Laferus - Zwei Hufe für eine Mahlzeit von

Buchvorstellungund Rezension

Laferus - Zwei Hufe für eine Mahlzeit von

Originalausgabe erschienen 2012ISBN 3943378004.

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In Kürze:

Es war leicht ein Held zu sein, wenn man von den Göttern geliebt wurde, und selbst denen, die sich ihren Zorn zugezogen hatten, stand ein folgenreiches Schicksal bevor. Doch die, deren sie sich schämten, waren dazu verdammt, ein Leben im Schatten aller anderer zu fristen – es sei denn, die Liebe zu einem Talent war stärker als die Gunst der Götter. Laferus war ein Koch im Tal der ungeliebten Kinder. Hervorgegangen aus der unsäglichen Beziehung zwischen Satyr und Gigant besaß er nicht mehr, als die Liebe zum Kochen. Angewidert von der Bedeutungslosigkeit seines Lebens und dem faden Geschmack seiner Kochkünste, stellt er sich gegen den Willen der Götter und brach aus seinem Gefängnis aus. Auf der Suche nach neuen Zutaten und Rezepten stolperte er in ein Abenteuer, dass nicht nur Würze in das Essen sondern auch in sein Leben bringen sollte. Um ein Held zu sein, sich gegen Zentauren, Harpyien und Drachen zu behaupten, genügt nicht immer nur ein Schwert. Manchmal muss man einfach die Kelle kreisen lassen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein kurzweilig witziges Fantasyvergnügen“60

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Das bunte Treiben auf dem Olymp hat zahlreiche Mischwesen wie Satyrn (Menschesel) entstehen lassen und einen Krieg zwischen Göttern und Giganten heraufbeschworen. Die Giganten wurden geschlagen, doch nun wurde es selbst Zeus, der zuvor kräftig mitgezeugt hatte, zu bunt. Er verbannte die Kinder der Satyrn auf die Insel Mythgannor, in das Tal der ungeliebten Kinder. Hier leben sie, längst vergessen von den Göttern und der restlichen Welt, umgeben von den Ringbergen und bewacht von einer monströsen, ebenfalls ungeliebten Kreatur. Doch einer der ungeliebten Kinder will den Rest der Insel sehen, seine Bewohner kennenlernen und vor allem – seine Rezeptsammlung und Zutatenliste erweitern. Laferus ist ein Sagant, der Abkomme eines Satyr und eines Riesen und ein viel zu groß geratener Koch aus Leidenschaft. Einerseits hat das Tal nur wenige kulinarische Köstlichkeiten zu bieten, andererseits fragt er sich, was die anderen Bewohner der Insel an sich haben, das die Götter sie bevorzugen. Laferus zieht los und trifft auf seltsame Kreaturen, zum Beispiel einen zu klein geratenen Drachen. Dafür hat Poldi eine große Klappe und teilt Laferus Leidenschaft für Gaumenfreuden und Abenteuer.

Ein schlagfertiges Gespann

Wenn man sich die Bücher des Stephan Russbült anschaut, fällt eines auf: Der Autor scheint sich auf die hässlichen, weniger heldentauglichen Völker der Fantasywelten wie Oger und Dämonen zu spezialisieren, „Laferus-Zwei Hufe für eine Mahlzeit“ macht da keine Ausnahme. Der Riesensatyr Laferus und der Minidrache Poldi sind immer für einen frechen Spruch und ein schmackhaftes Gericht gut – aber Helden im klassischen Sinn sind sie nicht. Diese beiden so unterschiedlichen Wesen raufen sich zusammen, um sich und die Leser mit Streitgesprächen und Frotzeleien zu belustigen und einige Widersacher in die Flucht zu schlagen. Sie wachsen einem direkt ans Herz, nicht nur weil sie uns zum Lachen bringen, sondern weil sie trotz ihrer Absonderlichkeiten so herrlich menschliche Schwächen haben.

„Laferus-Zwei Hufe für eine Mahlzeit“ lebt von der Skurrilität der Figuren, von Ironie und Witz und von den originellen Tricks, mit denen die beiden Abenteurer zu verhindern wissen, selbst als eine Mahlzeit zu enden. Denn sowohl Gnome als auch Zentauren (Menschpferde) und Harpyien (Menschvögel) trachten danach, ihnen das Fell abzuziehen und ihrerseits in den Topf zu stecken. Bevor es dann auf den letzten Seiten doch noch etwas mehr zu tun gibt, als nur davonzukommen.

Die Geschichte liest sich zügig und höchst unterhaltsam in einem Rutsch, dafür sorgt schon Russbülts trockener humorvoller Schreibstil, durchsetzt mit feinen sarkastischen Spitzen. Für Abwechslung und eine noch stärkerer Identifizierung mit der Hauptfigur sorgen 18 Tagebucheinträge, in denen Laferus seine ganz persönliche Sicht der Ereignisse jeweils am Kapitelende darlegt. Die eigentliche Handlung wird – mit Ausnahme des ersten Kapitels – aus Laferus Sicht in der dritten Person erzählt. Doch insgesamt passiert auch gemessen an der Kürze des Romans von 200 Seiten nicht gerade viel. Ganz zum Schluss kehren wir zu der griechischen Mythologie zurück, die wir schon zu Beginn gestreift haben, Stephan Russbült hat sich eine schöne Pointe einfallen lassen. Schade, dass die Handlung sonst keine weiteren Highlights als dieses Finale zu bieten hat – aber immerhin lustige Dialoge, wie den nach dem Erhalt des Römertopfs:

„Es ist kein Drachenei“ berichtigte er „es ist ein Römer.“ Schlagartig hörte Poldi auf zu hüpfen und zog eine Grimasse. „Römer legen keine Eier und sie werden auch nicht aus welchen geboren. Du scheinst da etwas durcheinanderzubringen.“
„Kein menschlicher Römer“, erklärte Laferus „Ich meine einen Römertopf. Das ist ein Gefäß mit einem Deckel zum Garen.“ [..]
„Erstens sind Römer viel zu groß für den kleinen Topf und zweitens würde so ein dämlicher Deckel sie nicht daran hindern herauszuspringen, bevor Du sie weich gekocht hast.“

(Eva Bergschneider, März 2012)

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