Der Herr der Puppen von Richard Schwartz

Buchvorstellungund Rezension

Der Herr der Puppen von Richard Schwartz

Originalausgabe erschienen 2008, 380 Seiten.ISBN 3-492-26666-5.

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In Kürze:

Der Krieger Havald, die Halbelfe Leandra und ihre Gefährten sind auf der Suche nach einem Weg, um aus der exotischen Stadt Gasalabad nach Askir zu gelangen. Denn dort hoffen sie auf Unterstützung gegen den Tyrannen Thalak, der ihre Heimatlande mit Zerstörung bedroht. Doch Thalaks Macht reicht bis nach Gasalabad. Der finstere Herrscher setzt alles daran, durch Intrigen und Attentate die Gefährten in Gasalabad festzuhalten. Bald wissen sie nicht mehr, wer Freund und wer Feind ist, und geraten von einer tödlichen Gefahr in die nächste.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Jetzt geht es Richtung Askir“80

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Havald und seine Gefährten sind der Metropole Askir immer noch nicht näher gekommen. Zwar haben sie das große Gebirge überwunden und sind in der ehemaligen Heimat des zweiten Bullen, in der orientalisch wirkenden Stadt Gasalabad angekommen, doch die gewünschte Unterstützung im Kampf gegen Thalak, den Nekromanten, der ihre Heimat bedroht, haben sie noch nicht erwirkt.

Statt dessen sind sie seit ihrer Ankunft damit beschäftigt, der Herrschaftsfamilie in ihrer Auseinandersetzung mit Nekromanten und Verrätern beizustehen. Immer deutlicher wird, dass Thalak – oder Kolaron, wie er richtig heißt -, der Magier und Necromant, der in den letzten Jahrhunderten ein Dutzend Reiche unter seine grausame Fuchtel gebracht hat, sich schon längst im Reich Askir positioniert hat.

Die Nachtfalken, Attentäter und Nekromanten verbreiten Furcht und hinterlassen Tote. Wichtige Stützen der Politik und Wirtschaft werden ermordet, andere korrumpiert. Selbst Havald und seine Freunde bekommen die silber-schwarze Münze zugespielt und wissen damit, dass die Attentäter in spätestens drei Tagen zuschlagen werden. Trotz all ihrer Fähigkeiten und Erfahrung bringen sie diese drei Tage an den Rand des Zusammenbruchs. Nur die magischen Schwerter verhindern, dass Havald und Leandra getötet werden, und noch sind die Angriffe nicht vorbei. Jetzt heißt es, den Krieg zu den verdeckt agierenden Gegnern zu bringen und die Nachtfalken in ihrem Hohetempel selbst anzugreifen. Der Anschlag scheint zu gelingen, doch ausgerechnet der Hohepriester, der Herr der Puppen, entkommt und entführt einen hilflosen Havald hoch in die Lüfte über Galasabad …

Neue Antworten, neue Geheimnisse

Band vier der Geheimnisse von Askir liegt vor mir, und immer noch sind unsere Gefährten der Metropole nicht näher gekommen. In Galasabad selbst aber zieht das Tempo an, der Schleier erster Geheimnisse wird gelüftet. Immer deutlicher wird das Bild, das wir vom alten Reich anhand der baulichen Überreste und alter Bündnisse vermittelt bekommen. Dabei wird nicht nur die Pracht, der Reichtum und die Sicherheit der Provinzen deutlich, immer drängender wird die Frage, warum sich der scheinbar allmächtige Imperator zurückgezogen hat, warum das Reich de facto dem langsamen Zerfall preisgegeben wurde.

Im Verlauf dieses Bandes erfahren wir mehr über die alten Bündnisse mit den Elfen, besuchen die noch verlassene Garnison des legendären zweiten Bullens und erhalten weitere Hinweise auf den immer noch diffus bleibenden großen Feind. Scheinbar aber wird für jedes Geheimnis, das gelüftet wird, mindestens ein neues aufgebaut. Jeder der Auftretenden hat neben der offensichtlichen Motivation seine eigenen, noch verborgenen Geheimnisse, die dafür sorgen, dass es immer wieder zu unerwarteten Wendungen kommt. Nie kann sich der Leser sicher sein, eine Person wirklich zu kennen, zu ahnen, in welche Richtung die Handlung laufen wird.

Schwartz´ Spezialität neben dem groß angelegten Weltengebilde ist bekanntermaßen das Drehen von Personen und Situationen. Insoweit kann sich der Leser nie sicher sein, muss immer mitdenken, Spuren folgen und wird dennoch ein ums andere Mal überrascht. Neben der spannenden Handlung – und es gibt jede Menge Kämpfe, dramatische Rettungsaktionen und heimtückische Anschläge zu überstehen – wird auch das durchaus ins Leben ihrer Anhänger aktiv eingreifende Götterpantheon näher beleuchtet.

Gegenüber dem Vorband passiert diesmal deutlich mehr. Das Aushaben eines Heeres, dass Leandra und ihre Königin im Kampf gegen Thalak unterstützen soll, schreitet voran, erste, wichtige und mächtige Feinde werden gestellt, entlarvt und besiegt. Wie bei Richard Schwartz nicht anders zu erwarten aber kosten auch dies ersten Siege einen Preis. Es gilt von einem der Gefährten Abschied zu nehmen. Ein selbstloses Opfer voller Liebe und Vertrauen erwartet den Leser. Dass die Schilderung ohne zu viel Pathos auskommt, uns aber dennoch ergreift und betroffen macht, ist bemerkenswert.

Überhaupt versteht Schwartz es diesmal wieder, uns atmosphärisch dicht in die Handlung zu ziehen. Die Begegnungen mit den Göttern, der Besuch der verlassenen Garnison, die Obduktion des gemeuchelten Königs, all diese Szenen und mehr wissen hier zu überzeugen.

Dennoch heißt es jetzt tief Atem holen, denn jetzt geht es auf Richtung Askir, der einstigen Hauptstadt, in der sicherlich weitere atemberaubende Abenteuer und Geheimnisse unserer Helden harren.

Ihre Meinung zu »Richard Schwartz: Der Herr der Puppen«

Chiron zu »Richard Schwartz: Der Herr der Puppen«09.05.2008
Rasanz, Schwung und Spannung nehmen wieder zu, obwohl sich der Schauplatz noch immer nicht verändert. Schicksale werden erzählt und so ganz nebenbei gewinnt auch der Feind ein Gesicht. Die Kämpfe werden wieder mehr in den Vordergrund gerückt.
Manchmal hart geschrieben, der Gegensatz zwischen Brutalität und Feinfühligkeit ist krass, trägt aber zum Verständnis der handelnden Figuren bei.
Auch Liebe kommt vermehrt ins Spiel und aufkeimende Romantik wird mit dem Verlust einer Hauptperson begegnet - schade darum, aber die Spannung bleibt erhalten.
Ein bedrückender Ausklang, ungelöste Rätsel und neue Herausforderungen machen es nicht leicht, auf die Fortsetzung zu warten.
Yantur zu »Richard Schwartz: Der Herr der Puppen«23.04.2008
R. Schwartz scheint unter einem weiteren Pseudonym zu veröffentlichen - mindestens tönen die Lebensläufe so gleich, das kann kein Zufall sein: Carl A. deWitt

Benutzt Schwartz noch weitere Pseudonyme?
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