Raumjäger von Robert A. Heinlein

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 1958unter dem Titel „Have Space Suit - Will Travel“,deutsche Ausgabe erstmals 1960, 255 Seiten.ISBN 3-453-31628-2.Übersetzung ins Deutsche von Heinz Nagel.

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In Kürze:

Ein köstlicher Einfall liegt diesem neuen Roman Heinleins zugrunde: der junge Kip, dessen größte Sehnsucht eine Reise in den Weltraum ist, gewinnt bei einem Preisausschreiben zwar nicht die so heiß erstrebte Reise, wohl aber einen Raumanzug, von dem er sich, obwohl er nicht den geringsten Nutzen davon hat, nicht mehr trennen mag. Und dieses gänzlich veraltete Modell verhilft ihm schließlich doch zu einem Weltraumabenteuer – nur verläuft es etwas anders, als er es sich erträumt hat. Zusammen mit einem widerborstigen kleinen Mädchen wird er von einem Weltraumschiff unbekannter Herkunft entführt. Die beiden Jugendlichen fallen in die Hände von menschenähnlichen Raubwesen, werden auf den Mond, sodann auf den Saturn verschleppt, können sich aber mit der Unterstützung eines seltsamen außerirdischen Geschöpfs schließlich retten.

Die Geschichte dieser immer wieder in Frage gestellten Rettung wird so spannend erzählt, daß man darüber fast vergißt, wieviel astrophysikalisches Wissen Heinlein in seinen Roman hineingearbeitet hat. Er bedient sich einer kühnen neuen These, um die Überwindung unvollstellbar großer planetarischer Räume in einer fast auf Null zusammengeschrumpften Zeit als denkbar erscheinen zu lassen – ein Problem, das immer mehr in den Mittelpunkt der Erörterungen über die künftige Raumschiffahrt rückt.

Kip und Peewee, die beiden jungen Helden dieses lebensprühenden Romans, sind trotz ihrer ungewöhnlichen Begabung von einer bezaubernden Kindlichkeit. Zusammen mit „Mütterchen“ bilden sie ein Dreigespann, das jedem Leser unvergeßlich bleiben wird.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein Junge, sein Raumanzug und die Aliens mit dem UFO“70

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Clifford C. Russel hat gerade die High-School abgeschlossen und träumt nur von einem – er will einmal in den Weltraum. So macht er, den alle nur Kip nennen, bei einem Preisausschreiben mit, bei dem ein Seifenhersteller einen Flug zur Mondstation auslobt. Gewinnen wird der, der dem markantesten Werbespruch für das neueste Produkt des Konzern einreicht.

Zwar findet sich Kip nicht ganz oben auf dem Treppchen wieder, doch immerhin gewinnt er einen ausrangierten, aber funktionsfähigen Raumanzug. Besser als Nichts, denkt er sich, renoviert, wienert und bohnert das gute Stück, bis der Anzug glänzt und auch noch mit einem Namen bedacht wird.

Als Kip eines Tages mit Oskar, wie er den Anzug getauft hat unterwegs ist, begegnet er zwei UFOs, die seinen Traum, das Weltall zu sehen doch noch wahr werden lassen.

An Bord der fliegenden Untertassen reist er über Pluto und die Wega bis in die kleine Magellanische Wolke, wo über die Zukunft und das Schicksal der gesamten menschlichen Rasse zu Gericht gesessen wird – und nur Kip kann seine Art vor der Vernichtung retten …

Klassische SF Motive in einer nach wie vor lesbaren Ausarbeitung

Have Spacesuit, will Travel gehört zu Heinleins bekanntesten und besten Jugendbüchern. Bereits mehrfach auf Deutsch erschienen – Piraten im Weltraum, Gebr. Weis Verlag, Invasion der Wurmgesichter, Heyne 06/3862 sowie Kip überlebt auf Pluto, Mueller Rueschlikon Verlag – legt der Heyne Verlag den Roman in einer ungekürzten, überarbeiteten Übersetzung vor. Hierbei wurde der Text gegenüber der letzten Ausgabe von 1983 jedoch lediglich an die neue Deutsche Rechtschreibung angepasst, wobei leider auch die kongenialen Innenillustrationen von Lota Ponitka wegfielen. Hier empfehle ich dem Leser daher, sich den Text antiquarisch zu besorgen.

Inhaltlich zeigt Robert A. Heinlein einmal mehr, dass er zurecht als einer der besten klassischen SF Autoren angesehen wird. Flüssig, stilistisch ansprechend und packend unterhält der Autor routiniert. Zwar sind die Themata – gute und böse Aliens, Zeitreisen – etwas abgegriffen, dafür entschädigen aber die menschliche Zeichnung Kips und dessen herrlich nostalgisch wirkende Unterhaltung mit seinem Raumanzug und dessen mühsame Rettung.

So ist dies zwar kein Meilenstein der Science Fiction, aber auch heute noch, mehr als 50 Jahre nach der Entstehung ein Roman, der seinen Leser spannend unterhält.

 

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