Drachenwacht von Naomi Novik

Buchvorstellungund Rezension

Drachenwacht von Naomi Novik

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Victory of Eagles“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 420 Seiten.ISBN 3-7645-3015-4.Übersetzung ins Deutsche von Marianne Schmidt.

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In Kürze:

Eigentlich war es eine gute Tat, die französischen Drachen vor einer tödlichen Seuche zu retten aber in den Au gen seiner Landsleute hat Will Laurence dadurch Hochverrat begangen. Er wird angeklagt, degradiert und zurück zur Marine versetzt, während Temeraire in einem Zuchtgehege in Schottland sein Dasein fristen muss.Doch dann überquert Napoleon mit seiner Armee den Kanal, und es wird schnell klar, dass die britische Admiralität es sich nicht leisten kann, auf einen Drachen wie Temeraire zu verzichten. Und so macht Will Laurence sich auf höchsten Befehl auf den Weg nach Schottland, wo er jedoch nur ein verlassenes Gehege vorfindet. Und damit beginnt für den ein samen Feuerreiter die verzweifelte Suche nach dem Freund, der ihm mehr bedeutet als das eigene Leben.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Liberté, Egalité, Fraternité“50

Fantasy-Rezension von Tom Orgel

Das ist das unausgesprochene Motto des fünften Bandes der „Feuerreiter seiner Majestät“ um den englischen Offizier Will Laurence und seinen chinesischen Himmelsdrachen Temeraire in Naomi Noviks historisch auf der unseren basierenden Alternativwelt. Womit Frau Novik zum ersten schon mal die wichtigste Hürde des erfolgreichen Fantasy-Autoren geschafft hat, nämlich eine angekündigte Tetralogie zu überziehen, indem sie einen fünften Band geschrieben hat. Und soviel vorab: Es sieht nicht so aus, als sei mit diesem Band Schluss. Aber zum Inhalt.

Der Adler ist gelandet

In Noviks Europa nimmt die Geschichte bis zu diesem Zeitpunkt einen ganz ähnlichen Verlauf wie in unserer Welt. Von der Kleinigkeit mal abgesehen, dass Drachen allgegenwärtig und keine Fabelwesen, sondern alltägliche, wenn auch gefürchtete, Realität sind. Und als solche kriegsentscheidend. Denn immer noch tobt der Napoleonische Eroberungskrieg und nachdem der Anschlag der Engländer auf die Drachen, die Napoleon als Fliegerstaffeln dienen, im letzten Band durch Laurence und Temeraire vereitelt wurde, steht es gar nicht gut um das Empire. Noch während Laurence in einem Schiffsgefängnis sitzt und auf seine eventuelle Hinrichtung als Hochverräter wartet, durchbrechen die Franzosen die britische Blockade und kurz darauf stehen die Adler, die Standarten des französischen Heeres, auf der englischen Küste.

Zahlenmäßig und vor allem taktisch unterlegen, müssen ihn die Briten gewähren lassen und bald tobt der Krieg auf britischem Boden. Temeraire, der nach der Verurteilung seines Freundes und Kapitäns in die Zuchtgehege der königlichen Drachenstaffeln verlegt wurde, indes empört sich über Zustand, Unterbringung und mangelnden Patriotismus der dortigen Drachen. Als die Nachricht von Napoleons Einmarsch bis zu ihnen durchdringt, gelingt es ihm, eine eigene Drachenkompanie auf die Flügel zu bringen. Drachen, die fortan nicht nur für England, sondern vor allem für ihre eigenen Rechte und ihre Anerkennung als intelligente Wesen kämpfen. Und die mit gehörigem Patriotismus die französischen Aggressoren aus ihrer Heimat vertreiben wollen.

Been there, done that, seen that trick..

Dass Temeraire schon bald den (vorläufig) begnadigten Laurence wieder trifft, war zu erwarten. Und dass sie heldenhaft um ihre menschlichen und reptiloiden Freunde kämpfen und Napoleon und dessen hauseigenem Himmelsdrachen Lien ein weiteres Mal eine empfindliche Schlappe beibringen ebenfalls. Genau genommen passiert in diesem Band nicht wirklich irgend etwas, das nicht zu erwarten gewesen wäre. Er ist eine konsequente Fortsetzung der Erzählung des alternativen Napoleonischen Krieges, er beinhaltet Luftschlachten, Bodenoffensiven, clevere und dumme Strategien, Temeraires unermüdlichen Einsatz für Bildung, Wohlbefinden, Rechte, Freiheit und Verköstigung der Drachen und all diese Dinge, die natürlich enthalten sein mussten. Was ihm allerdings fehlt, ist irgend ein besonderes Merkmal.

Das ist wohl der grundsätzliche Unterschied zu den vorherigen Bänden: 'Drachenwacht’ fehlt natürlich der Novitätenbonus von Band Eins. Er hat nicht die fernöstliche bzw. afrikanische Exotik der Reisen in Band Zwei und Vier, nicht die Dramatik der Reise von Band Drei. Und erst recht nicht eine schwebende Bedrohung, wie sie gerade den vierten Band auszeichnet. Er ist eine gewöhnliche Kriegsgeschichte zu napoleonischer Zeit, ohne interessante und/oder unerwartete Wendungen, nur eben zufällig mit Drachen und daraus resultierenden Luftkämpfen. Das ist nett, aber nachdem man sich an die Drachen gewöhnt hat, eigentlich auch nicht so gut, dass es groß erwähnenswert wäre.

