Die Nacht in mir von Nancy Baker

Buchvorstellungund Rezension

Die Nacht in mir von Nancy Baker

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Night Inside + Blood and the Chrysanthemums“,, 704 Seiten.ISBN 3-453-53391-7.Übersetzung ins Deutsche von Heinz Nagel.

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In Kürze:

Die junge Ardeth durchlebt die Hölle: Sie wird in ein abgelegenes Gebäude verschleppt und soll dem Vampir Dimitri Rozokov als Nahrungsquelle dienen. Doch der sensible Rozokov ist selbst ein Gefangener. Durch ein Band aus Blut und Begehren aneinandergefesselt, kennen Ardeth und Rozokov bald nur noch ein Ziel: Freiheit …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Zwei Romane aus der Zeit, da die Urban Fantasy noch Dark hieß“45

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Was macht man als relativ mittelloser Student in Toronto, wenn man ein solch faszinierendes, jedoch nicht unbedingt sonderlich nachgefragtes Gebiet wie Geschichte für sich auserkoren hat und einem ein Job angeboten wird? Klar, man – in unseren Fall drei junge Studenten von der Uni – greift zu. Dass ihr Auftraggeber kurz nach Abschluss der Recherchearbeiten sämtliche Aufzeichnungen verlangt, weckt noch kaum einen Argwohn, wohl aber, dass zwei der drei Forscher die nächsten Wochen nicht überleben. Ardeth muss ihre Freunde und Kommilitonen zu Grabe tragen, ahnt dabei noch nicht, dass sie selbst auch auf der Liste des Killers steht. Als sie entführt und in eine abgelegene, aufgegebene Irrenanstalt entführt wird, in der ihre Häscher Sadomaso-Pornofilme drehen, ahnt sie zwar, dass ihr Leben in Gefahr ist, doch dass sie die nächsten Tage einem veritablen Vampir als Hors d'œuvre dienen soll, hätte sie bei aller Panik doch nicht erwartet.

Während sie sich hilflos vom eigentlich recht gesitteten Vampir dekantieren lässt, ahnt sie, dass ihr Leben nur noch Tage, wenn nicht Stunden zählt. Um sich zu rächen, muss sie nach Verbündeten Ausschau halten – auch wenn diese, wie vorliegend, in der Zelle nebenan tagsüber ruhen und sich von Blut ernähren.

Es bleibt ihr nur ein Ausweg – selbst zum Geschöpf der Nacht zu werden und anschließend auf die Suche nach den Hintermännern der Verbrechen zu gehen. Im Folgeroman haben sich unsere beiden den roten Adersaft goutierenden Unsterblichen in die Provinz zurückgezogen – und einander entfremdet. Ardeth lernt einen japanischen Vampir kennen, der ihr nach und nach sein untotes Herz ausschüttet …

Neuauflage eines Klassikers mit schwachem Folgeband

Als die beiden Bücher, damals noch getrennt, vor gut 15 Jahren bei Bastei-Lübbe das erste Mal auf Deutsch erschienen, war von der momentan wieder etwas abschwellenden Welle der Vampir-Romane noch kaum etwas zu erahnen.

Damals bot gerade der ersten Band der Erlebnisse Ardeths eine höchst willkommene, ungewöhnliche Mischung aus Krimielementen und modernisierten Horrorelementen. Auffällig dabei, dass die erotische Szenen, obzwar plakativ und pornographisch, nicht im Mittelpunkt stehen, sondern lediglich als Beiwerk die Handlung stützen.

Stattdessen konzentriert sich die Autorin auf ihre Protagonistin, die sie sehr einfühlsam und differenziert zeichnet. So liest sich der Text sehr angenehm. Trotz gewisser Längen im Mittelteil des Auftaktromans behält der Plot seine Faszination und findet im Finale seine folgerichtige Auflösung.

Was den ersten Band noch auszeichnete, das lässt die Fortsetzung dann leider vermissen. Statt Tempo, Überraschung und Spannung wartet hier gähnende Langeweile auf den Leser. Die Tagebucheinträge des japanischen Vampirs wirken eher verwirrend als faszinierend, die Rahmenhandlung lau, Spannung und Lesefluss will einfach nicht aufkommen. Zwar zeigt auch dieser Text wieder, dass Baker schreiben kann, doch die Handlungs- und Konfliktarmut lässt den Fan spannend aufgezogener Vampir-Schmöker regelrecht verdursten.

Insgesamt gesehen also ein spannender, gelungener erster Band, dem eine enttäuschende Fortsetzung beigefügt wurde.

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