Nacht von Richard Laymon

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1997unter dem Titel „After Midnight“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 450 Seiten.ISBN 3-453-67536-3.Übersetzung ins Deutsche von Thomas A. Merk.

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In Kürze:

Als Alice den Job als Babysitterin annimmt, ahnt sie nicht, dass ihr die schrecklichste Nacht ihres Lebens bevorsteht. Denn kaum ist sie allein im Haus, wird sie von einem geheimnisvollen Anrufer terrorisiert. Als der dann auch noch versucht, in das Haus einzudringen, weiß sie sich nicht anders zu helfen, als ihn mit einem alten Säbel niederzustrecken. Doch damit beginnen die Probleme erst: Denn der Eindringling ist überhaupt nicht der Anrufer – und er wird auch nicht die letzte Leiche in dieser Nacht bleiben …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Sex und Gewalt in einer nicht immer packenden Story“70

Horror-Rezension von Jörg Kijanski

Serena und Charlie sind für eine Woche mit den Kindern verreist, so dass ihre Freundin Alice auf das Haus aufpassen soll. Bereits am ersten Abend sieht sie einen fremden Mann nackt im Pool schwimmen. Als im Haus das Telefon läutet, weil ein gewisser Tony sich auf der Suche nach seiner Freundin Judy verwählt hat, nehmen die Ereignisse ihren Lauf. Der Fremde nähert sich, angelockt von dem Telefon, dem Haus, woraufhin Alice in Panik gerät und den Hörer abnimmt, um so den Eindruck zu vermitteln, sie telefoniere mit der Polizei. Daraufhin flüchtet der Fremde in den an das Grundstück angrenzenden Wald, doch nur wenige Minuten später klingelt es an der Haustür. Mit einem Säbel bewaffnet öffnet Alice und erschlägt aus einer vermeintlichen Notwehr heraus den vor der Tür stehenden Mann. Doch dieser ist nicht der Fremde, sondern Tony.

Alice entscheidet sich, die Leiche unauffällig verschwinden zu lassen und findet auf einem Zettel eine Anschrift. In der Annahme, dies sei Tonys Wohnung, parkt sie dort in der Tiefgarage Tonys Wagen mit dessen Leiche. Doch sind damit alle Spuren beseitigt? Hat womöglich Tonys letzter Anruf der Nummer von Serena und Charlie gegolten und lässt sich so die Spur zu Alice zurückverfolgen? Um auf Nummer sicher zu gehen, geht Alice zu der angegebenen Wohnung um nach dem Telefon zu suchen. Als sie einen Türschlüssel ausprobiert öffnet sich die Tür und eine junge Frau steht vor ihr: Judy.

Alice erzählt Judy eine wilde Geschichte, wonach Tony versucht habe, sie in einem abgelegenen Wald zu vergewaltigen, woraufhin sie ihn mit einer Flasche bewusstlos geschlagen habe. Judy schlägt vor, Tony im Wald zu suchen, um sicherzugehen, dass er noch lebt. Alice findet die Idee hervorragend, kann sie dort auch gleich Judy als Zeugin unauffällig beseitigen. Im Wald angekommen schlägt Alice Judy mit einem Stock bewusstlos. Um diese endgültig zu töten, sucht Alice in einem nahe gelegenen Flussbett nach einem schweren Stein. Kurz darauf kehrt sie zurück, aber Judy ist verschwunden. Ihre Spur führt immer tiefer in den Wald…

„;Stellen Sie sich vor, Norman Bates hätte den Duschvorhang aufgerissen und erkennen müssen, dass Janet Leigh einen Kavalleriesäbel hätte!
 Die Geschichte des Kinos hätte in weiten Teilen neu geschrieben werden müssen.“;

Wer Richard Laymon kennt, weis was ihn erwartet. Wo sonst würde sich eine Frau nackt ausziehen, nur um sich bei der Beseitigung einer Leiche nicht die Kleidung schmutzig zu machen? Wo sonst würde ein Frau das vermeintlich beste Stück eines Mannes abbeißen und hinunter schlucken, um später anzumerken, dass der Senf gefehlt habe? Auch in „;Nacht“; fallen die Hüllen in einem atemberaubenden Tempo und die ein oder andere Vergewaltigungsszene fehlt bei Laymon ohnehin nicht. Mann kann, Frau muss diese teils pornografischen und frauenfeindlichen Szenen selbstverständlich verurteilen. Gleichwohl ist der vorliegende Roman derart abgedreht und überzogen, dass man sowohl die zahlreichen Sex- wie auch die Ekelszenen tatsächlich nicht ernst nehmen kann. Wie allein in der Anfangsszenerie Alice versucht Tonys Leiche in den Kofferraum zu heben ist Slapstick pur. Da ihr Tony zu schwer ist und sie ständig beim Anheben der Leiche ausrutscht, entschließt sie sich letztlich diese mit besagtem Säbel zu zerkleinern. Was im weiteren Verlauf noch alles passiert kann man sich in etwa vorstellen, wenn man weis, dass noch ein Kannibale und ein „;Spaß-Killer“; die Szenerie betreten.