Nur der Mittelmäßige ist ständig in Hochform

Sicher, Frau Novik hat eine solide Arbeit abgeliefert, die nach wie vor die steife britische Aristokratie ebenso wie die tiefe Freundschaft zwischen Drache und Mensch überzeugend erlebbar macht. Aber im Ganzen wirkt dieser Band wie …ja, wie ein Zwischenstück von einem interessanten Handlungsort zum nächsten.

Es ist ein Roman ohne Überraschungen, der eine Reihe von offenen Handlungsfäden weiter spinnt und der mit einer ordentlich dichten Handlung flüssig zu lesen ist. Damit eignet er sich hervorragend als Überbrückung, wenn die Bahn zum Beispiel mal wieder zwei Stunden Verspätung hat und ähnliche Gelegenheiten dieser Art. Aber er ist weder anspruchsvoll noch überraschend, weder zum miträtseln oder -bangen und auch nicht zum mitfiebern geeignet. Zu vorhersehbar das Ganze und im Grunde nichts, was man nicht anderswo schon besser gelesen hat. Zugegeben, mit Drachen.

Aber das allein macht einfach noch keine gute Geschichte. Es sorgt nur dafür, dass eine Rezension tatsächlich schwer wird, da dieser Band der Serie objektiv einfach weder als gut, noch als schlecht angesehen werden kann. Vermutlich – und das leider – einfach als zu unwichtig, um lange im Gedächtnis zu bleiben.

Wie Eingangs erwähnt sieht es nicht so aus, als sei die Geschichte um Temeraire und Laurence mit diesem Band an ihrem Ende angelangt – und so bleibt die Hoffnung, dass Frau Novik im Folgeband wieder zu alter Form aufläuft. Dieser Band jedenfalls war deutlich der Schwächste der Reihe.

Ihre Meinung zu »Naomi Novik: Drachenwacht«

tedesca zu »Naomi Novik: Drachenwacht«10.10.2011
Bei aller Liebe zu Laurence und Temeraire - dieses Buch war wirklich ein Gewaltakt! Der Anfang ging ja noch, der arme Drache im Zuchtgehege, total einsam und verlassen, total gelangweilt und in Trauer um seinen Freund. Dann endlich das glückliche Wiedersehen und dann.... endlose Schlachten, endlose Strategiebesprechungen zwischen Menschen und Drachen - viel Blabla, wenig spannende Handlung. Da war ja Teil 6, den ich aus Versehen davor gehört habe, noch besser, und von dem war ich schon recht enttäsucht. Schade!

Das gilt leider auch für das Hörbuch (exklusiv und ungekürzt bei audible.de) Denn Detlef Bierstedt gibt wirklich sein Bestes, um der langweiligen Handlung noch irgendwie Spannung zu geben, aber zaubern kann der leider auch nicht.
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Requiescat zu »Naomi Novik: Drachenwacht«21.11.2009
Ja es ist ziemlich sicher dass es einen 6ten Band gibt aber ich finde man hätte die reihe mit dem 4ten Band ausklingen lassen müssen weil naja was will Novik noch groß schreiben vielleicht ein Happy end mit Jane Roland (Hochzeit usw.) aber mehr gibt es nicht es seiden sie schreibt eine wdh. des 5ten Bandes (Napoleon fällt ein Laurence und Temeraire wird gebraucht) mehr is doch nich. Aber was mich interessiert ist wer Emelie's Vater war weil ich glaube dass Novik noch etwas mit Emelie vor hat. Bin aber Trotzdem der allergrößte Laurence Fan und werde alle Folgenden Bände lesen

P.S. einen drachen den ich nicht mag ist Iskerker
Johgel zu »Naomi Novik: Drachenwacht«30.07.2009
Bisher der schwächste Band der Serie. Wie die Rezension richtig schreibt, handelt es sich um einen Zwischenband. Es kommt mir ein wenig so vor, dass Frau Novic einen Abgabetermin einhalten musste, aber ihre eigentliche Geschichte noch nicht fertig im Kopf hat. Also schreibt sie eine solide aber irgendwie fade Geschichte runter. Wer hier Überraschungen und neue interessante Charaktere erwartet wird enttäuscht werden. Leider ist dieser Band unerlässlich, wenn man der Reihe weiter treu bleiben will.

Ich hoffe hier ist nur eine kurze Schaffenspause aufgetreten und die Autorin wird sich auf Ihre alten Stärken besinnen und wieder einen mitreißenden und fantasievollen Roman schreiben, der die Geschichte von Temeraire und Laurence und vor allem die gesellschaftliche Entwicklung der Drachen weiterbringt.
Markus Remmling zu »Naomi Novik: Drachenwacht«30.07.2009
Meine Meinung ist, dass die die Buchreihe insgesamt sehr spannend und mitreisend ist. Ich saß - und das obwohl ich auch andere Fantasy Geschichten gelesen habe wie z.b. Eragon - an den ersten vier Büchern Drei Wochen ( eine bestzeit für 2000 Seiten) und wollte nicht mehr aufhören zu lesen. Ich wollte immer mehr und hoffe ( auch wenn ich den 5ten Teil nicht gelesen habe, was ich aber in den nächsten tagen nachholen werde) dass es auch einen 6ten Teil gibt.
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