Universum ohne Ende von Poul Anderson

Buchvorstellung

Universum ohne Ende von Poul Anderson

Originalausgabe erschienen 1970unter dem Titel „Tau Zero“,deutsche Ausgabe erstmals 1972, 142 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Birgit Ress-Bohusch.

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In Kürze:

Flug in die Unendlichkeit
25 Männer und 25 Frauen, Raumfahrer, Techniker und Wissenschaftler, die zur Elite der Menschheit gehören, gehen an Bord der Leonora Christine. Mit ihrem neuartigen Raumschiff wollen sie 32 Lichtjahre überwinden und auf einem Planeten der Sonne Beta Virginis eine Kolonie gründen. Doch Mannschaft unn Passagiere der Leonora Christine erreichen nicht ihr Ziel. Das schiff gerät in ein Materiefeld; das Bremssystem wird zerstört. Und so sind die Männer und Frauen an Bord dazu verurteilt, immer weiter in den Kosmos vorzudringen, bis die Sonnen und Planeten sterben und ein neues Universum geboren wird …

Ihre Meinung zu »Poul Anderson: Universum ohne Ende«

Mibe zu »Poul Anderson: Universum ohne Ende«22.09.2013
Eine Mischung mit einer üblichen Liebesgeschichte, Streit, menschliche Entgleisungen, neue Partnerschaften – alles noch nachvollziehbar.
Die technischen Ausstattungen sind merkwürdig: Jedem Astronauten werden Zellen mit 2m*4m zugemutet. Musik wird auf Tonband gespielt. Die Rechentechnik heißt „Komputer“, ein vorsintflutliches Dings. Es würde mich wundern, wenn man mit so einem Raumschiff irgendwo kontrolliert landen kann.
Die naturwissenschaftliche Komponente ist nicht durchdacht. Das bemerkt man im 6. Kapitel. Zuerst werden sehr komplizierte Überlegungen über die Relativitätstheorie abgehandelt um den Lesern die Zeitdilitation verständlich zu machen, was vermutlich nicht gelingt: Um das zu verstehen muss man Vorkenntnisse haben, allerdings kann man auf einer Seite auch die Relativitätstheorie auch nicht umfassend darlegen.
Die theoretischen Abhandlungen sind von der Logik unerschließlich:
„Würde man Tau (es wurde nirgendwo erklärt, was Tau eigentlich sein soll, daher Nachhilfe: Es ist das Ergebnis von Wurzel(1-v^2/c^2) auf der vorigen Seite und misst die relativistische Zeitdehnung) auf der vorigen Seite) bis auf 1/100 herabmindern und in den freien Fall gehen, dann könnte man ein Lichtjahrhundert in einem einzigen Lebensjahr zurücklegen. Der Antrieb könnte das schaffen. Es wäre sogar dumm, ihn auszuschalten und frei dahinzuschweben, wenn die Möglichkeit besteht, Tau zu reduzieren.
Alles klar? Was nun - Antrieb anschalten oder abschalten? Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass der Autor nicht viel Ahnung hat sondern nur hochtrabend und weitläufig irgendwas, das pseudo-intelligent liest.
Oft sind die math.-physikalischen Abhandlungen mit dilletantischsten peinlichen Fehlern durchsetzt.
Als Rechenergebnis präsentiert der Autor, dass das Raumschiff, das seit mindestens einem Jahr mit 1g beschleunigt wurde, so: „Die Erde war 300.000 Kilometer entfernt.“ Nein! Das kann eine Raumfähre im 20. Jahrhundert in 10 Stunden, ohne relativistische Effekte. Hier braucht man keine Relativitätstheorie sondern die gesunde Anschauung, ein 12jähriger müsste erkennen, dass das Ergebnis nicht richtig sein kann.
300.000 km entspricht nicht mal der Entfernung zum Mond, was haben die Astronauten da dann jahrelang gemacht?
