Red Planet - Roter Planet von Robert A. Heinlein

Buchvorstellungund Rezension

Red Planet - Roter Planet von Robert A. Heinlein

Originalausgabe erschienen 1949unter dem Titel „Red Planet“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 200 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Jan Enseling.

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In Kürze:

Jim und seine Familie gehören zu den ersten Siedlern der Marskolonie. Von den Marsianern misstrauische beäugt, haben sich die Menschen der lebensfeindlichen Umwelt angepasst und sich eingerichtet. Die Kinder besuchen das Internat, das sich im sicheren Norden befindet – tausende Kilometer von den Familien entfernt. Der neue Schuldirektor diszipliniert die Kinder mit militärischen Drill und macht ihnen auch sonst das Leben schwer. Als Jim dann zufällig erfährt, dass die Kolonie dem Eistod überlassen werden soll, machen sich er und sein bester Freund Frank auf den Weg. Sie wollen die Kolonie warnen. Doch der Weg ist extrem gefährlich …

Robert Heinlein, der Grand Master der Science Fiction, schuf mit Red Planet einen temporeichen Klassiker der Jugend-Science-Fiction-Literatur. Ein Abenteuerroman, der Sci-Fi-Fans bis heute fasziniert.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Verrat auf dem Mars“67

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Willkommen auf dem Mars. Seit einiger Zeit schon versucht die Spezies Mensch auf ihrem roten Nachbarplaneten Fuss zu fassen. Man hat Kolonisten auf den Mars geschickt, erste Ansiedlungen errichtet, auch wenn es massive Probleme mit der Kälte und dem Mangel an Sauerstoff in der Atmosphäre gibt. Dazu kommt, dass auch die Flora und Fauna des roten Planeten nicht ganz ungefährlich sind. Zwar haben sich die Menschen mit den Begebenheiten arrangiert, doch die Gefahr ist ständig präsent.

Vor ein paar Monaten rettete Jim, dessen Familie zu den ersten Siedlern auf dem Mars gehört, ein ball-förmiges Wesen. Als er Willis als Haustier behält ahnt er nicht, was ihm bevorsteht. Zusammen mit seinem Freund Frank besucht er das Internat im sicheren Norden des Planeten. Sein Haustier Willis ist natürlich immer dabei – auch und gerade, wenn der Junge so weit von seiner Familie untergebracht wird.

Der neue Direktor des Internats erweist sich als despotischer Psychopath. Als er Jim sein Haustier wegnimmt, und an einen Zoo verkaufen will ist der Junge verzweifelt und mächtig sauer. Er beschließt Willis aus der Gefangenschaft zu befreien. Im Zimmer des Direktors stößt er dann auf Pläne, die beweisen, dass skrupellose Geschäftemacher die Kolonisten dem Eistot überlassen wollen. Zusammen brechen die beiden Jungs und Willis auf, die Siedler vor dem Verrat zu warnen …

Frühwerk, das immer noch Jung wie Alt in seinen Bann zu ziehen weiß

Man muss wissen, dass Robert A. Heinlein, einer der gefeiertsten Autoren der frühen Science Fiction, diesen Roman zum Einen als Jugendbuch, zum Anderen, sehr früh in seiner Karriere verfasst hat. Nun muss dies das Lesevergnügen nicht unbedingt trüben, zumal manche Fans gerade die Jugendromane Heinleins als dessen beste Arbeiten ansehen. Allerdings merkt man dem Text sein Alter durchaus an. Die Darstellung der Frauen in der Gesellschaft ist ebenso antiquiert, wie der Plotaufbau generell.

Dennoch liest sich das Buch durchaus packend und flüssig auf einen Rutsch durch. Zwar vermisst der Leser eine weltbewegende Message, versucht der Autor „nur“ zu unterhalten, dies aber auf recht versierte und spannende Art und Weise. Dass Heinlein weit später in seiner Karriere, in dem gefeierten Roman „Stranger in a Strange Land“ wieder auf den hier beschriebenen Mars zurückkehrte sei erwähnt, ist aber nicht wirklich wichtig.

Im Vordergrund steht die Beschreibung eines fremden Planeten und die Abenteuer der drei Freunde.

Ihre Meinung zu »Robert A. Heinlein: Red Planet - Roter Planet«

louella2209 zu »Robert A. Heinlein: Red Planet - Roter Planet«19.03.2017
Robert A. Heinlein versuchte sich mit „Roter Planet“ an der Jugendliteratur und schuf einen soliden Sciencefiction-Abenteurroman für die junge Leserschaft. Allerdings kann man keine Vergleiche zu seinen anderen genialen Werke aus diesem Genre ziehen, außer das es auch in diesem Roman sehr militärisch zur Sache gehen und Waffen im Vordergrund stehen. Ein Umstand dem Heinlein schon öfter zur Last gelegt wird, allerdings schrieb er viele seiner Romane während den Wirren des „Kalten Krieges“ und ließ sich davon unweigerlich inspirieren.

Auch an „Roter Planet“ nagt ein wenig der Zahn der Zeit und es gibt wenig neues zu entdecken. Vieles hat man in dieser Form schon gelesen oder erzählt bekommen. Die Story ist sehr dialoglastig und es fehlt mir die Eigendynamik, die sonst die Werke von Heinlein auszeichnet.

