Der Buick von Stephen King

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2002unter dem Titel „From a Buick“,deutsche Ausgabe erstmals 2002, 512 Seiten.ISBN 3-548-25702-X.Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Kleinschmidt.

»Der Buick« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Ein alter Buick taucht eines Morgens an einer Tankstelle im westlichen Pennsylvania auf – ein Straßenkreuzer, der genau wie sein Eigentümer vom Himmel gefallen zu sein scheint. Der Fahrer, ein geheimnisvoller Mann in einem schwarzen Mantel, verschwindet und schließlich erweist sich, dass der Wagen genauso wenig ein Buick wie der Typ im schwarzen Mantel ein Mensch ist. Der Wagen wird von den Männern der State Police beschlagnahmt und in einem Schuppen abgestellt, wo er bald ein ungewöhnliches Eigenleben entwickelt …

Das meint phantastik-couch.de: „Lauernder Schrecken unter schöngeformtem Blech“90

Horror-Rezension von Michael Drewniok

Über Statler, einer kleinen Stadt im Westen des US-Staates Pennsylvania, wachen die Männer und Frauen der State Police. Die kleine Polizeikaserne ist für Troop D nicht nur Dienstort, sondern eine zweite Heimat. Man hält zusammen und regelt die Dinge notfalls unter sich und ohne Einmischung von offizieller Seite.

Im Schuppen B hinter der Kaserne steht deshalb seit vielen Jahren sorgfältig versteckt ein fabelhaft erhaltener Oldtimer der Marke Buick Roadmaster, eigentlich gebaut im Jahre 1958. Dieser „Buick Eight“ ist allerdings kein Auto, sondern eine Attrappe in Pkw-Gestalt – das rätselhafte Artefakt einer Intelligenz, die ganz sicher nicht von dieser Welt stammt. Obwohl der Buick über keinen Antrieb verfügt, öffnet er das Tor in eine andere, überaus gefährliche Dimension. Durch dieses Portal verschwand der ahnungslose Trooper Ennis Rafferty 1979 auf Nimmerwiedersehen. Seine entsetzten Kollegen vertuschten die Tragödie und wurden zu Hütern des Buick.

Seit beinahe dreißig Jahren versuchen die Männer, das Rätsel des Vehikels zu lüften. Doch es bleibt ein Mysterium; ein hochgradig gefährliches dazu, denn als Transporter funktioniert der Buick in beide Richtungen. Mehrfach sind „Besucher“ aus der „Twilight Zone“ in Schuppen B aufgetaucht – unendlich fremde, grässlich anzusehende Kreaturen, die in der für sie giftigen Erdluft rasch zugrunde gingen, aber manchmal lange genug lebten, um Angst, Schrecken und Tod zu verbreiten.

Der junge Ned Wilcox will Gewissheit erzwingen, wo der gesamte Troop D scheiterte. Ganz bewusst öffnet er weit die Schleuse zu jener anderen Welt. Darauf hat der Buick nur gewartet, zum ersten Mal spielt er sein Kraftpotenzial voll aus. Die Folgen sind buchstäblich unglaublich …

Poliertes Ding aus einer anderen Welt

Schon mit „Duddits – Dreamcatcher“ hatte es sich 2001 angekündigt: Nach seinem schweren Unfall 1999, vor allem aber nach Meisterung seiner langen Alkohol- und Drogenabhängigkeit fand der Schriftsteller Stephen King zu einer Form zurück, die man ihm nach mehreren eher enttäuschenden Werken nicht mehr zugetraut hatte. Dieses Hoch blieb zwar fragil; im 21. Jahrhundert gehört King nicht mehr zu den Garanten wirkungskräftigen Grusels. Für eine angenehme, d. h. spannend zu lesende Überraschung ist er freilich weiterhin gut.

Nach Ansicht strenger Kritiker und vieler Leser gehört Der Buick von 2002 nicht auf die Liste der lobenswerten King-Werke. Das ist erstaunlich, betritt der fleißige Verfasser mit diesem Roman zumindest nach Ansicht dieses Rezensenten durchaus erfolgreich Neuland. Schon die Ausgangssituation ist ungewöhnlich: Es gibt keine stringente Handlung, und das Zentrum des Schreckens stellt ein altes Auto dar, das sich nie aus eigener Kraft nur einen Millimeter bewegt. Aus dieser Konstellation Spannung und Schrecken zu schlagen, ist definitiv ein Beleg für schriftstellerisches Talent!

Dazu kommt die wohltuende Kürze des Werkes. 500 Seiten sind nicht gerade wenig, doch im Vergleich zu den immer umfangreicher werdenden King-Geschichten vor allem der Jahre vor 2000 fällt das angemessene Verhältnis zwischen Story-Potenzial und Umfang angenehm auf. Es wird deutlich, was Stephen King so beliebt und berühmt gemacht hat: Hier ist ein Autor, der das Unheimliche nicht nur in einzelnen Szenen heraufzubeschwören, sondern es in eine Gesamtgeschichte zu integrieren weiß, die kundig die Spannung aufbaut, meisterhaft hält und stetig intensiviert, um in einem furiosen Finale die Fetzen fliegen zu lassen.

