Die Krieger der Stille von Pierre Bordage

Buchvorstellungund Rezension

Die Krieger der Stille von Pierre Bordage

Originalausgabe erschienen 1993unter dem Titel „Les guerriers du silence“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 224 Seiten.ISBN 3-453-52897-2.Übersetzung ins Deutsche von Ingeborg Ebel.

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In Kürze:

Das Science-Fiction-Ereignis des Jahres! Mit über 50.000 verkauften Exemplaren ist Pierre Bordage der erfolgreichste französische SF-Autor aller Zeiten, der in seinem Heimatland selbst Dan Simmons oder Peter F. Hamilton weit hinter sich lässt. „Die Krieger der Stille“ ist der Auftakt zu einem gewaltigen Epos, wie es seit Der Wüstenplanet nicht mehr geschrieben wurde: Die Geschichte unserer fernen Zukunft!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Episches Zukunftsmärchen“87

Science-Fiction-Rezension von Holger Schmidt

In der phantatischen Literatur wimmelt es geradezu von einem Seitenzweig der menschlichen Spezies: Dem Homo Schurkus, auch gemeiner Kapuzenmann genannt. Deutlichstes Merkmal der wenig possierlichen Manifestation menschlichen Fehlverhaltens ist seine Kopfbedeckung. Darunter lässt sich so manch dunkler Gedanke verbergen und bestens Ränke schmieden. In beinahe jedem zweiten Fantasyroman treibt so ein Kapuzenmann sein Unwesen; ob satanische Rituale bei Nacht und Nebel, Zauberei und dunkle Magie, Vatikanverschwörungen oder das Ozonloch, die Schuld ist stets bei dem mysteriösen Kapuzenmann zu finden. Und selbst in tausenden von Jahren ist die Menschheit vor den vermummten Bösewichtern nicht sicher, wie Pierre Bordages Roman eindringlich dokumentiert.

Wenn Gedanken töten können

Die Skayten vom Planeten Hyponeros sind für ihre telepathischen Fähigkeiten bekannt. Um sich vor dem Eindringen eines Skayten in die eigenen Gedanken zu schützen, verfügen Adelige über eine spezielle Leibgarde, die sie mental abschirmt. Als die Skayten jedoch die Fähigkeit erlangen, mit Gedankenkraft zu töten, ist es mit der scheinbaren Sicherheit vorbei. Die menschenähnlichen Kunstwesen sind nun nicht mehr aufzuhalten. Gemeinsam mit der korrupten Kirche des Kreuzes und den überall gefürchteten Pritiv-Söldner, greifen die Skayten nach der Macht auf den von Menschen bewohnten Planeten.

Tixu ist Angestellter in einem Reisebüro, das Menschen mithilfe einer Teleportationstechnik zu anderen Welten befördert. Unzufrieden mit seinem sinnlos erscheinenden Job und seinem Leben im Allgemeinen, gelingt es Tixu die meisten Kunden schnell zu vergraulen. Ein chaotisches Büro und unangenehme Körperdüfte schrecken seine neueste Kundin jedoch nicht ab. Die wunderschöne Aphykit ist leider vollkommen mittellos. Zudem scheint sie vor irgend etwas wegzulaufen. Becirct von den Reizen der jungen Frau, arrangiert Tixu kurzerhand eine Reise ohne Bezahlung. Dass er damit seinen Job riskiert, ist ihm egal. Als Aphykit abgereist ist, trachten Fremde auch Tixu nach dem Leben. Nachdem er nur knapp einem Angriff überlebt, beschließt Tixu der Schönen zu folgen. Noch weiß er nicht, dass das Mädchen vielleicht die letzte Hoffnung für die friedliebende menschliche Zivilisation darstellt.

SciFi oder Fantasy?

Von einem üppigen, eine Weltraumszene darstellenden Umschlagbild in die Irre geführt, schlägt der Leser die ersten Seiten dieses Romans auf, und wundert sich: Die Menschheit lebt auf unzähligen Welten, es gibt aber keine Raumfahrt. Sternenschiffe sucht man vergebens. Auch futuristische Technik, künstliche Intelligenzen, Roboter, Datennetzwerke oder sonstige Science-Fiction-Standards, sind mit der Lupe zu suchen. Wenn überhaupt, dann ist „Die Krieger der Stille“ als ein Zukunftsmärchen zu bezeichnen. Dafür spricht auch die eher für Fantasy typische Sprache des Autoren. Lediglich die unterschiedlichen Kapiteleinleitungen – fiktive Lexikoneinträge, Lyrik, religiöse Texte – erinnern an den oftmals als Vergleich herangezogenen „Wüstenplaneten“.

Dieses Buch ist der Beginn einer Reihe, das macht auch ein von Anfang an sehr in die Breite gehender Weltentwurf deutlich. Haupthandlungsstrang ist die Geschichte von Tixu und Aphykit, sowie der Putsch der Verschwörer. Nebenbei schlüpft der Leser in die Haut vieler anderer Bewohner dieses Universums. Teilweise sind diese Nebenkapitel abgeschlossen, wirken wie eigenständige Erzählungen. Dieser ungewöhnliche und sehr unterhaltsame Aufbau allein macht diesen Roman schon zu einem besonderen Vergnügen.

