Richard L. Tierney

Richard L. Tierney (geb. 1936) ist ein zurückgezogen lebender Schriftsteller, der „Sword & Sorcery“-Geschichten im Stil der Pulp-Magazine à la „Weird Tales“ schreibt. Einen gewissen Namen hat er sich als 'Co-Autor’ von Robert E. Howard gemacht, der bei seinem Tod 1936 eine große Anzahl nie vollendeter Manuskripte hinterließ, an deren Vollendung sich viele Verfasser versuchten, nachdem Howard postum zu Ruhm gekommen war. Auf Howard geht u. a. die Figur der „Roten Sonja“ zurück, die Tierney in Zusammenarbeit mit David C. Smith 1981-83 in sechs rasanten und unterhaltsamen aber trivialen Romanen aufleben ließ. Ähnliche literarische Exhumierungen weckten Bran Mak Morn und Cormac Mac Art.

Tierneys Werk lebt weiterhin von der Affinität zum Werk des Howard Phillips Lovecraft (1890-1937), dessen „Cthulhu“-Geschichten zu einem Mythos der modernen Populärkultur wurden. Mehrfach hat sich Tierney zum Werk des 'Meisters’ und seiner Nachfolger geäußert. Als Lovecraft-Kenner zeigt er sich in seinem Essay „The Derleth Mythos“ (1973). Hier schlüsselte er auf, wie stark sich Lovecrafts Sicht des Cthulhu-Universums unter seinem Nachlassverwalter August Derleth (1909-1971) in einen simplen Kampf zwischen Gut und Böse verwandelt hatte. Im Cthulhu-Umfeld spielen Tierneys Storys und Romane um Simon of Gitta, auch Simon der Zauberer genannt. Auf Clark Ashton Smith (1893-1961) verweisen hingegen seine Gedichte, die ebenfalls der Phantastik zuzuordnen sind. [Michael Drewniok]

Phantastische Literatur von Richard L. Tierney:

  • Simon Magus
    • (1997) Scroll of Thoth: Twelve Tales of the Cthulhu Mythos [Kurzgeschichten]
    • (2001) The Garden of Lucullus (mit Glenn Rahman)
    • (2005) The Drums of Chaos [unveröffentlicht]
  • Storysammlungen
    • (1992) Collected Poems: Nightmares and Visions
    • (1997) Scroll of Thoth: Twelve Tales of the Cthulhu Mythos