Landschaften ihren Ausdruck findet. Dies sollte keinesfalls als langweilig eingestuft werden, denn Monika Felten versteht es genau zu gewichten zwischen erzählender Handlung und Beschreibung.

Die Orte des Geschehens und auch die Charaktere nehmen vor dem geistigen Auge der Leser Gestalt an, sodass es möglich wird sich Figuren und Landschaften bis ins kleinste Detail vorzustellen, sie innerlich entstehen zu lassen. Auch deshalb bleibt vieles aus der „;Feuerpriesterin“; noch einige Zeit im Gedächtnis.

Steigerung im dritten Band?

Nun bin ich gespannt auf den dritten Band der Trilogie, der „;Die Schattenweberin“; heißt und kürzlich erschienen ist. Wie wird die Geschichte weitergehen und in welchen Bereichen wird Monika Felten sich noch mal steigern können? Ist das überhaupt möglich?

In „;Die Feuerpriesterin“; hat die Autorin es jedenfalls geschafft, mich zu überzeugen – vielleicht geht es anderen Lesern ebenso? Der zweite Teil dieser Trilogie macht Lust auf ein glückliches Ende der Geschichte, wobei der erste Band nicht einmal Lust aufs Weiterlesen machte. Eine Steigerung, die wir Leser zu würdigen wissen – vielen Dank Frau Felten!

Ihre Meinung zu »Monika Felten: Die Feuerpriesterin«

Hajo Becker zu »Monika Felten: Die Feuerpriesterin«31.07.2014
Nö, lieber Starchaser, das sehe ich anders: Habe das Buch Nebelsängerin mit Vergnügen und Spannung verschlungen und am Schicksal der kleinen Heldin und ihrer Begleitung lebhaften Anteil genommen. Und machen wir uns nichts vor: Die Fantasy ist nun mal vom Herrn der Ringe geprägt. Das ist keine Schande, wenn Strickmuster auch in der Literatur immer wieder durchschimmern. Entscheidend ist doch das Gesamtpaket und seine Stimmigkeit. Da, finde ich, ist wenig zu bemäkeln. Aber das ist ja Geschmackssache. Ich freue mich, dass eine deutschsprachige Autorin so spannende Fantasy-Literatur verfasst hat und werde mir die fehlenden Teile auch noch zu Gemüte führen.
Starchaser zu »Monika Felten: Die Feuerpriesterin«12.05.2012
Ich habe bereits eine große Menge verschiedenster Fantasy-Bücher gelesen und kann eindeutig sagen, dass "Das Erbe der Runen" eine schwache Leistung in diesem Bereich war:
-Die Handlung ist nicht neu, vieles erinnert an den Herrn der Ringe
-die Charaktere klischeehaft, die Heldin schwach und hilflos
-die Götter Witzfiguren, die sich von ihren eigenen Priestern belügen lassen (Kann man sich so etwas bei Sauron vorstellen?Nein?-Eben!)
-die Sätze oft so lang, wie ein ganzer Absatz
-der entscheidende Kampf gegen Vhara selbst ist alles andere als episch und nach wenigen Augenblicken vorbei
Was mich ebenfalls stark gegen die Bücher stimmt ist, dass Monika Felten Sindarin benutzt, ohne auch nur zu erwähnen, dass ihn jemand anders erfunden hat (wo sind Copyright-Rechte, wenn man sie braucht?!).
Ich empfehle dieses Buch niemandem, der gute Fantasy mag. Ich bereue es, Geld dafür ausgegeben zu haben.
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