Der Erbe der Schatten von Robin Hobb

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Assassin´s Quest“,deutsche Ausgabe erstmals 2017, 1120 Seiten.ISBN 3-7645-3186-X.Übersetzung ins Deutsche von Eva Bauche-Eppers.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Die Memoiren von Fitz, dem Weitseher gehen in ihre dritte Runde87

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Der König ist tot – lang lebe der König. Prinz Edel hat sein Ziel erreicht, er ist der Herrscher über die Sechs Provinzen. Dass er dabei buchstäblich über Leichen gehen musste, dass er mitleidlos intrigiert, verraten und gemordet hat, dass sein Reich von den Piraten der Roten Schiffe heimgesucht und ausgeplündert wird – wen juckt´s, sitzt Edel doch warm und sicher in seinem Herrschersitz.

Der Einzige, der ihm noch hätte gefährlich werden können, Fitz-Chivalric ist ausgeschaltet und wurde für tot erklärt. Fitz selbst kann sich kaum an seine Vergangenheit erinnern – zu nahe ist er seinem Brudertier Nachtauge gekommen, etwas, vor dem ihn alle gewarnt hatten. Mehr Tier als Mensch lebt er in der Wildnis, interessiert sich nicht länger für politische Ränke und Ambitionen verräterischer Adeliger. Wer aber außer ihm ist noch da, um den Usurpator in seine Schranken zu weisen?

Auf der Suche nach dem wahren Erben des Reiches, nach Veritas, begegnet Fitz alten Bekannten; trifft auf Kettricken, Burrich und Chade und muss doch erkennen, dass sie alle sich in den letzten Jahren verändert haben – oftmals nicht zum Guten.

Letztlich ist es an ihm – und dem Narren – dafür Sorge zu tragen, dass der Frieden im Reich wieder hergestellt wird – auch wenn dies große persönliche Opfer und Enttäuschungen für Fitz bereit hält …

Action ist nicht alles

Langatmig, oder hat die Autorin sich Zeit genommen, ihre Geschichte in sich rund zu einem befriedigenden Ende zu bringen?

Die Meinungen der Leser an diesem Abschlussband der ersten Fitz-Trilogie (vorliegend in ihrer vierten Auflage unter neuer Titelbezeichnung) werden weit auseinandergehen.

So mancher Leser wird monieren, dass es an packenden Kämpfen, an Action-Szenen mangelt – und sie haben mit ihrer Kritik Recht.

Nur, und das ist ein großes NUR, Action ist nicht alles und wenig Action heißt beileibe nicht, dass es etwa an Dramatik mangeln würde!

Hier erreicht Hobb fast schon Shakespeare´sche Ausmaße, wird das sonst so gewohnte Happy-End um jeden Preis geschickt und überzeugend vermieden. Überhaupt bemüht sich die Autorin erfolgreich ihre Figuren in sich logisch fortzuentwickeln, auch wenn dies bedeutet, sie so manches Mal drehen zu müssen. Aus Protagonisten werden Antagonisten, Sympathieträger zu eigensüchtigen Widerlingen, der Plot bietet sich melancholisch und doch dicht und packend an.

Natürlich wuchert die Autorin mit ihren sehr detailreich gezeichneten Figuren, doch auch an Überraschungen mangelt es nicht. Zwar lässt Robin Hobb sich auf über 1100 Seiten viel Zeit um ihre Handlung zu einem letztlich befriedigenden Ende zu führen, doch es lohnt sich.

Fazit:

Mit vorliegendem Band schließt Robin Hobb ihre erste von drei Weitseher-Trilogien in sich glaubwürdig und stimmig ab. Dass es hier kein Freudenfest am Ende gibt, dass alle Gestalten von den erlittenen inneren wie äußerlichen Verletzungen gezeichnet sind, trägt nur zur Glaubwürdigkeit bei. Im Herbst 2018 geht es mit der überarbeiteten Übersetzung der zweiten Weitseher Trilogie weiter, bevor 2019 – als Deutsche Erstveröffentlichung – dann endlich die abschließende Biographie von Fitz auf uns wartet.

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