American Gods von Neil Gaiman

Buchvorstellung

American Gods von Neil Gaiman

Originalausgabe erschienen 2001unter dem Titel „American Gods“,deutsche Ausgabe erstmals 2003, 624 Seiten.ISBN 3-453-40037-2.Übersetzung ins Deutsche von Karsten Singelmann.

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In Kürze:

Shadow steht vor der Entlassung aus dem Gefängnis. Draußen wartet seine geliebte Frau Laura auf ihn, sein Freund Robbie hat ihm einen Job verschafft. Die Zukunft scheint vielversprechend – bis Shadow erfährt, dass Laura und Robbie gemeinsam bei einem Autounfall umgekommen sind. Plötzlich steht er vor dem Nichts. Und als ihn der geheimnisvolle Mr. Wednesday als Fahrer und Assistent anheuern will, kann er nicht ablehnen. Bald entdeckt Shadow, dass er sich in die Dienste eines Gottes begeben hat, des Allvaters Odin, der wie so viele europäische, asiatische und afrikanische Götter und Mythen mit den Einwanderern nach Amerika kam. Odin alias Mr. Wednesday braucht Shadows Hilfe, denn die alten Götter drohen ihre Macht zu verlieren gegen die Götter der Moderne, gegen Geld, Konsum und Fernsehen. Eine letzte große Entscheidungsschlacht steht bevor.

Ihre Meinung zu »Neil Gaiman: American Gods«

PMelittaM zu »Neil Gaiman: American Gods«18.06.2017
Shadow Moon steht kurz vor seiner Entlassung aus dem Gefängnis, durch einen tragischen Unglücksfall kann er sogar ein paar Tage früher gehen. Auf dem Heimweg trifft er auf einen geheimnisvollen Mann, der sich Mister Wednesday nennt, Shadow anheuert und ihn damit in äußerst mysteriöse und gefährliche Geschehnisse zieht.

Der Roman lag ziemlich lange auf meinem SUB, oft wollte ich ihn lesen, es kam aber immer wieder ein anderer Roman dazwischen, und ich habe mich sehr auf die Lektüre gefreut. Umso größer war dann die Enttäuschung, dass mich die Geschichte wenig packen konnte, ich fand sie ziemlich wirr und mit zu vielen Nebensächlichkeiten belastet. Zweimal habe ich den Roman wieder beiseite gelegt und andere Bücher gelesen. Sogar in die, gerade neu erschienene, TV-Serie habe ich hineingesehen, in der Hoffnung, dass sie mir die Geschichte näher brachte, jedoch vergeblich. Ab etwa der Hälfte, vielleicht hatte ich mich endlich eingelesen, hat mich die Geschichte dann doch so weit in ihren Bann gezogen, dass ich den Rest ohne Unterbrechung durchlas.

Ich besitze übrigens eine Ausgabe von 2005, also nicht die später erschienene „Directors Cut“-Ausgabe.

Shadow ist ein interessanter Charakter, sympathisch, hilfsbereit, aber auch oft nahezu phlegmatisch. Er macht im Laufe des Romans allerhand mit, bleibt sich aber immer treu. Wednesday ist ein ganz anderes Kaliber, durchtrieben und manipulativ, nun ja, wenn man seinen Hintergrund kennt, wundert das nicht. Eine Menge Charaktere tauchen im Laufe der Geschichte auf, manche nur kurz, manche sind wichtig, andere weniger, klar wird das aber erst im Laufe der Geschehnisse, manchmal war ich erstaunt, dass der eine oder andere Charakter eine größere – oder auch kleinere – Rolle einnahm, als zunächst gedacht.

Wie gesagt, die Geschichte ist oft ziemlich wirr, ich brauchte einige Zeit, um den roten Faden zu erkennen und es war nicht immer leicht, ihn nicht wieder zu verlieren. Der Autor erzählt viel, oft ausschweifend und manchmal langweilig, aber es gibt auch sehr unterhaltsame Passagen. Bei manchen Dingen wird erst später klar, wozu sie gut sind, bei anderen nie. Immer wieder eingestreut sind Nebengeschichten, so wird etwa unter „Ankunft in Amerika“ mehrmals erzählt, wie verschiedene Götter bzw. Legenden nach Amerika kamen, wir begleiten Wikinger, schwarze Sklaven, deportierte Engländer dorthin und ziehen sogar 14.000 v. Chr. mit über die Bering-Straße. In einer Geschichte trifft man einen Ifriten, der sich als Taxifahrer durchschlägt. All diese „Nebengeschichten“ sind interessant und unterhaltsam zu lesen, führen aber auch immer wieder weg von der Haupthandlung. Man muss sich darauf einlassen können und sie als zusätzliche Schmankerl sehen. Natürlich haben sie eine gewisse Berechtigung, schließlich geht es um Götter (und Legenden) in Amerika. Auch die Haupthandlung selbst hat Nebenstränge, wie z. B. den um die verschwundenen Jugendlichen in Lakeside, der zu einer kleinen Krimihandlung mutiert und am Ende auch aufgelöst wird.

