Interworld von Neil Gaiman & Michael Reaves

Buchvorstellungund Rezension

Interworld von Neil Gaiman & Michael Reaves

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Interworld“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 259 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

Dass Joey Harker sich verläuft, ist nichts Besonderes. Doch eines Tages ist irgendetwas komplett durcheinandergeraten, als er endlich wieder nach Hause findet. Das Zimmer für seinen kleinen Bruder ist einfach nicht mehr da. Und als er seiner Mutter auf der Treppe begegnet, hat sie die falsche Augenfarbe. Aber das Schlimmste ist: Sie erkennt ihn gar nicht. Für Joey beginnt ein ganz neues Leben.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Wandler zwischen den Welten“58

Fantasy-Rezension von Verena Wolf

Joey ist nicht klar, was passiert ist. Die Autos sind alle sehr orange hier und als er in seiner Not seinen Lehrer aufsucht, erklärt der blass, dass der Joey, den er kannte, vor Jahren ertrunken ist. Was? Da tritt aus dem Nichts ein Mann auf Joey zu, der genauso aussieht wie er, nur älter ist und verblüffend ähnlich heißt: Jay. Er ist eine Art Welten-Agent, der ihn retten will, da Joey für gewisse finstere Gestalten als Wandler zwischen den Dimensionen sehr interessant wäre. Dann geht alles ganz schnell. Joey muss vor Gladiatoren fliehen, die ihn fangen wollen, kann fliehen und prompt bekommen ihn zwei sehr gefährliche Gestalten in die Fänge, Lady Indigo und Scarabus. Da er ein Wandler ist, soll er „eingekocht“ werden, um ihr Raumschiff antreiben zu können. Na herrlich!

Jay kann Joey retten und wird kurz sein Lehrer, bevor Jay stirbt, als er – wieder einmal – Joeys Leben rettet. Vorher kann er ihm noch den Weg nach Interworld beschreiben, einer Art intergalaktische Ausbildungslager, wo er zusammen mit anderen Kindern aus anderen Welten, die ihm alle äußerst ähnlich sehen, deren Namen alle mit J anfangen und die anscheinend Joey in anderen Dimensionen sind, zusammentrifft. All diese Jai, Jakon, Josef, Jo, Jai etc. werden hier wie Joey zu Agenten ausgebildet. Eine harte Zeit beginnt, denn alle geben Joey die Schuld an Jays Tod. Interworld ist ein wenig wie ein Zwischending zwischen Topgun, Internat und Deep Space Nine. Joey muss sich beweisen, schließt einige Freundschaften und dann geraten er und seine J-Freunde bei einer Außenmission in Lebensgefahr.

Potenzial nicht ausgeschöpft

Es gibt gut funktionierende Elemente in Interworld, auch wenn sie nicht immer originell sind. Der Junge, der ein Held ist, muss erst einmal seinen Weg finden, ein wenig Jedi-Ritter schwingt eindeutig mit. Toll ist „Klecks“, eine lebendige Seifenblase oder korrekter ausgedrückt ein Mudluff, ein Bewohner des Dazwischen, der Joey als kleiner Kumpan zur Seite steht. Die Idee, dass Technik und Magie zwei Systeme sind, die um die Herrschaft kämpfen, ist gut, auch dass Interworld um das Gleichgewicht kämpft, ist stimmig. Aber verwirrend sind die zu ähnlichen J-Namen und ernüchternd, dass alle irgendwie Joey sind. Zum einen bedeutet dass, es gibt im ganzen Universum auf jeder Welt nur einen wahren Helden und irgendwie heißt das schließlich auch, dass Joey sich immer nur mit sich selbst umgibt, mit sich selbst streitet und sich selbst hilft oder von sich selbst gerettet werden kann. Das ist so unglaublich egozentrisch.

Im Nachwort schreiben Gaiman und Reaves – fast ein wenig beleidigt – dass sie Interworld als Abenteuerserie fürs Fernsehen entwarfen, aber jahrelang biss keiner an, bis sie dachten, hey, wir machen einfach einen Roman daraus, vielleicht werden so die Fernsehleute drauf aufmerksam. Genau so liest sich das Buch. Es ist schon okay, aber auch seltsam hektisch zerrissen, es formt sich nicht zu einem Ganzen. Ganz untypisch Gaiman. „Interworld“ wirkt nie wie ein Roman, sondern wie ein Möchtegern-Drehbuch zu einem SciFi-Pilotfilm, dem nie eine Serie folgte.

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