Phantastische Lesemomente trotz Kapuzenmann

Und es geht noch weiter: Auf der Basis eines „Gut-gegen-Böse-Märchens“ entwirft Bordage die faszinierende Welt unserer fernen Zukunft. Begriffe wie „farbenprächtig“ und „opulent“ drängen sich unweigerlich auf. Tatsächlich hat Bordages Geschichte eine epische Tiefe, die von den ersten Seiten an fesselt. Tixus Odyssee erinnert phasenweise an Dan Simmons „Hyperion“, vor allem auch, weil der Autor durch die mannigfaltigen Charaktere und Blickwinkel einen umfassenden Blick auf sein Universum vermittelt. Hinzu kommt der märchenhafte, beinahe lyrische Umgang mit der Geschichte. Das Ende wirkt jedoch etwas unspektakulär, da es die Geschichte nicht abschließt. Die wenigsten werden sich wohl darüber ärgern, nun auch noch zum Lesen des zweiten Bandes genötigt zu werden. Die Schwächen des Romans kann man an einer Hand abzählen. Eine davon sind sicher das eine oder andere sinn- und zwecklos erscheinende Kapitel. Hier tritt der eingangs erwähnte Kapuzenmann in Erscheinung und verfolgt seine bösartigen Absichten, will mit seinen fadenscheinigen Motiven aber nicht so recht überzeugen. Diejenigen Leser, die von einem SF-Roman eben auch Science erwarten, müssen sich in Enthaltsamkeit üben. Nichtsdestotrotz – vielleicht auch gerade deswegen – ist dieses Buch ein epochales Zukunftsmärchen, das eine zeitlose Geschichte erzählt und sicher für viele faszinierende Leseabende sorgen wird.

Ihre Meinung zu »Pierre Bordage: Die Krieger der Stille«

Aldo zu »Pierre Bordage: Die Krieger der Stille«10.07.2012
Ich finde dieses Buch wirklich spannend. Es erinnert mich im übrigen weniger an den Wüstenplaneten als vielmehr an Geschichten von Jack Vance, der in Frankreich ja auch bekannter ist als bei uns und dessen Erzählungen im Zwischenbereich zwischen SF und Fantasy angesiedelt sind. Es müssen eben nicht immer Raumschiffe auftauchen! SF hat auch mit zukünftiger Gesellschaft zu tun.
geronimo zu »Pierre Bordage: Die Krieger der Stille«12.07.2009
Vorsicht Etikettenschwindel! Dieser Roman, der erste einer Trilogie, ist für mich eher spannungsarm erzählte Fantasy als Science Fiction. Bordage verwendet zwar SF-Gimmiks wie Teleporter und Raumschiffe als Mittel, um die Ausweitung der Handlung auf verschiedene Planeten zu rechtfertigen, erzählt aber im Grunde eine »Ärger im Märchenkönigreich«- Geschichte. Der Held der Geschichte wird zumal als dicklicher Verlierertyp beschrieben, der jedoch während des Romans auf wundersamerweise ständig Glück hat und am Ende des Romans auch noch das schönste Mädchen abkriegt!? Hat Autor Pierre Bordage da irgendwelche Jugenderinnerungen kompensiert? Irgendwas passt da nicht zusammen. Ich hätte das Buch quasi nach jeder gelesenen Seite weglegen können: für mich ein Indikator für fehlende Spannungsbögen. Positiv: Bordage hat wirklich ein phantasievolles, wenn auch düsteres, Universum mit viel Lokalkolorit erschaffen. Ein Buch für Fantasy-Fans, nicht für Techies. Maximal 50 Punkte.
JoeJoe7 zu »Pierre Bordage: Die Krieger der Stille«24.05.2009
also dass dieses buch als meisterwerk gefeiert wird kann ich absolut nicht verstehn
der schreibstil ist absolut trocken, die handlung zäh
ich kann damit nichts anfangen und hab es auch nur bis zu einem drittel gelesen und selbst wenn das buch von der handlung noch spannender wird, so bin ich trotzdem bereits davon überzeugt, dass es sich absolut nicht lohnt zeit dafür zu opfern

es bietet einfach nichts keine Spannung keine Ironie, keine anspielungen, keine "science"(es werden einem "lufttreppen" und "luftfenster" hingeworfen ohne das man kapiert was das sein soll)
Handeln und Denken der protagonisten sind nicht nachvollziehbar jede einzelne szene ist enorm zäh u. langatmig aufgenaut, wodurch absolut keine Stimmung aufkommt, es ist einfach schlecht- Es gibt wirklich besseres.
Shrike zu »Pierre Bordage: Die Krieger der Stille«24.01.2008
Ich fand das Buch eine epische Wucht! Die Weltenschöpfung erinnerte mich wirklich an den Wüstenplaneten.
Ein Auftakt, der mich gefesselt hat. Am Anfang war es schwer in die Handlung rein zu kommen, ich wurde dann aber immer tiefer rein gezogen und war plötzlich am Ende. Hoffentlich kommt bald mehr!
Ich will Wissen wie es in diesem Sternenreich mit der bizarren Sekte weiter geht.
Ein spannender, unterhaltsamer, sogar leicht spiritueller Roman.
Mir hat er Spaß gemacht!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
nicolas zu »Pierre Bordage: Die Krieger der Stille«17.11.2007
In frankreich wird dieses roman als ein meisterwerk betrachet. Das ist das erstes roman von pierre bordage, aber er hat nichts besser geschrieben. Doch erschient er im November ein neues space opera in frankreich, bruder Ewen, der sehr gut zu sein scheint.
Rene zu »Pierre Bordage: Die Krieger der Stille«11.07.2007
Dieses Buck könnte der Auftakt zu einer wundervollen und Abendfüllenden Reihe von Büchern werden.Der Anfang ist auf Grund der doch etwas absonderlichen Namen schwer zu lesen, aber je weiter man kommt um so leichter und Spannender wird es.Das Ende kommt dann doch sehr überraschend näher und macht lust auf mehr.Ich habe die 750 Seiten in 5 Tagen geschaft trotz Arbeit und Kind, ich glaube das sagt alles.Ich wünsche allen die es lesen viel Spass und Spannende Stunden.
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