Der wahre Drache von Robin Hobb

Buchvorstellungund Rezension

Der wahre Drache von Robin Hobb

Originalausgabe erschienen 2003unter dem Titel „Fool’s Fate“,deutsche Ausgabe erstmals 2005, 571 Seiten.ISBN 3-404-20573-1.Übersetzung ins Deutsche von Rainer Schumacher.

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In Kürze:

Fitz der Weitseher ist inzwischen fest in den königlichen Hof von Bocksburg integriert. Nur wenige wissen um seine schillernde, verworrene Vergangenheit – und um die Opfer, die er erbringen musste. Noch weniger wissen um seine magischen Fähigkeiten. Mit Prinz Pflichtgetreu zieht er aus, um den Auftrag der Narcheska Elliania auszuführen: Sie sollen auf der Insel Aslevja den legendären Drachen Eisfeuer enthaupten! Doch nicht alle Clans unterstützen den Prinzen bei seinem Unterfangen. Stecken etwa dunklere Mächte hinter dem Auftrag der Narcheska? Krönender Abschluss der zweiten Chroniken um Fitz den Weitseher, dem Helden der höchst erfolgreichen Weitseher-Legende.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Fitz trifft auf die Bleiche Frau – Der Drache muss sterben“65

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Fitz Chivalric Weitseher, der gealterte Gabenmeister, Meuchelmörder und königliche Bastard, begleitet unerkannt als einfacher Soldat unter dem Namen Tom Dachsenbless den Thronprinzen auf dessen Brautschau in die Länder der wilden Seefahrer der äusseren Inseln. Doch bevor die stolze Matriarchin sich unserem Prinzen hingibt, muss dieser, um sich ihrer auch würdig zu erweisen, den im ewigen Eis gefangenen letzten männlichen Drachen erschlagen.

Im für die Übersetzung in zwei Bücher gesplitteten dritten Band der zweiten Weitseher-Trilogie kommt es auf der fest dem ewigen Eis ausgelieferten Insel des Drachen zum Aufeinandertreffen von Fitz und der „Bleichen Frau“. Als selbsternannte Prophetin sucht sie ihre Weissagung vom Untergang der Zivilisation und ihrer anschliessenden Herrschaft über alles Leben wahr werden zu lassen. Doch dazu muss sie Fitz zwingen, den letzten männlichen Drachen zu töten.

Als die Bleiche Frau Fitz und seinen Freund, den Narren, gefangen nimmt, scheint sie ihrem Ziel nahe zu sein. Um die Folterung am Narren zu beenden und um zu verhindern, dass das Wesen seines geliebten Narren in einen Steindrachen einfliesst, gibt Fitz dem Drängen zunächst nach. Mit Sprengpulver sucht unsere Expedition das ewige Eis rund um den schlafenden Drachen aufzusprengen. Die Zeit drängt, denn die Gefährtin des eingeschlossenen Drachen ist auf dem Weg zur Insel. Doch selbst als die Queste erfolgreich beendet ist, ist das Buch noch lange nicht zu Ende …

Fitz ist wie ein guter Freund

Über die Jahre der Lektüre ist mir Fitz wie ein guter Freund ans Herz gewachsen. Robin Hobb nimmt sich den Raum, ihre losen Enden, ihre „Biographie“ von Fitz und seines Freundes, dem Narren, zu einem befriedigenden Ende zu führen. Es gibt viele Geheimnisse aufzuklären, und sie sorgt für ein in sich logisches Happy End, ohne dass dieses kitschig oder aufgesetzt wirkt. Zwar bleiben immer noch einige Entwicklungen, deren Lösung nicht detailliert beschrieben wurde, Problemkreise und Schicksale, die schnell und kurz abgehandelt werden, doch die Geschichte von Fitz wird zu einem runden Ende gebracht.

Viel Leiden, wenig Triumphe und ein bewahrter Zauber

Marcel Reich-Ranicki hat einmal sinngemäss gesagt, dass ihn Bücher fesseln, in denen die Personen leiden. Fitz hat über die insgesamt sechs – in der deutschen Ausgabe sieben Bände – mehr gelitten als die meisten Protagonisten moderner Romane. Dabei hat Robin Hobb es verstanden, uns die Gründe dafür, dass er zwar oft angesichts der Fährnisse, die das Schicksal für ihn bereit hielt, verzweifelte, aber dennoch nie aufgab, wahrhaftig zu machen. Diese nachvollziehbare Nähe gepaart mit der aufgezeigten Entwicklung des Charakters vom Jungen zum gereiften Mann machen diese Bücher zu etwas ganz Besonderem. Nur folgerichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Mysterien um den Narren nicht vollständig aufgeklärt wurden. Der Zauber, der den Narren seit seiner Einführung im Text umgab, bleibt dadurch gewahrt.

Ein paar Worte noch zum Buch selbst. Vorliegender Band erschien bereits in der kleinen, aber wohlfeile Hardcoveredition der „Bibliothek der Phantastischen Literatur“ der Bastei-Lübbe Taschenbücher. Leider weist der Text selbst erneut ungewöhnlich viele Rechtschreibfehler auf, und auch die Übersetzung holpert manches Mal ein wenig. Unnötig hier insbesondere, dass englische Eigennamen eingedeutscht wurden. Ansonsten ein gerade für Hobb ungewöhnlich friedliches Happy-End, das viele Fans mit dem unrühmlichen Ende des Weitseher-Erben in der ersten Trilogie versöhnen wird.

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