Im Anhang gibt es ein Götter-Glossar, das ich recht nützlich und interessant fand, manche der Götter/Legenden kannte ich bereits, andere waren mir neu und machten mir Lust, ein wenig mehr über sie zu erfahren. Im Vergleich zu den alten Göttern sind die neuen (Kreditkarten, Autobahn, Internet, Fernsehen …) eher blass geraten.

Auch ohne meine hohen Erwartungen hätte ich wohl an dem Roman keine rechte Freude gehabt, zu verworren und streckenweise zu langweilig erschien er mir, leider hat er mich nur streckenweise gut unterhalten. Ich vergebe daher 60° und halte mich mit einer Leseempfehlung zurück.
tedesca zu »Neil Gaiman: American Gods«02.12.2011
Skurril, witzig und sehr detailliert erzählt Neil Gaiman die Geschichte der unterschiedlichsten Religionen. Wie sie nach Amerika gebracht wurden, und wie sie dort, eine nach der anderen, vergessen wurden. Und mit ihnen ihre zahlreichen Götter, die ohne entsprechende Aufmerksamkeit nur mehr dahinvegetieren können und sich auf recht profane Art und Weise durchs Leben schlagen müssen. Mr. Ibis und Mr. Jackal als Bestatter sind schon ein schräges Gespann, und ihr Hauskätzchen hat so einiges auf Lager, mit dem Shadow nicht gerechnet hätte.

Dieser ist eine wirklich sympathische Hauptfigur, ausgestattet mit einem trockenen Sinn für Humor und einem gewissen Phlegma, ohne das man die Dinge, die ihm der Reihe nach widerfahren, wohl nicht ertragen könnte. So reist er als Fahrer des Gottes Odin quer durch die USA, wird gefangen genommen von den modernen Göttern Technik, von der Göttin Media via TV verführt und immer wieder vor die Entscheidung gestellt, wem er seine Solidarität eigentlich schuldet.

Alles in allem ist "American Gods" eine recht bissige Satire auf das Leben im modernen Amerika, in dem keine Gottheit mehr gute Überlebenschancen hat, weil dei Zeit dafür viel zu schnelllebig ist, weil ein Gott den nächsten nahtlos ablöst, ohne Spuren zu hinterlassen.

Gelesen wird das Hörbuch (exklusiv und ungekürzt bei audible.de) sehr animiert von Stefan Kaminski, der vielleicht ab und zu ein Bisserl übertreibt, aber seine Sache im Grunde ausgesprochen gut macht. Ein Tipp für Fantasyfans, die einmal etwas ganz anderes lesen wollen, und die Wert auf ein gewisses sprachliches Niveau legen.
absinthefreund zu »Neil Gaiman: American Gods«14.01.2010
Mein erster Neil-Gaiman-Roman.
Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, was mir seit langer Zeit nicht mehr passiert war. Seitdem bin ich diesem Herrn verfallen und empfehle ihn wärmstens jedem Fantasy-Gourmet, dem der Einheitsbrei in dem Genre allmählich zu viel wird.

Der Roman ist atmosphärisch, witzig, real, grausam und nicht zuletzt ORIGINELL. Ja, das gibt es tatsächlich noch in der Fantasy-Branche. "American Gods" verbindet uralte Göttermythen und Märchen mit unserer heutigen schnelllebigen Zeit, die ihre ganz eigenen Götter hervorgebracht hat, und das Ergebnis ist fulminant.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
BabeDanger zu »Neil Gaiman: American Gods«03.01.2008
Eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Götter und Menschen, und der ewige Krieg mal ein bischen anders. Ich will gar nicht zu viel verraten, aber ich war begeistert. Kanns nur weiterempfehlen. Auch wie Gaiman die ganze Geschichte in die Gegenwart versetzt, die Götter abhängig von den Menschen macht und überhaupt das ganze System ein bischen verdreht, fand ich hervorragend.
2 von 2 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
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