Das Haus Usher von Robert R. McCammon

Buchvorstellungund Rezension

Das Haus Usher von Robert R. McCammon

Originalausgabe erschienen 1984unter dem Titel „Usher's Passing“,deutsche Ausgabe erstmals 1988, 414 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von .

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Nichts für Poe-Puristen“70

Horror-Rezension von Elmar Huber

„;Mit ängstlich pochendem Herzen trat Raven einen Schritt zurück, als das Pendel sich langsam in Bewegung setzte. Immer weiter und mit zunehmend lauterem Klingen schwang es hin und her. Raven hörte die Luft ringsum pfeifen, während der metallene Halbmond sich direkt über dem Kreis der Stimmgabeln bewegte .“
(Teil 7, Der Stammsitz)

Der jüngste Sproß der Usher-Familie kehrt auf den Familiensitz ans Sterbebett seines Vaters zurück. Während seines Aufenthalts muß er erfahren, dass die Legenden, die sich über Jahrhunderte über Usherland ausgebreitet haben, einen realen Kern haben.

Rix Usher, das jüngste Mitglied der Usher-Familie, verdingt sich nach Loslösung von seiner legendenträchtigen Familie als Horrorautor. In Streßmomenten wird er von Panikanfällen heimgesucht, die neben einer schmerzhaften Steigerung seiner Sinneswahrnehmungen bruchstückhafte Bilder aus seiner Vergangenheit zeigen, die er nicht zu deuten weiß. Rix´ Bruder bittet ihn nach Usherland, da das derzeitige Familienoberhaupt Walen Usher im Sterben liegt (er leidet ebenfalls an einer Überempfindlichkeit der Sinnesorgane gepaart mit innerem körperlichen Verfall). Usherland ist ein riesiges Areal, das den Stammsitz (bekannt aus E.A.Poes Geschichte), das Gatehouse (wo die Ushers der McCammon-Geschichte leben), weitläufige Wälder und einige bewohnte Siedlungen umfasst. In den Waldgebieten sollen unheimliche Gestalten umgehen wie der Kürbismann, der des Nachts kleine Jungen in seine Gewalt bringt und verschleppt, und Gierschlund, ein Zwitterwesen – halb Panther, halb Echse -, das das Resultat einer Vereinigung verschiedener Tiere aus dem ehemals abgebrannten Privatzoo der Ushers sein soll. Und das sind noch nicht alle Seltsamkeiten auf Usherland.

Überraschend gut durchdacht und stimmig

Dem Leser wird hier ein wahres Puzzle an Personen und Handlungssträngen geboten. Trotzdem fällt es relativ leicht, jedem Strang zu folgen und auch die eingearbeiteten Rückblenden, die zur näheren Beleuchtung aktueller Ereignisse dienen, gut zuzuordnen. Die Personen sind gut gezeichnet, die Handlungen im Kontext der Geschichte verständlich und nachvollziehbar.

Was die übernatürlichen Elemente des Romans angeht, fackelt Robert McCammon hier ein wahres Feuerwerk an teils skurrilen Einfällen ab, die auf den ersten Blick nicht zueinander passen. Ihm gelingt es aber auch, das Sammelsurium an Themen kompakt erscheinen zu lassen und am Ende tatsächlich so zu fügen, dass sich ein einheitliches und (in Sinne einer Horrorstory natürlich) nachvollziehbares Ganzes ergibt. Es wurde auch keine undenkbare Verknüpfung der Ereignisse präsentiert, sondern die Zusammenhänge lassen sich bereits während der Lektüre erahnen.

Referenzen an Poe

Neben der Familie Usher finden sich im Roman mehrere Anspielungen auf E.A.Poes Geschichten: offensichtlich: „;Die Grube und das Pendel“, „;Die schwarze Katze“ (Gierschlund), „;Der Rabe“ (Raven); weniger eindeutig: „;Tatsachen im Fall Valdemar“, „;Das verräterische Herz“, „;Die Maske des roten Todes“. Weiterhin drängen sich Erinnerungen an Stephen Kings „;Shining“ auf.

Man kann natürlich streiten, ob es notwendig ist, sich hier der Popularität und der Reputation von Edgar Allan Poe zu bedienen, um eine doch eher mittelmäßige Geschichte zu erzählen, die mit einigen Abstrichen auch mit einer beliebigen Familie funktioniert hätte. Zumal die Familie Usher hier gegenüber der Poe-Geschichte doch stark verändert wurde. Mich hat jedenfalls die kurzweilige, flüssige Art und die sinnhafte Zusammenführung der Ereignisse versöhnt. So kann ich die Geschichte zwar keinesfalls als Meisterwerk, aber für den interessierten Leser durchaus als brauchbar empfehlen.

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