Der Todeskuss der Sonja Blue von Nancy A. Collins

Buchvorstellung

Der Todeskuss der Sonja Blue von Nancy A. Collins

Originalausgabe erschienen 1989unter dem Titel „Sunglasses After Dark“,deutsche Ausgabe erstmals 1992, 270 Seiten.ISBN 3935822987.Übersetzung ins Deutsche von Caspar Holz.

»Der Todeskuss der Sonja Blue« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Ein erotischer Alptraum ohnegleichen – ein Roman, wie er noch nie von einer Frau geschrieben wurde!

„;Ein temporeicher, packender, höchst origineller Roman, bis zum Bersten gefüllt mit Erotik und Gewalt, Atmosphäre und Action. Nancy A. Collins geht an Grenzen und darüber hinaus. Ein überaus beeindruckender Erstlingsroman.“;
Locus

„;Ein überzeugender Psychothriller.“;
Publishers Weekly

„;Eine komplexe und anspruchsvolle Reise in die dunkelsten Zonen der menschlichen Psyche.“;
Mystery Scene

„;Der beste Vampir-Roman seit 'Brennen muß Salem'.“;
2 A.M.

„;Ein Stakkato von Bildern, ein ganz harter Beat und eine Schreibe, zu der man tanzen kann.“;
Edward Bryant

Ausgezeichnet mit dem Bram Stoker Award und dem British Fantasy Award!

Ihre Meinung zu »Nancy A. Collins: Der Todeskuss der Sonja Blue«

LadyGodywer zu »Nancy A. Collins: Der Todeskuss der Sonja Blue«04.02.2009
HI,
ich kann mich nur den Äußerungen anschließen.
Ein brillianter Roman,der von Anfang bis Ende nicht an Spannung verliert und so manches Mal hält man einen Moment ein und muss das gelesene erst mal verdauen.
Ich hätte nicht gedacht, das mich ein Buch mal so derart ergreift.
Für jeden empfehlenswert, der reine Brutalität, viel Blut und keine Alpträume bekommt.
Ich ziehe den Hut vor der Autorin, für mich ein absolutes Meisterwerk :)
Krimi-Tina zu »Nancy A. Collins: Der Todeskuss der Sonja Blue«20.01.2009
So muss ein Vampirroman sein. Brutal, blutig, dreckig, gnadenlos. Das Werden und Sein eines Vampirs ohne romantisierendes Drumherum
Die Sprache passt zur Atmosphäre, prägnant , hart und bildgewaltig
Bestechend auch die Idee mit den Pretendern.
Nur das Finale fand auch ich ein klein bisschen enttäuschend. Da hätte ich mir mehr erwartet.
95 °
Tark zu »Nancy A. Collins: Der Todeskuss der Sonja Blue«19.11.2008
Korrektur:

Der deutsche Titel "Der Todeskuss der Sonja Blue" ist zunächst sicherlich etwas fehl am Platze. Der 1989 im amerikanischen Original erstmals erschienene Roman mit dem ursprünglichen Namen "Sunglasses after dark" erschien als deutsche Erstveröffentlichung im Jahre 1992 im Goldmann-Verlag. Jüngst wurde der Festa-Verlag auf den Vampirthriller aufmerksam und veröffentlichte diese Neuausgabe 2006, neu übersetzt von Martin Baresch.

Auf den ersten Blick mag die etwas stereotype und plakative Darstellung der Hauptprotagonistin im Vordergrund eines silbernen Mondes auf der Covergestaltung abschrecken. Dennoch hat das Künstlerpseudonym gute Arbeit geleistet. Das Bild besticht durch seine Prägnanz und Klarheit, welche der Charakterisierung Sonja Blue`s Ausdruck verleihen. Unbändig, angespannt und tierhaft wirkt sie. In ihrem Blick ist tiefe Verletzung zu erkennen, gleichsam auch eine gewisse Unsicherheit und Sensibilität. Das ist gelungen, weil dies tatsächlich grundlegende Eigenschaften ihres Charakters darstellen.

Für ihren Roman wurde Nancy A. Collins mit dem Bram Stoker Award und dem British Fantasy Award ausgezeichnet. Das Locus Magazine beschrieb das Buch als höchst originell und bis zum Bersten gefüllt mit Erotik, Gewalt, Atmosphäre und Action. Natürlich enthält es mehr oder weniger Anteile dieser Aspekte. Aufpassen muss man bei einem Horrorroman stets, dass man Splatterpunk- oder Goremotive nicht zu ungunsten der Atmosphäre völlig in den Mittelpunkt stellt. Atmosphäre muss aufgebaut und gesteigert werden und erhält erst durch das Feingefühl und die Charakterkenntnis des Schreibers seine Wirkungskraft, nicht durch aufeinanderfolgende Pulp-Elemente. In "Der Todeskuss der Sonja Blue" gelingt es Nancy A. Collins nicht immer, diese Ambivalenz in einen gelungenen Einklang zu bringen.