Die Geschichte lässt sich kurz und knapp erklären. Die Freunde Jim und Frank, dessen Familien, zu den ersten Kolonisten auf dem Mars gehören, siedeln in ein Internat in den Norden des Planeten über. Der despotische und machthungrige Schuldirektor führt einen äußerst perfiden Plan im Schilde. Durch Zufall wird Jim Zeuge einer unglaubliche Verschwörung. Seine Eltern und die anderen Kolonisten sollen dem Eistod zum Opfer fallen. Jim und Frank begeben sich auf eine abenteuerliche Odysse, zurück nach Hause, um die anderen Menschen zu warnen. Doch der Direktor ist ihnen immer dicht auf den Fersen und die beiden setzen sich einer großen Gefahr aus.

Die Charaktere sind allesamt nett beschrieben mit individuellen Eigenschaften und Fähigkeiten, jedoch ist niemand dabei, der im Gedächtnis haften bleibt. Viele Figuren sind schablonenhaft gezeichnet und es fehlen die Schattierungen.

Die Handlung ist stringent und geradlinig. Man kann ihr gut folgen und es gibt keine verwirrende Momente. Ein roter Faden zieht sich kontinuierlich durch die Story. Jugendlichen würde ich das Buch vorbehaltlos zu lesen geben. Der Waffengebrauch und der militärische Drill ist zwar allgegenwärtig, aber das ist er bei der „neuen“ Jugendliteratur auch, wenn auch in einem anderen Stil.

Ich vergebe für dieses Buch gut gemeinte 78 Prozent, da ich schon erstklassige Werke von dem Altmeister der Sciencefiction gelesen habe und dadurch von vornherein meine Erwartungen sehr hoch waren. Als All-Age-Roman geht „Red Planet“ auf jeden Fall in Ordnung.
PMelittaM zu »Robert A. Heinlein: Red Planet - Roter Planet«05.03.2017
Jim und Frank leben mit ihren Eltern in einer Kolonie auf dem Planeten Mars, an das Leben auf dem Mars haben sie sich gut angepasst, Jim hat sich sogar mit einem marsianischen Lebewesen angefreundet, das er Willis nennt. Jetzt steht für Jim und Frank der Schulbesuch an, der sie in ein Internat weit weg von zu Hause führt. Beide ahnen nicht, dass damit ein großes, gefährliches Abenteuer beginnt …

„Red Planet“, den Heinlein 1949 schrieb, ist ein typischer Jungenroman seiner Zeit, stark auf die Zielgruppe zugeschnitten, Mädchen werden sich davon eher weniger angesprochen fühlen, denn sie spielen nahezu keine Rolle. Interessant und lesenswert ist der Roman, als Klassiker, dennoch, durch seine Ausgestaltung des Lebens auf dem Mars und vor allem durch die Darstellung der Marsianer. Letztere sind immer wieder für eine Überraschung gut, obwohl ihr Wesen bis zum Schluss nicht ganz aufgedeckt werden wird, sie geheimnisvoll und undurchschaubar bleiben, erfährt der Leser doch genug über sie und wird gleichzeitig zum Nachdenken angeregt.

Heinlein zeichnet ein Bild vom Mars, das heute so nicht mehr haltbar ist, das aber anschaulich und rund ist, der Leser kann sich gut in das Leben dort hineindenken. Auch die Beschreibung der marsianischen Wesen ist gelungen, es entsteht ein Bild vor Augen, auch wenn man nicht alles hundertprozentig umsetzen kann – wie z. B. muss ich mir einen „Handlappen“ vorstellen? Vorstellen kann ich mir das, aber wirklich so, wie es der Autor im Sinn hatte? Tatsächlich ist das egal, Hauptsache ist, dass ein Bild entstehen kann.

Die Charaktere sind okay, einige, wie z. B. der Doc, sind pointiert gezeichnet. Jim und Frank sind ganz normale Jungs, etwas mutiger als andere vielleicht, sonst aber kaum hervorstechend, ein Tom Sawyer oder gar ein Huckleberry Finn sind sie nicht. Auch die Antagonisten heben sich nicht klar hervor, sie sind eben böse und machen den Kolonisten das Leben schwer, bleiben darüber hinaus, ähnlich wie ihre Motive, aber blass.

Natürlich muss man einen Klassiker vor dem Hintergrund seiner Zeit betrachten, der „Waffenkult“, der im Roman betrieben wird (Waffen sind ein Zeichen der Freiheit und Waffen tragen bereits Kinder), stößt aber schon sehr negativ auf. Wenn man seinem Jugendlichen dieses Buch in die Hand drückt, sollte eine kritische Betrachtung geboten sein.

Mir persönlich ist die Geschichte zu dialoglastig erzählt und ich hätte gerne mehr Hintergrundinformationen bekommen. Über weite Strecken wird aus Jims Perspektive erzählt, gegen Ende gibt es dann einen Perspektivewechsel, der sich in meinen Augen positiv auswirkt, nun sind Erwachsene involviert und die Geschichte wird etwas erwachsener und in meinen Augen auch spannender. Zudem gibt es hier, wie bereits angedeutet, einige handfeste Überraschungen.

Insgesamt hat mir dieser SF-Klassiker recht gut gefallen, wie jeden Klassiker muss man ihn vor dem Hintergrund seiner Zeit lesen, auch sollte man bedenken, dass er als Jugendbuch angelegt ist. Wer gerne Genreklassiker liest, kann einen Blick riskieren. Von mir gibt es knappe 4 Sterne.
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