Letztlich scheitert so ein Raumflug aus einfachen Gründen: Bei Tau gegen 0 kann man gar keine Sterne auf der Kommandobrücke sehen, es sei denn, man hat Augen die Gammastrahlung sehen und auch jahrelang ertragen kann, denn durch den Doppler-Effekt würden die Frequenzen entsprechend des Kehrwertes von Tau erhöht werden. Das hat der Autor wiederum übersehen.
Mibe zu »Poul Anderson: Universum ohne Ende«22.09.2013
Eine Mischung mit einer üblichen Liebesgeschichte, Streit, menschliche Entgleisungen, neue Partnerschaften – alles noch nachvollziehbar.
Die technischen Ausstattungen sind merkwürdig: Jedem Astronauten werden Zellen mit 2m*4m zugemutet. Musik wird auf Tonband gespielt. Die Rechentechnik heißt „Komputer“, ein vorsintflutliches Dings. Es würde mich wundern, wenn man mit so einem Raumschiff irgendwo kontrolliert landen kann.
Die naturwissenschaftliche Komponente ist nicht durchdacht. Das bemerkt man im 6. Kapitel. Zuerst werden sehr komplizierte Überlegungen über die Relativitätstheorie abgehandelt um den Lesern die Zeitdilitation verständlich zu machen, was vermutlich nicht gelingt: Um das zu verstehen muss man Vorkenntnisse haben, allerdings kann man auf einer Seite auch die Relativitätstheorie auch nicht umfassend darlegen.
Die theoretischen Abhandlungen sind von der Logik unerschließlich:
„Würde man Tau (es wurde nirgendwo erklärt, was Tau eigentlich sein soll, daher Nachhilfe: Es ist das Ergebnis von Wurzel(1-v^2/c^2) auf der vorigen Seite und misst die relativistische Zeitdehnung) auf der vorigen Seite) bis auf 1/100 herabmindern und in den freien Fall gehen, dann könnte man ein Lichtjahrhundert in einem einzigen Lebensjahr zurücklegen. Der Antrieb könnte das schaffen. Es wäre sogar dumm, ihn auszuschalten und frei dahinzuschweben, wenn die Möglichkeit besteht, Tau zu reduzieren.
Alles klar? Was nun - Antrieb anschalten oder abschalten? Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass der Autor nicht viel Ahnung hat sondern nur hochtrabend und weitläufig irgendwas, das pseudo-intelligent liest.
Oft sind die math.-physikalischen Abhandlungen mit dilletantischsten peinlichen Fehlern durchsetzt.
Als Rechenergebnis präsentiert der Autor, dass das Raumschiff, das seit mindestens einem Jahr mit 1g beschleunigt wurde, so: „Die Erde war 300.000 Kilometer entfernt.“ Nein! Das kann eine Raumfähre im 20. Jahrhundert in 10 Stunden, ohne relativistische Effekte. Hier braucht man keine Relativitätstheorie sondern die gesunde Anschauung, ein 12jähriger müsste erkennen, dass das Ergebnis nicht richtig sein kann.
300.000 km entspricht nicht mal der Entfernung zum Mond, was haben die Astronauten da dann jahrelang gemacht?
Letztlich scheitert so ein Raumflug aus einfachen Gründen: Bei Tau gegen 0 kann man gar keine Sterne auf der Kommandobrücke sehen, es sei denn, man hat Augen die Gammastrahlung sehen und auch jahrelang ertragen kann, denn durch den Doppler-Effekt würden die Frequenzen entsprechend des Kehrwertes von Tau erhöht werden. Das hat der Autor wiederum übersehen.
Michael Haul zu »Poul Anderson: Universum ohne Ende«17.02.2010
In nicht allzuferner Zukunft hat die Menschheit den Durchbruch geschafft: Erste interstellare Raumschiffe, beschleunigt vom sogenannten Bussard-Antrieb, reisen zu den erdnächsten Sternen. Der Bussard-Antrieb erzeugt ein gewaltiges Magnetfeld, das den interstellaren Wasserstoff, der vor dem Schiff treibt, einfängt und in einem Fusionsaggregat bündelt, das dann einen ständigen Schub erzeugt. Auf diese Weise nähert sich das Schiff immer stärker der Lichtgeschwindigkeit an, während die Zeitdilatation an Bord immer mehr zunimmt.


