Die Karte der Welt von Royce Buckingham

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Mapper“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 608 Seiten.ISBN 3-442-26884-2.Übersetzung ins Deutsche von Michael Pfingstl.

»Die Karte der Welt« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Ein junger Kartograph. Er zeichnet mit Blut und verändert die Welt.
Das Königreich Abrogan wird im Norden durch den Schleier begrenzt. Noch niemand, der ihn durchschritten hat, ist je zurückgekehrt. Als der junge Schweinehirte Wex wegen seines Zeichentalents aufgefordert wird, bei der Vermessung der Grenze zu helfen, freut er sich, sein ärmliches Dorf zu verlassen. Doch dann stellt sich heraus, dass er mit seinen Strichen auf der Landkarte den Schleier zurückdrängt. Dahinter wartet ein Land voller Abenteuer, neuer Gefährten – und ein alter, von Rachegedanken zerfressener Feind.

Ihre Meinung zu »Royce Buckingham: Die Karte der Welt«

Rudolf zu »Royce Buckingham: Die Karte der Welt«15.01.2014
Die vernichtente Kritik hat mich dann doch dazu gebracht eine Kritik zu schreiben. Ich kann mich Raimund nur anschließen. Das Buch habe ich kurzfristig als Reiseliteratur gekauft und diesen Anspruch hat es vollkommen erfüllt.
Die Charaktere sind nicht so tief gezeichnet, wie es über 16/36 Bänder im Rad der Zeit möglich wäre. Auch ist es keine Neuerfindung des Genres. Es handelt sich um flüssig geschriebene Unterhaltungsliteratur, die in der kürze eines Buches eine vollständige Geschichte erzählt. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Für jemanden wir mich, der genau das für einen schönen verregneten Nachmittag bei Tee un d zuviel Schokolade gesucht hat, genau das richtige. Würde es jederzeit wieder kaufen und gerne auch eine schöne Fortsetzung. Potenzial wäre auf jeden Fall noch da!
Raimund Flecken zu »Royce Buckingham: Die Karte der Welt«08.12.2013
Nach der wuchtigen Kritik der Kleinen Eule drängt es mich darauf zu antworten. Der Roman ist in der Tat keine Innovation der Fantasy anders als unter anderen die Romane von Jordan,Sanderson, Hardebusch und Peinkofer. Insofern war auch ich nach der grandiosen Idee der weltverändernden Karte enttäuscht.
Nur ist Fantasy ,anders als es offenbar meine Vorschreiberin meint, Unterhaltung,die in der Regel keinen Anspruch auf Gehalt erhebt.Wirklich differenzierte Charaktere gibt es ansatzweise in den Romanen der oben Genannten,ansonsten sollte KleineEule sich diesbezüglich an die gehobene
Literatur halten.
Außerdem ist der Roman angenehmes Mittelmaß,aber keineswegs so schlecht,wie ihn KleineEule macht.Diverse Klischees werden vermieden.Nein,die Zwerge werden eben nicht zu Freunden der Gruppe und der freundliche Drache denkt nicht daran, in einem Streit Partei zu ergreifen,der ihn nichts angeht.Die anfängliche Abhängigkeit Wex` von Bezugspersonen wird plausibel dargestellt ebenso das allmähliche Freischwimmen von diesen. Weiter wird menschliches Zusammensein im Guten wie im Bösen dargestellt,ohne dass gleich daraus Freundschaft und Verbundenheit über kritische Situationen hinaus werden muss.
Auch der Böse des Romans wird als Mensch mit Problemen dargestellt dessen Sorge es ist,seine Untergebenen im Griff zu behalten.
Der Roman ist eine nette Einführung in die Fantasy für Interessenten,die abschätzen wollen,od das Genre ihnen überhaupt liegt. Nicht mehr und nicht weniger.
DieKleineEule zu »Royce Buckingham: Die Karte der Welt«14.08.2013
Sehr geehrter Leser,

sie haben dieses Buch gekauft, weil sie das Cover ansprechend fanden, sie Werbung dafür gesehen haben, der Klappentext sehr spannend, kreativ und geheimnisvoll spannend anmutete, und weil es sich hier um einen „Spiegel-Bestseller-Autor“ handelt?

Dann waren sie beim Kauf des Buches genau auf demselben Stand wie ich. Sie erwarten tolle, tief entwickelte, mitreißende Charaktere, ein großes Geheimnis, spannende Abenteuer und etwas Neues, Kreatives, Innovatives?

Herzlichen Glückwunsch. Sie haben total daneben gegriffen.

Was sie bekommen:

Einen unterdurchschnittlichen, klischeeüberladenen, Episoden-Roman, in der eine kleine Gruppe mehrere kleine Abenteuer erlebt, die, wenn sie einfach aus dem Buch herausgenommen werden würden, würde dieser Umstand von niemandem bemerkt werden. Keine Charakterentwicklung, kein Tiefgang, und so viele Klischees, die sich von überallher fleißig bedient, dass alles beinahe albern vorhersehbar ist.

Alle Emotionen, alle Reflektionen, alle inneren Gedankengänge, sowie kompletter Tiefgang irgendeiner Thematik werden dem Plot geopfert, der immer nur das allernötigste wie in einer schlechten „Wie bastle ich mir meine unterdurchschnittliche Fantasy-Geschichte zusammen“ – Strich-Checkliste abhakt, um auch ja bloß schnell weiter in der Geschichte zu kommen, die dann auch noch größtenteils einfach nur unterwältigend ist. Unterwältigend deshalb, weil alles, was Ecken, Kanten hätte haben können, spektakulär hätte sein können, total unausgeschlachtet ohne auskosten des vollen Potentials brach und unangetastet liegen gelassen wird.

Im Stile des Buches hier eine schnelle „Checkliste“ der Dinge, die das Buch ruiniert haben, schließlich wollen wir - zack-zack! – schnell in der Bewertung vorankommen.

Sie bekommen außerdem:

-den PLATTESTEN, INAKTIVSTEN, LANGWEILIGSTEN Hauptcharakter der jüngeren Fantasyliteratur
-austauschbare, platte Neben-Charaktere ohne jeglichen Tiefgang
-absolut null Entwicklung in Verhalten, Denken, Aussehen jeglicher beteiligten Figuren
-platte Story mit dermaßen schwach umgesetzten Grundideen, dass sie sich fragen, wie zur Hölle man die coole Idee mit dem Karten-aus-Blut-Erschaffen-Und-Damit-Die-Welt-Verändern so langweilig in den Sand setzen konnte wie hier
-platte Antagonisten, die facettenloser motiviert nicht hätten sein können
-plattes Setting mit 0815-Mittelalter-Fantasywelt ohne jegliche Substanz, die sie schon in 2 Tagen wieder vergessen haben werden

Das Problem mit dem Hauptcharakter Wexford, einem Schweinebauern der gern Karten malt und ein Mädchen im Dorf sehr mag, ist genau das:
Mehr Persönlichkeit hat er einfach nicht. Null. Nada. Er ist der Schweinebauer mit Zeichentalent. Punkt. Aus. Der Autor verzichtet grandios auf jegliche in die Tiefe gehende Charakterisierung.

Das schlimmste ist das absolute NICHTS TUN von Wex. Dauernd bewundert er andere Party-Mitglieder für ihre Fähigkeiten und steht währenddessen planlos in der Gegend herum. Er reflektiert keine Vorkommnisse, lässt sich von den anderen Charakteren herumbeordern, kommt auf keine Idee selbst, muss sich alles erklären lassen, und hüpft fleißig einfach nur von Plotpunkt zu Plotpunkt. Und ist dabei so spektakulär langweilig, dass er, und ich habe gezählt, auf 20 gesprochenen Sätze im Buch etwa einen Anteil von zwei Sätzen hat. Selbst reden will dieser persönlichkeitslose Cardboard-Cutout Roboter, der nur dafür da ist, halt jemanden zu haben durch dessen Augen man die Welt sieht, nicht. Grauenvoll!

Alle anderen Gruppenmitglieder ereilt dasselbe Schicksal. Zwei, Drei Sätze reichen vollkommen aus, um deren Persönlichkeit einzufangen, mehr braucht man ja schließlich auch nicht, stimmts? Es soll ja schließlich schnell gehen, fix fix bloß ab jetzt zum nächsten Plotpunkt!

Auf 500 Seiten kleinerer Abenteuer gibt es immer denselben Ablauf: Wex erstellt einen neuen Kartenteil, es gibt Schwierigkeiten, ein Gruppenmitglied hat ZUFÄLLIGERWEISE genau die Fähigkeit, die gebraucht wird um die Situation zu entschärfen, und dann schreit irgendjemand „Das ist alles nur die Schuld dieses Kartenzeichners!“. Dann fordert man Wex auf, erneut zu zeichnen, und alles geht von vorn los. Es ist zum Kopfschütteln. Achten sie einmal darauf, der Ablauf ist IMMER gleich! Soviel zum Thema Spannung: Durch die Vorhersehbarkeit aller Abläufe geht die Spannung verloren.

Der einzige Punkt, der Spannung erzeugt, ist der Blickwinkel des Antagonisten, der übrigens als einziger Charakter im kompletten Buch Proaktivität zeigt, und somit eine eigene, viel spannendere Geschichte für sich entwickelt, die letzten Endes allerdings an den eigenen Mega-Klischees erstirbt.

Viele Charaktere verhalten sich Migräne-Attacken auslösend dumm, wie z.B die „erfahrenen“ Soldaten, die die Gruppe zu anfangs anführen, und dabei von einem Fettnäpfchen ins nächste trapsen, um dann danach direkt den Geist aufzugeben, peinlich. Die Gruppe stolpert einfach hin und her, hat keine Ahnung was passiert und macht sich aber auch über nichts wirklich Gedanken. Würde man von den Leuten, die Wex begleiten, zwei oder drei einfach weglassen, würde das nirgendwo auffallen. Das allein spricht schon für die Qualität der Geschichte und natürlich auch für den Charaktertiefgang.

Laut lachen kann man übrigens auch bei der Einführung des Antagonisten. Er beschreibt seitenweise, dass er zu nichts Antrieb hat, er zu nichts motiviert ist, keine Emotionen hat, nur um drei Seiten später zu sagen „Hey, wenn ich diesen Typen, dem ich Rache geschworen habe, kaltmache, dann habe ich bestimmt wieder Antrieb!“ – was schon wieder ein Antrieb in sich ist, und somit alle vorangegangenen Seiten komplett negiert. Aber aber, ein Bösewicht braucht ja auch schließlich möglichst schnell möglichst starke aber komplett hirntote Untertanen, die für ihn die Drecksarbeit machen, richtig? Super, kein Problem, denn auf der nächsten Seite sind gleich einige davon im Sonderangebot im „Minions-for-evil-dudes“-Supermarkt! Also, einfach rein, sich bedienen, und schon hat man eine Armee aus Kannibalen-Killermaschinen, die einem jede Arbeit abnehmen. Ehrlich, alles was mir in dieser Szene noch gefehlt hätte, wäre ein im Hintergrund einschlagender Blitz vor einem schwarzen Spukschloss gewesen.

Zur Story:

Ich fand die Idee mit dem Karten zeichnen wundervoll und bin davon ausgegangen, dass das Konzept an und für sich schon dermaßen viel Spielraum für tolle Ideen lässt, dass man hier eigentlich nichts in den Sand setzen kann.

„Man“ kann anscheinend, indem man es unspektakulär und langweilig macht. Und platt. Dieses Wort ist mir auf jeder zweiten Seite immer und immer wieder durch den Kopf gegangen. Platt. Wäre ich während dieser Lektüre in einem Restaurant gewesen, hätte ich wahrscheinlich, ohne es zu wollen, immer wieder gebratene Scholle bestellt, weil ich kein anderes Wort mehr herausgebracht hätte.

Jetzt der riesige, gewaltige und unfassbar blöde Logikfehler des ganzes Buches ist folgender: Wex erschafft jede Realität, die er zeichnet. Und niemand kommt auf das offensichtlichste:

„Wir sind verloren, und müssen unbedingt zurück!“
„Sehr gut, malen wir einen Tunnel zur anderen Seite und gehen einfach zurück!“
„Aber… das geht nicht!“
„Warum?“
„Weil… dann wäre die Geschichte nach 50 Seiten zuende?“
„Oh. Stimmt. Das geht natürlich nicht.“

Das Magiesystem hat eine großartige Grundidee, ist aber zu faul sich auch nur im Geringsten über die Ausarbeitung Gedanken zu machen. Das ist gerade bei solch großen Fähigkeiten wie „Welt verändern mit zeichnen“ ein absolut unverzeihbares Foul. Sehr schade!

Die Auflösung, warum und wie Wex dass mit der Karte kann, … wird viel zu schnell und in ein paar Sätzen abgehandelt. Auf Wiedersehen, große Mysterien.

Herzlichen Glückwunsch an Royce Buckingham für diesen „Bestseller“. Es wird seinen Grund gehabt haben, warum das Buch zuerst auf dem kleineren, deutschen Markt „getestet“ wurde, bevor man die Muttersprachler des Autors auf dieses Werk loslassen wollte.
Ihr Kommentar zu Die Karte der Welt

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.