Die totale Erinnerung von Piers Anthony

Buchvorstellungund Rezension

Die totale Erinnerung von Piers Anthony

Originalausgabe erschienen 1989unter dem Titel „Total Recall“,deutsche Ausgabe erstmals 1990, 250 Seiten.ISBN 3-404-13285-8.Übersetzung ins Deutsche von Uwe Anton.

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In Kürze:

Eigentlich ist der brave Douglas Quiad ganz zufrieden mit seinem Leben. Er verdient genug Geld, hat eine nette Wohnung und eine reizende, junge Frau, die ihn zu lieben scheint. Nur ein seltsamer Traum verfolgt ihn Nacht für Nacht: Mit einer wunderschönen, unbekannten Frau sitzt er auf dem Mars in einer Felsspalte fest. Sein heimliches Verlangen, den Mars einmal zu besuchen und vielleicht die rätselhafte Unbekannte zu treffen, treibt ihn zu „;Total Recall“;, einer Organisation, die statt teuerer Pauschalreisen billige Urlaubserinnerungen verkauft. Doch kaum hat Quaid sich eine Dosis Mars-Erinnerungen verpassen lassen, gerät sein Leben in die wildesten, abenteuerlichsten Turbulenzen: Killer machen Jagd auf ihn, sein bester Freund entpuppt sich als Agent, und seine Frau behauptet, gar nicht seine Frau zu sein…

Das meint phantastik-couch.de: „Die Schwächen des Films leider nicht ausgemerzt“45

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Douglas Quaid ist ein großer stattlicher Mann. Seinen muskulösen Körper hat er seiner Tätigkeit als Bauarbeiter, bei der er den Preßlufthammer bedient, zu verdanken. Stellen wir und Douglas Quaid einfach mal so vor wie Arnold Schwarzenegger. Ein solch gestandenes Mannsbild hat natürlich auch eine schöne Frau, doch mit seinem kargen Bauarbeiter-Verdienst lassen sich nicht gerade große Sprünge machen. So muß auch die Reise zum – mittlerweile besiedelten – Mars wohl ein Traum bleiben. Für Douglas Quaid der Traum seines Lebens – fast jede Nacht träumt er das gleiche Abenteuer auf dem Mars, bei dem er mit seiner Traumfrau zusammen ist und zum Schluß in einen Abgrund stürzt.

Die Sehnsucht nach dem roten Planeten geht schließlich soweit, daß er einem Werbeangebot erliegt: die Firma Recall verkauft Erinnerungen. Das menschliche Gehirn wird so programmiert, daß man glaubt, man hätte alles tatsächlich erlebt. So schließt Doug dann einen Vertrag mit Recall über zwei Wochen Urlaub auf dem Mars. Nach der Programmierung wird er nicht mehr wissen, daß er bei Recall war, doch jede Minute seines Marsurlaubs wird in seinem Gedächtnis bleiben.

So weit zur Theorie – doch etwas läuft schief! Während der Konditionierung flippt Douglas aus, die Behandlung wird abgebrochen. Was danach folgt, lässt Doug an seinem Verstand zweifeln. Auf dem Nachhauseweg wird er von seinem Arbeitskollegen Harry und drei weiteren Männern tätlich angegriffen. Doug tötet alle vier Männer wie eine Kampfmaschine, dabei ist ihm nicht mal bewusst, daß er solche Talente besitzt. In seiner Wohnung stellt er fest, daß er weitere Verfolger hat. Als er aus dem Bad kommt, wird auf ihn geschossen. Doch er kann den Angreifer unschädlich machen – und stellt fest, daß der Schütze seine eigene Frau ist.

Doch er hat keine Zeit, dies alles zu verarbeiten; er muß schon wieder flüchten, denn seine Verfolger sind ihm dicht auf den Fersen. In Dougs Gehirn herrscht totale Verwirrung. Was ist Realität und was ist Traum? Welche seiner Erinnerungen sind wirklich und was fehlt ihm in seinem Gedächtnis?

Nur eine Nacherzählung des Films

Nach einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick inszenierte Paul Verhoeven seinen Film „Total Recall“, danach schrieb Piers Anthony den Roman zum Film. Was kann man von einem solchen zweiten Abklatsch noch erwarten?

Nun, es gibt wesentlich schlechtere Bücher, die nachträglich zu Filmen verfasst wurden. Andererseits aber muß man ganz klar kritisieren, daß sich das Buch fast zu nahe an den Film hält, denn hier hätte die Möglichkeit bestanden, die Schwächen des Films – die ein Action-Film fast zwangsläufig haben muß – auszumerzen. Das Tempo des Films hat Piers Anthony zweifellos beibehalten. Auch die Zusammenhänge erschließen sich teilweise besser als im Film. Doch die stupiden Dialoge fast exakt in Buchform zu übernehmen, das muß man den Lesern nicht unbedingt antun. Hier hätte sich Mr. Anthony mehr Mühe geben können und seine Stärken als Schriftsteller besser ausspielen sollen.

Der Film „Total Recall“ ist keineswegs schlecht, ganz im Gegenteil, doch eine Nacherzählung in Schriftform aufs Papier zu bringen, das hätte jeder Abiturient in gleicher Weise geschafft. Wer den Film bereits kennt, für den ist das Buch absolut überflüssig, für den Rest bietet sich hier ein einfach geschriebener Action-Roman, der gut unterhalten kann.

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