Jedenfalls ist Collins die Eröffnung des Romans grandios gelungen. Wir erfahren zunächst einiges über Claude Hagerty. Seine Vergangenheit und verhinderte Karriere und gegenwärtige Anstellung in Elysian Fields, einer Klinik mit einer geschlossenen Anstalt für prominente Fälle, welche sich auf Fälle spezialisiert hat, deren Schwierigkeiten etwas ernster waren als die Vorlieben für Tranquilizer oder Wodka. Die Insassen sind, seit ein neuer Eingewiesener vor kurzem angekommen ist, nervös. Auf der Patientenkarte stand lediglich "Blue, S.". Die Schilderung fährt jetzt aus der Ich-Perspektive dieses Subjektes weiter. Wir erhalten erste Einblicke in ihr psychologisches Muster und ihre zwiespältigen, inneren Konflikte.

Anschliessend wechselt das Szenario im zweiten Kapitel in einen von einer äusserst spannungsgeladenen Atmosphäre getragenen gewaltig-grossen Saal. Im Hintergrund ist ein riesiges Transparent mit dem Konterfei eines lächelnden Mannes aufgehängt. Mann Gottes, Heiler der Kranken, Prophet und Begründer der Kirche "Räderwerk Gottes". Plötzlich erlöschen sämtliche Lichter und ein einzelner Scheinwerfer-Strahl entflammt die Bühne. Die Orgelmusik schwillt an und eine strahlende, Kusshände in die Luft werfende Frauengestalt betritt die Bühne. "Halleluja, Brüder und Schwestern, Halleluja", ruft sie. Die Menge, welche grösstenteils aus Personen mit Gehhilfen und Krücken besteht, jubeln ihr euphorisch zu. Am Ende dieser Szene ruft die Frau einen an Krebs sterbenden Mann auf die Bühne und führt mit ihm einen Dialog über fundamentalistische Glaubensfragen. Danach beginnt sie mit ihrer "Spontanheilung". Sie rollt die Ärmel auf, reckt die Hand energisch hoch über den Kopf empor, spreizt die Finger und dreht die Handfläche. Die Unterarme zucken und pulsieren. Dann stösst sie nach unten und verschwindet in George Belwether. Es sah aus, als wühle sie in einem leeren Jutesack.

Es ist offensichtlich, dass Nancy A. Collins gerne an Grenzen und darüber hinaus geht. Weiter eingelesen in die Geschichte ist man unweigerlich der Annahme verfallen, dass hier eine psychisch kranke Frau mit grosser Vorstellungskraft am Werke war. Wenn Sonja Blue ihrer tierhaften Seite des Vampirs erliegt, werden unglaublich brutale Szenen beschrieben. Dabei schleicht sich das Gefühl ein, dass diese animalistisch-bestialen Phasen ihres Charakters nur Mittel zum Zweck, also dieser Gewaltdarstellungen sind. Dem entgegen wird die Psyche der Hauptprotagonistin sehr realistisch und nachvollziehbar beschrieben. Interessant ist, dass sich Sonja Blue während der Geschichte verändert. Die schizophrene Persönlichkeit der Sonja Blue war einmal gänzlich der Mensch Denise Thorne. Nun ein Wesen mit den Eigenschaften eines Vampir, lebend und nicht tot. Eine Synthese aus Mensch und Vampir. Aber auch ein wildes, getriebenes, nach Antworten suchendes Raubtier, das die wenigen, gebliebenen Erinnerungen an seine Vergangenheit nur noch vage wahrnimmt. Aber etwas war stärker, um vergessen zu werden: Ihr Hass und Wunsch nach Rache an ihrem Vater und Vergewaltiger. Doch ist sie kein verstandsloses Monster. Ihre Opferauswahl ist wählerisch. Sinn für Gerechtigkeit ist ihr geblieben und sie macht gnadenlose Jagd auf die Pretender und ihresgleichen. Auf der anderen Seite ist sie jenseits jeglicher Romantik und Liebe. Das hebt den Roman von vielen anderen Vampirromanen ab.

Die Welt erinnert stark an White Wolf`s Pen and Paper-Rollenspielwerk "Welt der Dunkelheit". Werwölfe, Dämonen, Ghule und andere Kreaturen der Nacht existieren. Sie sind die Pretender. Nur nachts zeigen sie ihre wahre Gestalt und verstecken sich hinter menschlichen Fassaden, um leichter an ihre Beute zu kommen. Beispielsweise als Strassenpenner, Zigeuner, oder Prostituierte bleiben sie unerkannt in der menschlichen Gesellschaft. Es gibt auch einige Individuen, die eine grössere Rolle in den oberen Schichten der Menschen spielen. Ruchlos, unbarmherzig und knallhart ist diese Welt.