Nervige Hauptfigur und seitenlange Spurenvernichtung stören den Erzählfluss.

Laymons hoch gelobter Schreibstil kommt bei „;Nacht“; nur begrenzt zum Tragen. Zunächst stört erheblich, dass der Roman in Ich-Form verfasst wurde, zumal Alice eine Person ist, deren Verhalten überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Klar, der ganze Roman ist so gesehen total daneben, und dennoch nervt Alices Verhalten auf Dauer. Hinzu kommt, dass Alice zunehmend, sprich seitenlang, damit beschäftigt ist, sich immer wieder die Frage zu stellen, was sie noch alles erledigen muss, um ihre Spuren zu beseitigen. Des Öfteren werden sogar reine Auflistungen gefertigt.

Wer sich an den teils expliziten Sexszenen nicht stört, bekennender Laymon-Fan ist und zudem schon immer einmal wissen wollte, was man/frau alles mit einem Säbel zerkleinern kann, der findet hier einen weiteren, trashig durchgeknallten Horror-Trip. Nicht auszudenken wäre das Ergebnis, würde Quentin Tarantino diesen Roman verfilmen.

Ihre Meinung zu »Richard Laymon: Nacht«

midnight zu »Richard Laymon: Nacht«11.05.2014
Dass man von einem Laymon nicht wirklich tiefgründiges erwarten kann und die Szenen hie und da ziemlich übertrieben und an den Haaren herbeigezogen sind, wissen wir. Das gehört zu Laymon.
ABER.. Hier bei dem Buch ist die Übersetzung wirklich grottenschlecht. Und noch schlechter ist der Lektor, dem offensichtliches nicht auffiel. Beispiel: Sie zieht sich eine schwarze Hose an, ist dann aber in einem grünen Rock mit Schlitz unterwegs. Ihr wird die rote Bluse vom Körper gerissen, dass die Knöpfe plupp-plupp-plupp einer nach dem anderen abspringen.. dann ein paar Kapitel weiter knöpft 'Alice' dieselbe Bluse vor dem Pool wieder langsam auf... Wie gesagt, ich erwarte nicht viel Tiefgang vom Inhalt eines Laymon. Aber man sollte erwarten können, dass der Autor fähig ist, seinem eigenen Handlungsstrang zu folgen. Das ist das, was mich wirklich nervt..
bobo88 zu »Richard Laymon: Nacht«06.08.2011
"Nacht" war mein zweites Buch. Seitdem teile ich mir die Bücher von Richard Laymon ein. Der Kerl ist ja tot und hat nur eine begrenzte Anzahl von Büchern geschrieben und die müssen bis an mein Lebensende reichen. Niemand sonst hat so einen Schreibstil wie er. Jack Ketchum versucht es, bringt es bei seinen Büchern aber kaum auf über 400 Seiten. Stephen King versucht viel zu sehr Tiefe in seine Geschichten zu bringen und vergeudet unnötig teures Papier für Nichtigkeiten(Mein King-Tipp: Todesmarsch). Die Geschichten von Dean Koonz wirken viel zu konstruiert (Mein Koonz-Tipp: "Die Anbetung", "Der Todesregen").
Laymon hatte es jedoch einfach drauf kurz, lakonisch und witzig zu schreiben. Und seine Geschichten packen mich jedes Mal bei den Eiern, so dass ich darum kampfen muss nicht noch ein weiteres Kapitel lesen zu müssen, das Buch wegzulegen und mein Gesicht noch gegen ein Kopfkissen zu drücken bevor der Wecker klingelt.
Ich hatte noch nie irgendwelche Probleme mit der Logik in seinen Büchern. Ich war immer zu vertieft darin um mich aus dem Konzept bringen zu lassen.
Und was das Thema "unsympathische Protagonisten" angeht... Was soll ich dazu sagen? Das ist wohl Geschmacksache. Mir gefallen diese Gutmenschen, die bei anderen Schriftstellern durch die Geschichten eiern nicht.

Fazit: KAUFEN!!!!!!
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durcherbub78 zu »Richard Laymon: Nacht«06.01.2011
Für mich ist es das beste Buch von Laymon!
Ich hab bei einem Thriller noch nie so oft den Kopf geschüttelt wie bei diesem Werk! Tolle Wendungen in der Story, bleibt immer spannend...und irgendwo hab ich gelesen das man in etwa in einem Quentin Tarantino Film gefangen ist. Dem kann ich nur zustimmen!
Das soll aber niemanden abschrecken der Taratino nicht mag.
Auf alle Fälle LESEN LEUTE
LISA zu »Richard Laymon: Nacht«11.10.2009
"nacht" war ca mein 5 laymon buch und ich habe es teils genossen und teils nicht... es war ziemlich unterschiedlich zu den anderen (die insel,das treffen,das spiel). Ich bin froh das ich das buch nicht als erstes gelesen habe, denn dann wuesste ich nicht ob ich wirklich so ein groesser Laymon fan geworden waere wie ich jetzt bin! ABER TROTZDEN-> LESEN!!!


