Der Vampir von Melaten von Oliver Buslau

Buchvorstellungund Rezension

Der Vampir von Melaten von Oliver Buslau

Originalausgabe erschienen 2009deutsche Ausgabe erstmals 2009, 332 Seiten.ISBN 3897056690.

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In Kürze:

Als der legendäre Pianist Luc D’Auber in Köln ein Konzert gibt, sieht die Journalistin Gardis Schönborn ihre Chance: Niemand hat je ein Interview mit ihm gemacht, und niemand weiß genau, wer er ist. Nur eins ist sicher: Seine Musik verzaubert eine eingeschworene Fangemeinde. Nach dem Konzert sucht D’Auber überraschend Gardis Hilfe und eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt. Gardis gerät ins Fadenkreuz eines geheimen Vampirjägerordens und steht vor einer schweren Entscheidung. Ist D’Auber der gesuchte Vampir von Melaten?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein lokaler Vampir-Krimi der besonderen Art“78

Horror-Rezension von Verena Wolf

Gardis hat wirklich viel Pech. Erst fällt die freie Journalistin durch einen Unfall lange aus, dann erklärt ihr der Chefredakteur, dass ihre Artikelreihe leider jemand anders übernommen hat und sie nur mit einer absolut faszinierenden Geschichte wieder einen Fuß in die Lokalredaktionstür bekommt. Ein Bekannter erzählt ihr von dem geheimnisvollen Pianisten Luc D´Auber, der perfekt als Artikelobjekt geeignet wäre. Gardis beginnt zu recherchieren und mit Mühe und Hartnäckigkeit erfährt sie schließlich, wie und wo man eine Karte für das Konzert bekommt. Noch stärker als das Konzert beeindruckt sie der Pianist selbst, als sie ihn endlich kennen lernt. Aber er ist selbst auf der Suche. Plötzlich ist der pünktliche Abgabetermin für Gardis Artikel ihre geringste Sorge.

Originelle Geschichte statt aufgewärmter Horror

In „Der Vampir von Melaten“ geht es um einen Vampir in Köln, wie man messerscharf bei dem Titel vermuten kann, und einige Blutsaugerjäger finden ihren Platz. Aber es ist keine überromantische Teenager-Schmonzette, alle Hauptfiguren sind dem Highscool-Alter schon längst entwachsen. Das Buch wendet sich eindeutig an Erwachsene, bietet aber keinen reinen Horror mit haufenweise Holzpflöcken, Fledermäusen und Blut.

Der Stil des Buches ist nüchtern, kurz angebunden statt phantastisch verspielt. Hier und da schon fast zu knapp. Die Herangehensweise ans Thema ist durch die Befragungen und Recherchen der Journalistin und Morden, denen die Polizei nachgeht, weniger phantastik-typisch als dem Thriller verbunden. Hier merkt man, dass Buslau aus der Krimiecke kommt. Das ist aber nicht tragisch, sondern gibt der Geschichte Fahrt und steht im schönen Gegensatz zu den mystischeren Teilen. Nur das Ende des Buches erscheint da etwas glatt und nicht ganz dem aufgebauten logischen Regelwerk des Romans folgend.

Der Zauber der klassischen Musik

Wohltuend ist, dass dieser Roman vor der Haustür spielt und nicht in den USA oder den viel zitierten Fantasy-Handlungsort-Hauptstädten London und Paris, die meist bemüht werden, wenn es etwas geschichtlich werden soll. Köln ist eine gelungene Abwechslung und der Melatenfriedhof eine atmosphärisch gute Wahl. Buslau schlägt mit vielen Details sogar eine Brücke, wie die Blutsauger gerade in die Domstadt kamen. Schlau ist Buslaus Dreh, dass die Vampire in einer Zeitblase in der Vergangenheit leben und somit Gardis Treffen mit dem Vampir von Melaten gleichzeitig eine Reise in das weit dunklere, alte Köln bedeutet, was einen schönen Kontrast zu der beschriebenen Gegenwart der Hauptperson – und des Lesers – bildet.

Was aber vor allem den Reiz des Buches ausmacht, sind nicht Lokalkolorit und die Verknüpfung von Krimi-Elementen mit einer Vampirgeschichte, sondern die Allgegenwart der Faszination durch Musik. Buslau ist Musikjournalist, weiß, wovon er redet und hat keine Scheu, den Zauber von klassischer Musik als Akteur einzubauen. Das mitternächtliche Konzert des Pianisten, das in absoluter Dunkelheit in einer geisterhaft stillen, obwohl vollbesetzten Philarmonie stattfindet, wird eindrucksvoll aus Gardis Sicht beschrieben. Auch ist Luc auf der Suche nach einem alten, geheimnisvollen Musikstück, das mit seinen Harmonien für ihn auf mehr als einer Art Erlösung bringen könnte. So schlägt Buslau den Bogen von Fantasy im klassischen Sinne zu der vollkommen realen Magie der Klassik. Ein etwas anderer Vampirroman mit Klang!

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