Die Genhändler von Octavia E. Butler

Buchvorstellung

Die Genhändler von Octavia E. Butler

Originalausgabe erschienen 1989unter dem Titel „Xenogenesis“,deutsche Ausgabe erstmals 1999, 891 Seiten.ISBN 3-453-14897-5.Übersetzung ins Deutsche von Barbara Heidkamp.

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In Kürze:

Die Oankali sind durch die Weiten der Galaxis reisende Genhändler. Als sie die Menschen auf der verseuchten Erde entdecken, beschließen sie, daß dieser selbstzerstörerischen und gefährlichen Spezies das Recht auf Fortpflanzung genommen werden muß.

Die Menschheit bekommt eine zweite Chance -- doch zu welchem Preis? Nach der Beinahe-Selbstvernichtung im Dritten Weltkrieg werden die wenigen Überlebenden von einer merkwürdigen außerirdischen Spezies, den Oankali, aufgesammelt und neu angesiedelt. Überlebt hat auch Lilith Iyapo, die den Erneuerungsprozeß koordinieren soll. Aber die Oankali erwarten eine Gegenleistung: Die totale genetische Vermischung mit den Menschen, denn die Oankali sind Gen-Händler, deren Lebenszweck die ständige Veränderung ihrer selbst ist.

Einige Menschen wollen dieses Spiel nicht mitspielen -- sie plädieren für die Reinheit der menschlichen Rasse. Dies kann von den Oankali nicht akzeptiert werden, die Abtrünnigen werden sterilisiert. Grund: Man müsse durch die genetische Vermischung verhindern, daß die menschliche Spezies sich von Neuem zerstöre und damit auch die Oankali gefährde. Schließlich entführen die Rebellen Akin, Liliths kleinen Sohn, einen Mischling. Es müssen Kompromisse gefunden werden. Kann vielleicht Jodahs, ein geschlechtsloses Wesen, zum Teil Mensch, zum Teil Außerirdischer mit unglaublichen Fähigkeiten, Brücken zwischen den Menschen und ihren vermeintlichen Errettern bauen? Oder verliert die Menschheit am Ende all das, was sie menschlich macht? (Erik Möller)

Inhalt:

Ihre Meinung zu »Octavia E. Butler: Die Genhändler«

Beverly zu »Octavia E. Butler: Die Genhändler«19.04.2012
Zweifellos steckt die Xenogenesis voller genialer Ideen über unkonventionelle Formen des Austausches zwischen Menschen und Außerirdischer, die Octavia Butler in eine spannende Handlung packt.

Dummerweise übernehmen die Außerirdischen von den Menschen nicht nur Dinge wie Krebs - der für sie keine tödliche Wucherung, sondern eine wunderbare Form des Wachstums ist - sondern auch jenen anthropologischen Pessimismus, der auf der Erde zur Rechtfertigung so ziemlich jeder Tyrannei dient. Aus der bräsigen Parole "der Mensch ist schlecht" machen Wesen, die - wenn ich mich recht entsinne - seit einer Milliarde Jahren zwischen den Sternen reisen, einen Diskurs, demzufolge die Neigung zu Hierarchien und damit zur Selbstzerstörung in den Genen der Menschen verankert ist. Sozusagen ein genetisch verbrämter Aufguss des christlichen Diskurses von der Erbsünde. Jaja, wir sind alle schuldig geboren, weil Eva Adam einen Apfel gab, die Pro-Kopf-Verschuldung zu hoch ist oder eben die Hierarchien in den Genen verankert sind.
Wie ist es mit der Moral von Außerirdischen bestellt, die bedenkenlos einen menschlichen Diskurs - "der Mensch ist schlecht" - weiterführen, alldiweil sie den Menschen die Fähigkeit absprechen, auf Dauer in Frieden zu leben? An den Genhändlern fällt mir jedenfalls auf, dass sie nichts tun, wobei es nicht um ihren eigenen Vorteil geht. Sicher, sie retten die letzten Überlebenden eines von den Menschen selbst verschuldeten Atomkriegs und machen die dabei verwüstete Erde wieder bewohnbar. Aber die Menschen brauchen sie als Tauschpartner für ihr Erbgut, wobei der Tausch nicht einmal von gleich zu gleich geschieht. Die Erde entgifsten sie nur, damit sei später als Futter für ihre riesigen lebenden Raumschiffe dient, alldiweil die letzten Menschen auf den Mars verbannt werden. Vermutlich haben viele der von den Genhändlern so feinsinnig verachteten Menschen in ihrem Leben mehr Gutes getan, ohne an ihren Vorteil zu denken, als es diese Wesen taten.

Tut mir Leid, aber Octavia Butler ist mit ihren Genhändlern - unfreiweillig? - neben den "dreibeinigen Herrschern" von John Christopher eines der wenigen mir bekannten Porträts "böser" Außerirdischer gelungen. Eben, weil sie die Außerirdischen nicht als Monsterbacken mit Appetit auf Menschenauflauf darstellt und weil das Böse an ihnen nicht daraus resultiert, dass sie keine Menschen sind. Das Böse scheint eher universell und speziesübergreifend aus Gleichgültigkeit, Selbstüberhöhung und Herabsetzung anderer zu resultieren.
Roanna zu »Octavia E. Butler: Die Genhändler«07.07.2009
Es ist eine aussergewöhnliche Geschichte, über die letzten Menschen auf einer vom Krieg zerstörten und verseuchten Erde, die von ausserirdischen Wesen, den Oankali, aufgelesen werden. Sie machen die Erde wieder bewohnbar und bringen die Menschen geheilt und verbessert wieder zurück, es hat allerdings einen hohen Preis, den nicht alle Menschen bezahlen wollen. Die Oankali sind Genhändler, immer auf der Suche nach Spezies mit denen sie sich verschmelzen können, um sich selbst weiter zu entwickeln.
Die Autorin schreibt wirklich fesselnd, ich konnte das Verhalten der Menschen, die diese Wesen mit Tentakeln verabscheuten, aber auch das der Oankali gut nachvollziehen. Die Charaktere waren auf beiden Seiten sympathisch, das Leben der Menschen in ihren Widerstandsdörfern, die oft mit tödlichen Auseinandersetzungen untereinander zu kämpfen hatten, aber auch das sehr tiefverbundene Familienleben der Oankali mit ihren menschlichen Gefährten und Mischlingskindern wurde großartig beschrieben. Ungewöhnliche Ideen, eine tolle Geschichte, ein klasse Schreibstil, die Autorin hat ihre Auszeichnungen für diese Trilogie nicht umsonst bekommen.
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