EIN LAYMON BUCH LOHNT SICH IMMER!!!!!
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Jesssie zu »Richard Laymon: Nacht«14.09.2009
Mal davon abgesehen, dass der Klappentext falsche Informationen enthält und viele Rechtschreibfehler vorkommen, ein absolut irrer Trip! Yes! Hier trieft es mal wieder vor Blut, Gewalt und Sex. Schnell und spannend, Richard Gere hätte mich nicht mehr außer Atem bringen können ;-)

Anfangs dachte ich, wie blöd doch diese Alice ist... aber zum geniessen muss man wirklich die Logik außer Acht lassen und mit einem Augenzwinkern weiterlesen. Dann eröffnet sich einem ein herrlicher, absurder, mörderischer Spass! Sehr unterhaltsam und kurzweilig. 95 Grad
Alexi1000 zu »Richard Laymon: Nacht«09.07.2009
"Nacht" leidet wirklich etwas an seiner Hauptprotagonistin. Sie schlittert da von einer haarsträubenden Situation in die nächste, ich konnte das aber nicht so wirklich nachvollziehen, wie sie sich da immer wieder rausgezogen hat. Alice (wenn Sie denn so heißt) war mir durchweg unsympathisch.
Bleibt unter dem Strich ein etwas wirres Konstrukt, welches mit viel Blut die Hard-Core Fans ansprechen kann.
barthy79 zu »Richard Laymon: Nacht«23.06.2009
Ich hab " Die Jagd" als erstes Laymon Buch gelesen. Der Autor hat meiner Meinung nach ausschließlich versucht mit drastisch dargetellter Gewalt und Andeutungen zu Sex mit Minderjährigen Aufmerksamkeit zu erregen. Die Geschichte einer Hetzjagd, Killer gg junge Frau oder gar Mädchen haben andere weitaus niveauvoller und spannender erzählen können, ohne ständig die sexuellen Erregungszustände eines zwölfjärigen gegenüber einer vierzehnjährigen zu schildern. Mir wurde Richard Laymon empfohlen, warum auch immer, aber ich war mäßig begeistert und irgendwie froh als die letzte Seite gelesen war. Wenn sich alle Geschichten von ihm so lesen und im Plot ähneln war das das letzte was ich von Laymon gelesen hab. Wer gern blutig und bizarr liest sollte sich die in den frühen neunzigern erschienene "Splatterpunk"- Serie zu gemüte führen. Kurzgeschichten an denen ein Tarantino seine wahre Freude hätte.
Bücherwürmchen zu »Richard Laymon: Nacht«21.06.2009
Das Buch "Nacht" ist nur eines von vielen Richad Laymon Büchern, aber mein erstes.
Trotz mancher übertriebenen Szenerien, wie nackt eine Leiche mit einem Säbel zu zerkleinern, fand ich das Buch amüsant und durchgeknallt.
Zwar kann ich ihre Taten teilweise nicht nachvollziehen, denoch habe ich nicht aufgehört zu lesen.
Schade dennoch, dass Murphy durch einen Unfall sterben musste, doch ohne diesen Zwischenfall, wäre es zu langweilig geworden, meiner Meinung nach.
Ich selbst kann dieses Buch mit gutem Gewissen weiterempfehlen.
Fenja09 zu »Richard Laymon: Nacht«09.06.2009
Ein weiteres Buch von einem Meister, der sein Handwerk versteht... So langsam wird's knapp, an deutsche Ausgaben zu kommen, da ich schon fast alle zusammen habe... Ich hoffe, dass seine anderen Werke übersetzt werden und ich weiter diese Bücher lesen und meine Bibliothek erweitern kann =)

Dieses Buch ist ausgezeichnet! Wenn man sich in die Geschichte hinheinversetzt beim Lesen, wird einem manchmal echt übel und heiß. Wenn man bedenkt, dass man an "Alice" ihrer Stelle wäre, dann wüsste ich nicht, was ich alles angestellt hätte... Da sie sich aber immer wieder zu Wegen und Mitteln entscheidet, die ich nie in Erwägung gezogen hätte, ist das Buch super spannend! Bis zum Schluss. Gut, das Ende gefällt mir nicht wirklich... Das die beiden nun schwanger sind... Na ja... Nicht wirklich ein einfallsreicher Schluss und hat mich an "Keller" erinnert =) Dort waren Mutter und Tochter auch schwanger... Na ja... Aber wie immer: Jeder sollte sich selber eine Meinung bilden und LESEN!!! =)
HorrorFan zu »Richard Laymon: Nacht«22.05.2009
Ich bin ebenfalls mehr als begeistert von Laymons Büchern. Ich hab die letzten Jahre kaum gelesen bis ich mir "Die Insel" gekauft habe, seitdem bin ich nur noch am Lesen, bin grad bei "Die Jagd" ... ich werd mich dranhalten und alle weiteren Bücher von ihm kaufen, kann es also selbst auch nur weiterempfehlen!

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