Nelson Bond

Nelson Slade Bond (geb. am 23. November 1908) ist einer der letzten Überlebenden des ”Goldenen Zeitalters” der Science Fiction, das gegen Ende der 1930er Jahre in einem schöpferischen Urknall der literarischen Welt eine Unzahl unsterblicher Klassiker des Genres bescherte. Seine Familie stammt aus Nova Scotia, wanderte jedoch noch vor 1910 nach Scranton im US-Staat Pennsylvania aus und zog nach dem Ersten Weltkrieg nach Philadelphia um. Der junge Bond arbeitete in den 1920er Jahren u. a. als PR-Agent, beschloss aber 1932 Ingenieur zu werden und studierte bis 1934 an der Marshall University in Huntington, West Virginia. Die Große Depression der 1930er vereitelten jedoch seine beruflichen Pläne. 1934 heiratete Bond und gründete eine Familie. Geld musste ins Haus. Bond beschloss sich als Schriftsteller zu versuchen.

Zunächst schrieb er Artikel, wobei er sich vor allem mit seinen Arbeiten über das Briefmarkensammeln über Wasser hielt. Bald versuchte sich Bond auch als Geschichtenerzähler. 1937 konnte Bond seine erste Story veröffentlichen, der er in rascher Folge viele, viele weitere folgen ließ: Er wurde ein Profi, der von den nicht gerade üppigen Honoraren leben musste, die von den Magazinen seiner Epoche gezahlt wurden, und folglich fleißig produzierte, was gerade gewünscht wurde.

Freilich gelang es Bond, trotz dieser Beschränkungen seine eigene Stimme zu finden und zu behaupten. Während er in seinen frühen Schriftsteller-Jahren thematisch praktisch jedes Thema der klassischen Science Fiction (Invasion, Zeitreise, Raumflug, Apokalypse usw.) aufgriff, prägte er (wenn ihm die Zeit blieb) seinen einfallsreich-schnurrigen Geschichten bald seinen trockenen, aus heutiger Sicht liebenswert verstaubten Sinn für Humor auf, den besonders seine Storys um den verschrobenen Anti-Raumhelden Lancelot Biggs unsterblich machten.

Bond arbeitete darüber hinaus für Radio, Fernsehen und Bühne. Seine Schriftstellerkarriere gab er Ende der 1950er Jahre weitgehend auf und kehrte in die Public Relation zurück. Später gründete er einen Laden für antiquarische Bücher. Nur noch selten schrieb er, blieb aber der SF-Szene verbunden. Mitte der 1990 Jahre erklärte er offiziell seinen „;Rücktritt” und wurde von den “;Science Fiction Writers of America” mit dem Titel eines „;Author Emeritus” geehrt. Seine persönlichen Unterlagen übergab Bond dem Archiv der Marshall University. Allerdings verfasste er noch seine Memoiren. Als “Schriftsteller im Ruhestand" lebte Bond in Roanoke, US-Staat Virginia. Hier ist er am 4. November 2006 wenige Wochen vor seinem 98. Geburtstag gestorben.

(Nelson Bond hat keine eigene Website, ist aber trotzdem im WWW stark präsent. Zu den ausführlichsten und schönsten Sites, die sich mit seiner Person und seinem Werk beschäftigen, zählt www.marshall.edu/library/speccoll/virtual_museum/bond/default.asp. Hier gibt es auch Links auf weitere interessante Bond- und SF-Websites.)

Phantastische Literatur von Nelson Bond:

  • Storysammlungen
    • (1946) Herrn Mergenthwirkers Lobblies
      Mr. Mergenthwirker’s Lobblies and Other Fantastic Tales
    • (1949) 31st of February
    • (1954) Insel der Eroberer Rezension
      No Time Like the Future
    • (1968) Nightmares and Daydreams
    • (2002) The Far Side of Nowhere
    • (2005) Other Worlds Than Ours
  • Sachbücher
    • (1953) Postal Stationary of Canada
    • (1974) James Branch Cabell: A Complete Checklist