Fazit: Der Roman hinterlässt zwiespältige Eindrücke. Einerseits ist die Atmosphäre zuweilen grandios. Die Gewaltdarstellungen manchmal aber arg übertrieben und geschmacklos. Die Charakterisierung der Hauptprotagonistin ist sehr gut gelungen. Das Ende des Romans ist Unsinn.
Sonny zu »Nancy A. Collins: Der Todeskuss der Sonja Blue«25.06.2008
Herrlich finsteres Buch. Brutal und völlig ohne die kitchige Vampirromantik z.B. einer A. Rice. Kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Auch von mir 95°
Christin77 zu »Nancy A. Collins: Der Todeskuss der Sonja Blue«30.05.2008
Der Todeskuss der Sonja Blue ist wohl einer der besten Vampir-Thriller seit langem. Schon vor über 15 Jahren im Goldmann-Verlag erschienen (1992) hat Frank Festa nun diesen grandiosen Thiller um Sonja Blue neu aufgelegt.
Dies ist der erste Teil um ihre Geschichte. In diesem Buch wird erzählt, wie sie zu dem wurde, was sie ist. Die Geschichte fängt an, als sie in einem Irrenhaus erwacht. Sie spürt ihren Hunger, sie spürt die Andere in sich und flieht. In diversen Rückblenden wird erzählt, wer sie zum Vampir werden ließ, wie ihre ersten Jahre als Vampir waren, welche Wesen sie auf ihrem Weg traf und man erfährt wie es zu ihrem ersten Mord kam.
Nachdem sie aus dem Irrenhaus fliehen kann, wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt – sie will Rache üben, Rache üben an denjenigen, die sie verraten haben. Rache üben an ihrem „Vampivater“ der sie zu dem werden ließ, was sie nun ist. Einerseits versucht sich die junge Frau Denis Thorne (16 Jahre jung als sie verwandelt wurde) in ihr zu wehren. Aber sie ist, was sie ist, sie kann sich nicht gegen das andere Wesen – Sonja Blue – wehren. Sie zieht los um die Gelüste, die Rachegelüste der Sonja Blue zu stillen.

Das Buch besticht eindeutig durch seine Charaktere, sehr gut ausgefeilt. Man lernt die Charaktere richtig kennen, die Vergangenheit der Personen, nicht nur der Sonja Blue, wird eindrucksvoll geschildert.

Leider ist dies der bisher einzige Roman, der neu aufgelegt wurde. Die anderen Teile z.B. der zweite Teil „ein dutzend schwarzer Rosen“ wird bisher noch zu horrenden Preisen gehandelt. Es bleibt also zu hoffen, dass Frank Festa diese Erfolgsreihe weiter führen wird.

Das Ende war etwas „übertrieben“ . Aber eben genau das hat man auch erwartet. 95 Grad gibt’s von mir und ich hoffe darauf, dass die anderen Teile ebenfalls im Festa Verlag erscheinen werden!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
mase zu »Nancy A. Collins: Der Todeskuss der Sonja Blue«10.03.2008
Dieser erste Teil um Sonja Blue beschreibt wie Sie zum Vampir wurde und wie ein Mensch überhaupt Vampir wird. Es wird uns die „Reale Welt“ geschildert, denn unter uns Menschen gibt es zahlreiche dunkle Geschöpfe, die wir „Normalsterblichen“ schlicht nicht erkennen können.
Das wesentliche Detail um Sonja Blue ist aber, dass Sie den Vampir in sich nicht akzeptieren will, denn bei ihrer Mutation ging eine Kleinigkeit schief, nämlich dass ihre menschliche Seite nicht gänzlich starb. Also jagt Sie ganz einfach in Zukunft ihre Kameraden und deren Spießgesellen.

Trotz des Genres finde ich dieses Buch anspruchsvoll. Die Sprache und die Atmosphäre werden auf den Punkt getroffen und die gewaltigen Bilder die dadurch erzeugt werden schlagen dem Leser um die Ohren.

Ich habe was Vampirismus anbelangt, bis jetzt kein besseres Buch gelesen oder Film gesehen. Die „Geburt“ eines Vampirs klingt hier plausibel und fast sogar logisch. Knoblauch, Kruzifixe und Weihwasser sind obsolet. Atemberaubend, wie der Leser mit Sonja durch die Strassen streift und auf die Jagd geht. Ganz grosses Kino.

Einzig der Showdown war mir zu überrissen. Da war zuviel paranormales Ektoplasma im Spiel. Dieses Finale ist der einzig Grund, warum es von mir keine 100 Grad gibt.
1 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Ihr Kommentar zu Der Todeskuss der Sonja Blue

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.