Das Sternenschiff Leonora Christine tritt seine Reise zum 32 Lichtjahre entfernten Beta Virginis an. An Bord: Fünfzig fortpflanzungsfähige Männer und Frauen, die den dritten Planeten von Beta Virginis kolonisieren sollen. Läuft alles nach Plan, dauert die Hinreise an Bord fünf Jahre, während auf der Erde mehr als 32 Jahre vergehen. Aber es kommt anders: Das Schiff schießt mit Fast-Lichtgeschwindigkeit durch eine zuvor unbemerkt gebliebene dichte Gaswolke im interstellaren Raum. Dabei wird das Bremssystem der Leonora Christine beschädigt. Da die Magnetfelder des Bussard-Antriebs zugleich als Schutzschild gegen die extreme kosmische Strahlung fungieren, kann Captain Lars Telander den Schub des Schiffes auch nicht abschalten. Ein entsetzlicher Schock für die Crew.


Das Schiff ist gezwungen, immer weiter und immer weiter zu beschleunigen. Immer schneller rast es durch das All, nähert sich immer mehr der Lichtgeschwindigkeit, bis die Zeitdilatation an Bord gewaltige Dimensionen erreicht: Während draußen im All Jahrtausende verstreichen, vergehen an Bord Tage. Das Schiff verlässt derweil erst die Galaxis und bald die Lokale Gruppe. An Bord harren die Menschen Jahr für Jahr aus, haben aber immer stärker mit ihrer Verzweiflung zu kämpfen ...


Tau Zero gehört zu Poul Andersons bekannteren Romanen und ist „Hard SF“ in Reinkultur. Der Roman baut auf einer faszinierenden Spekulation auf: Was wäre, wenn ein fast lichtschnelles Raumschiff immer weiter beschleunigte, bis draußen im All die Jahrmilliarden nur so vorbeirauschen? Anderson exerziert diese Spekulation konsequent durch. Dafür nutzt er gängige physikalische theoretische Konzepte, so den Bussard-Antrieb und kosmologische Modelle von der Entwicklung und vom Ende des Alls (offen oder geschlossen? Langsames Verglimmen oder erneuter Urknall? Das sei hier nicht verraten).

Das ist von der naturwissenschaftlichen Seite her schon interessant. Je weiter die Handlung fortschreitet, desto mehr fühlt man sich gedrängt, die Sache mit dem Einsteinschen Universum und der immer absurder werdenden Zeitdilatation doch noch einmal zu durchdenken. Die Absurdität wird immer schriller, es beschleicht einen das Gefühl, dass der lupenreine Einstein noch nicht der theoretischen Weisheit letzter Schluss sein kann. Aber das ist gar nicht Andersons Thema. Hier ist Einstein die Grundlage der Story, ohne Wenn und Aber.


Gegen Ende wird die Auflösung des Problems der Leonora Christine und der Besatzung dann etwas absurd und unglaubwürdig, aber das ist nicht der Kern der Geschichte.


Problematischer ist das menschliche Drama, das Anderson erzählt. Es liegt auf der Hand: Die Situation einer Mannschaft, die in ihrem Sternenschiff über Jahre eingesperrt ist und kein Entkommen sieht, birgt gewaltigen menschlichen Sprengstoff. Leider gelingt Anderson hier keine Zuspitzung. Größere Konflikte gibt es keine, und der Schiffspolizist Charles Raymont, der zugleich die Hauptfigur des Romans ist, verschafft sich von Anfang an eine so starke Autorität, dass letzten Endes alle schön brav bleiben. Die Figuren hadern zwar mit ihrem Schicksal, leiden, weinen und versuchen doch, das beste aus der Situation zu machen. Wirklich dramatisch erzählt ist das aber leider nicht, man kann sich in die flachen Charaktere kaum einfühlen. Viel Raum nehmen wieder einmal Beziehungsfragen ein, sodass wir uns erneut in einer Andersonschen Seifenoper befinden. Die Figuren wirken zudem auch inzwischen ziemlich angestaubt.


Immerhin lässt sich der Roman mit seinen knapp 150 Seiten flott herunterlesen und bietet eine gewisse Kurzweil. Eine altmodische Space Opera, die vor allem von ihrem wissenschaftlichen Gedankenexperiment getragen wird.
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