Schicksalsbande von Richelle Mead

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „Last Sacrifice“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 400 Seiten.ISBN 3802583477.Übersetzung ins Deutsche von Michaela Link.

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In Kürze:

Rose Hathaway glaubte, alles würde endlich gut werden, wenn sie nur ihren Geliebten Dimitri von der Seite der Strigoi zurückholen könnte. Doch nachdem ihr dies gelungen ist, vesinkt ihre Welt im Chaos. Die Königin der Moroi-Vampire wurde ermordet und Rose ist die Hauptverdächtige. Nun droht ihr die Todesstrafe, wenn sie nicht beweisen kann, dass sie unschuldig ist. Dabei bräuchte ihre Freundin Lissa sie jetzt mehr denn je, denn man versucht ihr den Anspruch auf den Thron streitig zu machen. Und Dimitri, traumatisiert durch die Zurückverwandlung in einen Dhampir, will nichts mehr von Rose wissen. Kann Rose ihre Leben und ihre Liebe retten?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Vampirpfählerin wird gejagt“60

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Die Zeit, die Rose Hathaway auf der Vampire Academy verbracht hat, ist vorbei. Als einer der besten Absolventen der Schule, in der die Dhampire als Leibwächter der Moroi, der guten Vampire, ausgebildet wurden, hat sie ihren Abschluss gemacht. Sie hat sich nicht nur in eine begnadete Kämpferin gegen die Strigoi verwandelt, sondern hat auch treue und aufopfernde Freunde gefunden. Freundschaften, auf die sie nun, da sie als vermeintliche Mörderin der Moroi-Königin einsitzt und zum Tode verurteilt werden soll, dringend benötigt.

Um ihre Unschuld zu beweisen, brauchen sie und ihre Unterstützer zwei Dinge – zum einen muss sie zunächst dem Kerker entkommen, dann aber benötigen sie, um die Dhampire von ihrer unausweichlichen Suche nach der Flüchtigen abzuhalten und den wahren Täter zu ermitteln, ein Ablenkungsmanöver, das es in sich hat und ihnen Zeit verschafft. Zwar gelingt die Befreiung, doch die Suche nach dem wahren Mörder muss die Flüchtige ihren am Hof verbliebenen Freunden überlassen.

Aber ruhig im Versteck sitzen und abwarten, dass ihre Verbündeten dem wahren Täter auf die Spur kommen, das kann Rose nicht. Statt dessen macht sie sich, begleitet und beschützt von ihrem alten Ausbilder und früheren Liebhaber Dimitri, auf die Suche nach einer verschollenen Verwandten ihrer Moroi-Freundin, der letzten der Dragomir.

Während sie in ihren Träumen mit ihrem aktuellen Freund Adrian schäkert, regen sich tagsüber in ihr fast vergessene Gefühle für Dimitri. Damit nicht genug macht ihr der Moroi Renegat Victor ein Angebot, das sie kaum abschlagen kann – er will sie in ihrer Suche unterstützen – seine Motive aber bleiben zunächst im Dunkeln ..

Eine gewisse Straffung hätte dem Plot gut getan

Richelle Mead hat mit ihrer ersten Reihe um die Vampir Academie die Herzen ihrer Fangemeinde im Sturm erobert. Voller unerwarteter Wendungen und packenden Kämpfen sind es aber gerade die emotionalen Verwerfungen der heranwachsenden Leibwächterin, die die Leser besonders goutieren. Eine toughe Frau, impulsiv, selbstbewusst und schlagkräftig findet sich zwischen zwei Männern wieder, die beide, auf ihre jeweilige Art, bestechen. Aus diesem Zwiespalt zieht die Autorin viel ihrer Faszination, und der Aspekt wird vorliegend weiter ausgebaut.

Gerade mit Dimitri, der vom Strigoi wieder zum Dhampir gewandelt wurde, zieht eine neue, alte Versuchung für unsere Heldin in den Plot ein. Hielt er nach seiner Rückverwandlung zunächst betont Abstand, so führt die gemeinsame Flucht die Beiden wieder zusammen. Dabei ist es oftmals der Lehrer, der angesichts seiner dramatischen Erinnerungen, die ihn quälen, Zuspruch braucht. Das einstige Lehrer-Schüler-Verhältnis wandelt sich zusehends, ihre Beziehung nimmt dadurch eine neue Qualität an.

Die Beschreibung dieser Entwicklung nimmt einen breiten Raum im Buch ein. Da wird viel über Gefühle sinniert, geraten die beiden Suchen fast in den Hintergrund, zumal auch die politischen Intrigen am Hof nicht sofort einen Verdächtigen für den Mord offerieren. Das weist viel innere Dramatik auf, es geht um verletzte Eitelkeiten ebenso wie wahre, unerwiderte Liebe, um Opferbereitschaft und das Zurücknehmen der eigenen Wünsche. Dabei geht so manches Mal im umfangreichsten Roman der Reihe das Tempo ein wenig verloren, sind Längen nicht zu übersehen.

Das Finale sieht – zunächst – alle offenen Handlungsstränge verknüpft, erwartungsgemäß hat die wahre Liebe triumphiert, ein Happy-End mit einem letztlich überraschenden Täter und einigen Ansätzen für eine mögliche Fortsetzung. Das Gebotene richtet sich an die Fans der Meyer´schen Biss-Romane oder der Cast´schen House of Night Serie, die vorliegend ein wenig mehr Action, aber auch eine gehörige Portion Romantik geboten bekommen.

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