Bis ans Ende aller Zeit von Robert Charles Wilson

Buchvorstellung

Bis ans Ende aller Zeit von Robert Charles Wilson

Originalausgabe erschienen 1991unter dem Titel „A Bridge of Years“,deutsche Ausgabe erstmals 1991, 377 Seiten.ISBN 3-453-52448-9.Übersetzung ins Deutsche von Michael Kubiak.

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In Kürze:

Das abgeschiedene Haus auf dem Land ist genau die Zuflucht, die Tom Winter nach seiner Scheidungund verschiedenen beruflichen Pleiten braucht. Aber dann entdeckt er den Gang hinter der Kellerwand, der sein Leben für immer verändern wird. Als er am anderen Ende herauskommt, ist er im New York des Jahres 1962. Noch einmal von ganz vorn anzufangen, das ist die Chance auf die er immer gewartet hat, und das Mädchen Joyce ist ein zusätzlicher Grund, nie mehr zurückzukehren. Aber es gibt noch jemanden der den Gang durch die Zeit kennt. Billy, ein Terminator aus der Zukunft. Und sein Entschluß steht fest: Tom Winter muß sterben …

Ihre Meinung zu »Robert Charles Wilson: Bis ans Ende aller Zeit«

C. Göbel zu »Robert Charles Wilson: Bis ans Ende aller Zeit«22.07.2014
"Chronos", der neue Roman von R.C.Wilson, wird wohl nicht als ein Klassiker des Genres in die Geschichte eingehen, aber es ist ein souverän geschriebener und handwerklich gut gemachter Zeitreise-Roman mit einer interessanten Idee.

So richtig spannend wird der ca. 400 Seiten umfassende Roman erst zum Ende hin, zuvor gewinnt das Buch Spannung eher dadurch, dass der Leser erst nach und nach über die Hintergründe und Zusammenhänge informiert wird. Dabei wechselt der Autor geschickt immer wieder auch die Erzählperspektiven, sodass das Geschehen auch aus der Sicht anderer Figuren geschildert wird. Teilweise wirkt die Handlung dadurch ein wenig verschachtelter, als sie eigentlich ist.

Die Stimmung in dem Roman ist insgesamt eher etwas düsterer, tatsächlich geht es letztlich vielleicht gar nicht mal so sehr um das Zeitreisen an sich, sondern um Einsamkeit und deren Bewältigung. In vielen Kapiteln hat man gar nicht unbedingt den Eindruck, dass es sich um einen Sci-Fi-Roman handelt. Auch der 'Held' des Romans, Tom Winter, ist auch eigentlich eher der typische Anti-Held, ein Durchschnittsbürger, der gerade mit seiner Scheidung fertig werden muss.

Auf spektakuläre Wendungen oder Enthüllungen, mit denen man bei Zeitreise-Romanen oft rechnen kann, wartet man in dem Roman weitgehend vergebens. Auch enthält sich der Roman größtenteils pseudo-wissenschaftlicher und technischer Erklärungen für das Zeitreisen, es geht auch nicht darum, mittels Zeitreisen die Zukunft zu ändern.
Stattdessen steht die Möglichkeit im Vordergrund, mittels Zeitreisen sein bisheriges Lebens hinter sich zu lassen und in einer anderen Zeit nochmal von vorne anfangen zu können. Dementsprechend sollte man von dem Roman nicht zu viel Action erwarten, insgesamt - vom Schluss einmal abgesehen - ist der Roman eher von einer ruhigen Stimmung.

Fazit: R.C. Wilson kann zweifellos gut erzählen und interessante Charaktere erschaffen, in die man sich hineinversetzen kann. Vielleicht hätte dem Roman ein wenig mehr Pepp gutgetan, daher nur vier Sterne. Interesant und gut zu lesen ist der Roman aber allemal.
Boris Stumpf zu »Robert Charles Wilson: Bis ans Ende aller Zeit«30.06.2008
Wilsons Roman von 1991 ist eine Zeitreisegeschichte. Aber es geht darin nicht um Zeitreisen. Es geht nicht um die typischen paradoxen Verwicklungen, es geht nicht um die Wissenschaft und Technik dahinter.
Es geht vielmehr um unsere eigene Einstellung zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und welche Rolle diese Zeitebenen für unser eigenes Selbstverständnis spielen.
Wilson bleibt als sorgfältiger Beobachter ganz nah an seinen Figuren, entwickelt sie behutsam und zielsicher. Dabei verzichtet er, von wenigen, durchaus aber wesentlichen Momenten abgesehen, weitgehend auf große Dramatik und Action.

Chronos steht schon klar in der Linie seiner späteren Romane (Die Chronolithen, Quarantäne und die beiden ersten Bände der Spin-Trilogie) - und ist eher kein Buch für ausgewiesene Freunde der technisch und/oder an Abenteuern orientierten SF.
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