Die Kälte in dir von Oliver Kern

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2013, 442 Seiten.ISBN 3802592891.

»Die Kälte in dir« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

In einer abgelegenen Villa in der Nähe von Stuttgart wird die bereits stark verweste Leiche eines Mannes gefunden. Auffällig sind großflächige Wunden am Oberkörper. Der Fall wird Kommissarin Kristina Reitmeier zugeteilt. Ausgerechnet jetzt verliert die notorische Raserin für drei Monate ihren Führerschein. Daniel Wolf, angehender Polizeipsychologe und wegen eines Disziplinarverfahrens eigentlich vom Dienst beurlaubt, wird zum Chauffeur abgeordert. Keine leichte Situation für die beiden. Bald darauf werden weitere Leichen entdeckt, denen eines gemeinsam ist: Sie alle sind stark übergewichtig.

Ihre Meinung zu »Oliver Kern: Die Kälte in dir«

anyways zu »Oliver Kern: Die Kälte in dir«20.10.2015
Stuttgart im Hochsommer, die Kriminalistin Kristina Reitmeier hat wiederholt versucht ihren Problemen mit einer ordentlichen Portion Gaspedal durchdrücken davon zu fahren, mit dem Ergebnis das sie jetzt 3 Monate ohne ihr geliebtes Auto und den dazugehörigen Führerschein leben und arbeiten muss. Fast zeitgleich wird im Umland das erste Mordopfer aufgefunden. Bizarr sind die großflächigen Wunden und das Fehlen von einer nicht unerheblichen Masse Bauchfetts, denn der Tote war stark übergewichtig. Kristina muss flexibel bleiben, deswegen wird ihr, der wegen einer Liebesbeziehung zu der Tochter eines russischen Oligarchen, in Ungnade gefallene angehende Kriminalpsychologe Daniel Wolf als Fahrer zugeteilt. Für Beide keine gute Konstellation. Erschwerend kommt hinzu, das Daniel nicht unbedingt nur den Chauffeur spielen will, sondern nur zu gerne aktiv ermittelt.

VORSICHT SPOILER-WARNUNG!!!!

Ich muss gleich zu Anfang eine Spoiler Warnung setzen, weil ich sonst ganz schlecht beschreiben kann, warum dieser Thriller mir fast gänzlich nicht gefallen hat, bzw. einfach unglaubwürdig ist.
Dabei ist er nicht gänzlich schlecht, die beiden Hauptprotagonisten bieten viel Potenzial, sind in ihrem Agieren glaubwürdig und interessant. Die Spannungsbögen, die Nebendarsteller und die Schauplätze sind sehr gut gewählt und bieten wirklich alles was einen guten Thriller ausmacht, wenn da nicht die Motivation des Mörders wäre. Dieser leidet nach der Vermutung der ermittelnden Beamten an einer Stoffwechselerkrankung, einer Schilddrüsenüberfunktion. Deswegen "klaut" er Fett von seinen Opfern, das er aufbereiten lässt, um seinen enormen Energiebedarf zu decken. Entschuldigung, das ist völliger Blödsinn. Ein Morbus Basedow kann heutzutage sehr gut erst einmal mit Medikamenten therapiert werden, falls das nicht hilft kann man auf eine Operation oder eine Radiojodtherapie zurückgreifen. Außerdem wird der Mörder nicht daran sterben dass er einen zu großen Grundumsatz hat, sondern er wird eher, bei einer Nichtbehandlung seiner Erkrankung, an einem Herzinfarkt sterben. Das war eigentlich mein Hauptmanko, die schlechte Recherche einer Erkrankung, die fast 15 % aller Schilddrüsenfehlfunktionen ausmachen. Dann erklärt uns der Autor auch nicht wie das aufbereitete Fett dem "Patienten" verabreicht werden soll. Es tut mir leid, aber nicht nur weil ich über rudimentäre medizinische Kenntnisse verfüge, sondern auch in meinem persönlichen Umfeld viel mit dieser Erkrankung zu tun hatte, können mir diese Thesen des Autors nicht gefallen.
wendelin zu »Oliver Kern: Die Kälte in dir«08.05.2014
Kommissarin Kristina Reitmeier trifft es hart. Der Führerschein ist weg und eine besonders übel zugerichtete Leiche macht ihr zu schaffen. Über Waiblingen brütet die Sommerhitze, ihr Team ist stark dezimiert und als weitere Leichen auftauchen, setzt man ihr auch noch einen äußerst unsympathischen LKA-Ermittler vor die Nase. Daniel Wolf, angehender Polizeipsychologe und wegen eines Disziplinarverfahrens eigentlich vom Dienst beurlaubt, wird zum ihrem Chauffeur abgestellt, was diesen nicht gerade glücklich macht. Eine brisante Situation und ein Fall, der ungeahnte Dimensionen annimmt.

Die Story ist gut konstruiert, birgt einige überraschende Wendungen und wartet mit vielen Cliffhangern auf, die den Spannungsbogen kontinuierlich hoch halten. Und auch das Finish lässt kaum Wünsche offen. Dass am Ende einige lose Enden übrig bleiben, kann ich verschmerzen.

Die Charaktere der Protagonisten sind überzeugend. Kristina und Daniel, beide keine Vorzeigepolizisten, die eher durch ihre Alleingänge als durch Teamarbeit auffallen, bringen zusätzliche Spannung ins Geschehen ein. Der Kommissarin hätte etwas mehr Humor gut getan, dann wäre sie etwas sympathischer rübergekommen. Dafür hat mir der zurückhaltende finnische Spurensicherer gut gefallen. Die Figuren haben auf jeden Fall alle noch genügend Entwicklungspotenzial, für eine Serie. Einzig der LKA-Ermittler war mir zu klischeehaft dargestellt. Hätte ein wenig mehr Profil gebraucht, um als Kontrapunkt zu Kristina zu funktionieren.

Alles in Allem ein gelungenes Krimi-Debüt von Oliver Kern. Bleibt zu hoffen, dass Teil 2 der geplanten Serie hält, was Teil 1 verspricht – gute und spannende Unterhaltung.

PS: Ich wäre allerdings froh, wenn der Verlag beim nächsten Buch die Schrift etwas größer wählen könnte. Es war trotz Brille sehr anstrengend zu lesen!
Ihr Kommentar zu Die Kälte in dir

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.