Kinder der Drohne von Neal Asher

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Hilldiggers“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 592 Seiten.ISBN 3-404-23323-9.Übersetzung ins Deutsche von Thomas Schichtel.

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In Kürze:

Im All wird ein mysteriöses Objekt entdeckt, das man für einen kosmischen Superstring hält. Als das Objekt in vier zylindrische Stücke zerfällt, entdecken Wissenschaftler darin Dinge, die auf eine fremdartige Technologie oder Lebensform schließen lassen. Aus Sicherheitsgründen lagert man die Objekte in einer Hochsicherheits-Raumstation ein. Kurz darauf wird eine dort beschäftigte Forscherin auf unerklärliche Weise schwanger. Sie bringt Vierlinge zur Welt – und begeht nach der Entbindung Selbstmord. Während die Kinder aufwachsen, zeigt sich, dass sie alles andere als gewöhnlich sind …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Polity-Universum um eine weitere Facette erweitert“54

Science-Fiction-Rezension von Klaus-Günther Beck-Ewerhardy

Der Brite Neal Asher verbindet in seinen Arbeiten häufig Elemente der harten Science Fiction – Zukunftsbetrachtung, die gesellschaftliche Entwicklungen aus technologischen Fortschritten extrapoliert  – mit denen der Fantasy. Ein Teil seiner bisherigen Romane zentriert sich auf eine Menschheit in der Zukunft, die ihre ärgsten Konflikte gerade eben so hinter sich gebracht hat. Nun sollen die Bewohner der Diaspora, die sich während der Konflikte im ganzen All verteilt haben wieder in die große Gemeinschaft der Polity aufgenommen werden.

Am Rande des Universums

In diesem Roman geht es um zwei Vertreter der Polity – eine intelligente Drohne mit dem Namens Tigger und ein „;Captain“; McCrooger – in einem Sternensystem, in dem die Brumalianer und die Sudorianer  sich an sehr feindselige Umwelten angepasst haben und bis vor wenigen Jahren in einem zerstörerischen Krieg miteinander lagen. Auf Grund ihrer technologischen Überlegenheit schienen innerhalb der nächsten paar Jahrhunderte die Sudorianer auf der Gewinnerstraße zu sein. Da taucht plötzlich eine Art intergalaktischer Wurm im System auf und beschleunigt die Entwicklung der sudorianischen Technologie schlagartig, was zu einem schnellen Frieden führt.

Dieser ist aber nicht nach jedermanns Geschmack, denn schließlich hatten sich verschiedene Industrie- und Dienstleistungskreise planungstechnisch auf längere Zeit auf bewaffnete Konflikte eingestellt. Und so ist in diesem Frieden für viele Leute tatsächlich „;der Wurm drin.“; Der selbst ist ebenfalls irgendwo drin, denn die Sudorianer haben ihn in vier Teile aufgeteilt, um seine seltsamen Eigenschaften zu erforschen. In diese volatile Situation kommt McCrooger, er soll beiden Seiten den Segen der Polity anbieten. Und stößt dabei in ein innen- und außenpolitisches Wespennest, dessen Bewohner nicht mehr aufhören wollen, zu summen – und zu stechen.

Komplex und vielschichtig

Neben den politischen Systemen der Polity, den ausgefallen organisierten Brumalianern und den genetisch komplexen Sudorianern sind auch die Zusammenhänge um die Person McCroogers und die Drohne Tigger recht vielschichtig. Dazu kommen die innenpolitischen Probleme der jeweiligen Gesellschaften. So steckt in allem im wahrsten Sinne des Wortes der Wurm. Leserinnen und Leser sind also stark angehalten, genau aufzupassen und mitzudenken, denn sonst verlieren sie sehr schnell den Faden der Handlungen. Mit seinen variierenden Perspektiven in unterschiedlichen Erzählsituationen ist „;Hilldiggers“; nicht wirklich ein Buch für zwischendurch, lohnt sich aber für Fans von Ashers Polity-Universum allemal.

Unter dem häufigen Perspektiv- und Situationswechsel leidet auch die Charakterisierung der mancher Akteure, außer McCrooger und Tigger bleibt eigentlich nur einer der Hauptbösewichte, mehr im Gedächtnis Aber auch ihm fehlt es an figürlicher Plastizität.

Ein paar Längen

Die ausführlichen Beschreibungen von Kämpfen am Boden und im All sind für Freunde der Hard-SF sicherlich erfreulich. Oftmals trägt Asher dabei jedoch einer Detailverliebtheit Rechnung getragen, die für die ansonsten knackige Action hemmt.

Auch die bereits erwähnten Perspektiven- und Erzählsituationswechsel führen gerade gegen Ende zu einer Dopplung von Informationen, da die verschiedenen Erzählinstanzen immer wieder die gleichen Dinge erklärt bekommen müssen. So gesehen ist das Buch um mindestens 100 Seiten zu lang ist. Dennoch: Asher hat sein ohnehin schon faszinerendes Polity-Universum um eine weitere Facette erweitert. Man darf gespannt sein, welche Weltraum-Arie er als nächstes anstimmt.

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