Robert Merle

Der französische Schriftsteller und Romancier Robert Merle wurde am 28. August 1908 als Sohn eines Offiziers in Tébessa, Algerien geboren. 1918 zog er nach Frankreich. Nach seinem Schulabschluß studierte er Philosophie und Englisch in Paris und promovierte in Philosophie. Im Zweiten Weltkrieg kämpfte er in Dünkirchen und war von 1940 bis 1943 in deutscher Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg war er zunächst kurzzeitig als Lehrer tätig und dozierte danach an der Universität in Reims. Später war er Professor für Anglistik an den Universitäten von Algier und ab 1967 in Nanterre. Zudem war er unter anderem an den Universitäten von Rennes, Toulouse, Caen und schließlich Paris tätig, wo er noch bis in seine 90er Jahre lehrte.

Seine Schriftstellerkarriere begann Merle mit dem verfassen von kleineren Essays. Seinen erster Erfolg gelang ihm 1949 mit seinem Roman „Week-end à Zuydcoote“ (dt. „Wochenende in Zuitcoote“), für den er mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet wurde. 1952 gelang ihm ein weltweiter Erfolg mit „La Mort est mon métier“ (dt. „Der Tod ist mein Beruf“).

Im phantastischen Genre machte Merle durch drei Romane auf sich aufmerksam. In dem Science-Fiction-Roman „Un animal doué de raison“ (dt. „Ein vernunftbegabtes Tier“ bzw. „Der Tag der Delphine“ erweist sich die Intelligenz der Delphine den Menschen ebenbürtig, worauf man sie für militärische Zwecke missbraucht.

In „Malevil“ beschreibt er die Erlebnisse einer kleinen Gruppe von Menschen, die den Atomkrieg überleben, weil sie sich am „Tag X“, als die Bomben fallen, gerade im Weinkeller der Burg Malevil in Südfrankreich befinden. Da es keinen Fallout gibt, können die Menschen ihr Leben einigermaßen normal weiterführen, es kommt jedoch bald zu Konflikten mit anderen Überlebenden und zu Spannungen innerhalb der Gruppe. Die ersten technischen Geräte, die die Überlebenden aus eigener Kraft herstellen, sind deshalb ironischerweise Waffen.

In „Les hommes protégés“ (dt. „Die geschützten Männer“) befällt eine Epidemie nur die Männer. Die überlebenden Männer werden in speziellen Quarantänelagern gehalten, um das Überleben der Menschheit zu sichern. Bedingt durch diese Ereignisse tauschen Mann und Frau nicht nur ihre gesellschaftlichen Rollen, sondern auch ihre Verhaltensmuster.

1979 begann Merle seine „Fortune de France“-Reihe über die Geschichte Frankreichs während der Religionskonflikte unter den französischen Königen Francois I. bis Ludwig XIV, die schließlich insgesamt 13 Bände umfassen sollte.

Von 1974 bis zum sowjetischen Einmarsch in Afghanistan 1979 war Robert Merle Mitglied der Französischen Kommunistischen Partei. Er starb am 28. März 2004 in seinem Haus in Montfort-l"Amaury in der Nähe von Paris an einem Herzinfarkt.

mehr über Robert Merle:

Phantastisches von Robert Merle: