Mürrische Monster von Royce Buckingham

Buchvorstellungund Rezension

Mürrische Monster von Royce Buckingham

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Demoneater“,, 256 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Joannis Stefanidis.

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In Kürze:

In Seattle herrscht das reinste Chaos! Irgendetwas jagt den Dämonen der Stadt furchtbare Angst ein. Die panischen Monster richten ein heilloses Durcheinander an, das weit über ihr übliches Treiben hinausgeht. Nathan, der junge, unerfahrene Dämonenhüter, ist ratlos. Er kann sich einfach nicht erklären, was seine Schützlinge so aufgebracht haben könnte – bis er entdeckt, dass ein Dämonenfresser in der Stadt wütet. Nathans Hausdämonen wären zwar mehr als begeistert, sich mit ihm in die Schlacht zu stürzen, doch das beunruhigt ihn nur noch mehr. Ein Glück, dass gerade jetzt die coole Lilli mit ihrem knallbunten Hippiebus in Seattle auftaucht. Denn Nathan kann wirklich jede Unterstützung gebrauchen, und die selbstsichere junge Frau scheint eine viel erfahrenere Dämonenhüterin zu sein als er selbst. Doch ist Lilli nur zufällig erschienen, oder ist sie etwa für das Treiben des Dämonenfressers verantwortlich? Nathan bleibt nur wenig Zeit, die Wahrheit zu ergründen, wenn er seine geliebten Monster retten will …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Dämonen sind wieder da“70

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Chaos ist die Nahrung des freien Geistes, ohne sie verdorrt die Seele (S. 149)

Richie ist Lehrling. Nicht irgendeiner, oh nein, sondern der Lehrling von Nate, dem Dämonenhüter. In ihrem Haus hüten sie die widerspenstigsten Manifestationen des Chaos, man könnte sie auch als lebendig gewordene Entropie bezeichnen. Dass Richie vor nicht allzu langer Zeit noch als Straßenjunge sein karges Dasein fristete, kommt ihm nun wie ein Traum vor. Himmelbett, Galadiners und einen eigenen Butler – Moment, da stimmt etwas nicht.

Statt Himmelbett liegt er doch in einem eigensinnigen Schlafwandler-Bettkasten, der ihn jeden Morgen an einen anderen, unmöglichen Ort entführt, statt Festessen muss er das Tier – sorry TIER – im Keller füttern und Butler, na ja eher Leibknecht ist er selber. Er darf sich um die Dämonen kümmern, aufräumen, putzen und die widerspenstige Brombeerhecke schneiden, alles Tätigkeiten, die sein Lehrherr selbst nicht erledigen mag.

Dann aber geht mal wieder so einiges schief in Seattle. Als der stadteigene Beton-Troll von seinem angestammten Platz verschwindet, ist das der erste Hinweis, dass neue Gefahr droht. Spaltendämonen und der Feuerdämon Zünder fliehen vor dem Unbekannten, und auch die flippig in einem ehemaligen Tour-Bus aus den 60er Jahren angereiste Dämonensammlerin Lilli wird von dem Dämonenfresser heimgesucht. Nachdem dieser seinen ersten Appetit in Lillis Bus gestillt hat, sucht er weiteren Nachschub für seinen dicken Bauch – und wo nur kann man mehr Dämonen finden als in Nates Hüterhaus?

Temporeiche und lustige Unterhaltung für eine jugendliche Zielgruppe

Zum Start des Penhaligon-Verlages suchte und fand der Verlag unterschiedlichste Texte. Den Bereich des humorvollen Jugendbuches besetzte damals Royce Buckingham mit seinem Dämonenroman. Und selbiger entwickelte sich in kurzer Zeit zum Bestseller. Die Kombination aus jugendlichen Protagonisten, einer spritzig-lustigen Handlung und Gruseldämonen bewies Zugkraft.

Endlich, nach rund einem Jahr präsentiert der Autor den Folgeband. Und er legt noch eine Schippe drauf. Hatten im ersten Teil der siebzehnjährige Dämonenhüter Nathan, genannt Nate, und die schüchterne Bibliothekarassistentin Sandy zueinander gefunden, so mischt ein neues Mädchen in der Stadt das junge Glück mächtig auf.

Nicht nur, dass Lilli den Reiz des Anderen, der Aussteigerin ohne Verpflichtungen ausstrahlt, und in Batikkleid und Flip-Flops beneidenswert gut aussieht, nein, sie hat auch noch selbst die Gabe, Dämonen zu erkennen und an sich zu binden. Kein Wunder, dass Sandy ein wenig hilflos, später dann eifersüchtig reagiert. Das ist genau das, was die jugendliche Zielgruppe tagtäglich am eigenen Leib erlebt. Hier besteht die Möglichkeit sich mit seinen Erzählern zu identifizieren. Beziehungsprobleme, Eifersucht das sind Themen, die die Leserinnen bewegen.

Verpackt ist dies in eine erneut spannend aufbereitete Handlung. Zwar ist der erste Schwung ein wenig draußen, die Hauptpersonen sind ebenso eingeführt wie das merkwürdig anheimelnde Haus, in dem die Dämonen gefangen gehalten werden, doch die Jagd, die sich unsere Helden und der Dämonenfresser liefern, sorgt für genügend Drive und Action.
Natürlich bleibt die Handlung über weite Strecken oberflächlich, die Bedrohung durch den Dämonenfresser diffus, doch das macht nichts. Der teilweise atemberaubend rasant aufgezogene Plot zieht den Leser in seinen Bann.

Weiter ausgebaut wird auch die persönliche Historie von Nate. Wir erfahren, wie er ursprünglich zu seinem Erbe als Dämonenhüter kam, was ihn bewegt, einige der übernatürlichen Wesen mit unerbittlichem Hass zu verfolgen. Hier sorgt der Autor für weitere Tiefe und Glaubwürdigkeit.

Erfreulich kurz bietet sich der Roman an, der stilistisch eher einfach gestrickte Unterhaltung offeriert, inhaltlich aber zu entzücken weiß. Ein nettes Mitbringsel für Kinder und Jugendliche ab 12, das auch wegen der Interesse weckenden Titelbildgestaltung die potentiellen Leser neugierig macht.

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