Blechspinne in ihrem Netz

Dabei scheint Der Buick ein Roman ohne Handlung zu sein: Da sitzen einige Männer (und eine Frau) und erzählen Geschichten, die sich längst ereignet haben. Der Buick, der doch die Rolle des Monsters innehat, bleibt derweil in seinem Schuppen und fährt keinen Millimeter. Das ist von King ebenso boshaft wie klug ausgedacht. Er nimmt dadurch u. a. jenen Kritikern den Wind aus den Segeln, die sich darüber mokieren, dass King nach Christine erneut ein Geisterauto ins Zentrum einer Geschichte stellt: Christine legte im Gegensatz zum Buick eine bemerkenswerte Mobilität an den Tag (und die Nacht).

King selbst richtete an Adresse besagter Kritiker die (rhetorische) Frage, welcher wirklich neue Plot denn einem Schriftsteller noch einfallen könne, der fünfzig Romane verfasst habe? (Seitdem sind bekanntlich nicht wenige Werke hinzugekommen.) In der Tat haben unzählige Buch- und TV-Autoren praktisch sämtliche Mystery-Motive ausgeschöpft. Selbst ein Profi wie King gerät deshalb zwangsläufig auf bereits beackerte Felder. Der Buick Roadmaster ist eindeutig das Transportmittel eines „Mannes in Schwarz“, die als tölpelhafte Kundschafter angeblich außerirdischer Besucher untrennbar zur UFO-Legende ab 1950 gehören.

Das Portal in eine andere, gar nicht angenehme Welt, deren Bewohner ungesunde Neugier am irdischen Diesseits entwickeln, ist ein Grusel-Topos, das vor allem durch H. P. Lovecraft (1890-1937) an Dynamik gewann. Er interpretierte „das Jenseits“ als Bereich eines Universums, das sich dem menschlichen Verständnis weitgehend entzieht, obwohl sich selbst dort, wo die Welt vertraut wirkt, unerwartete Nischen auftun können. Lovecraft mischte auf diese Weise überaus gekonnt den Horror mit der Science Fiction, und King – ohnehin ein Bewunderer Lovecrafts – bedient sich in Der Buick seines Rezeptes.

Das Rätsel als Lösung

Er bringt es dabei auf Millenniums-Niveau, berücksichtigt dabei aber einen zeitlosen Kunstgriff, den Lovecraft perfekt beherrschte: Dem in die Welt gestellten Rätsel wird die Aufklärung verweigert. Lovecraft postulierte eine außerirdische Fremdheit, die der Mensch buchstäblich nicht begreifen kann. Nur Bruchstücke der anderen Welt werden sichtbar, während die meisten Autoren diese zu einem Gesamtbild zusammensetzen.

Auch in Der Buick bleibt dieser Aha-Moment aus. Genau das will Ned Wilcox nicht akzeptieren. Während sein Vater irgendwann begriffen hatte, dass er das Buick-Mysterium nicht lösen konnte, ist Ned bereit, einen Schritt weiterzugehen. Er blendet aus, dass dies sein letzter sein würde. Hier entfaltet sich eine zweite Erzählebene: King erzählt in Der Buick von der Kraft menschlicher Solidarität. Dies ist sein Markenzeichen, denn nie hat sich der Autor darauf beschränkt, eindimensional bösartige Monster auf Pappkameraden zu hetzen. Emotionen prägen das menschliche Zusammenleben. Was allgemein bekannt und alltäglich ist, lässt sich erstaunlicherweise nur schwer in Worte fassen, die nicht nach Phrasen oder gar lächerlich klingen. King verfügt über die seltene Gabe, das ebenso Alltägliche wie Lebenswichtige so auszudrücken, dass es sich selbstverständlich mitteilt.

Nicht der Buick steht für die Trooper im Mittelpunkt: Dies ist es, was sie Ned eigentlich klarmachen wollen. Freundschaft, Liebe, Familie, Zusammenhalt: DAS sind die Werte, die einen Menschen leiten sollen. Der Buick symbolisiert die Sackgassen, in die er stattdessen geraten kann. Er steht für falsche Entscheidungen, Lügen, Gewalt, Sucht oder Verbrechen: Verlockungen, die sich irgendwann gegen jene wenden, die sich von ihnen haben locken lassen. Deshalb ist die Geschichte des Buicks auch die Geschichte von Troop D, die diese Lektion im Laufe eines Vierteljahrhundert begriffen haben – oder eben nicht: Das daraus erwachsende Unglück wird keineswegs immer vom Buick verursacht. Man kann und darf ihn nur bedingt verantwortlich machen, denn er ist nur ein Ding aus einer anderen Welt. Hält man sich fern, gibt es keine bösen Folgen.

Ohne erhobenen Zeigefinger

Macht man King die scheinbare Statik seiner Geschicht nicht zum Vorwurf, bietet Der Buick Spannung und Grusel für viele angenehme Lektüre-Stunden. Natürlich ist dies nur bedingt der fein gesponnene, ‚psychologische’ Horror, den die Literaturkritik ebenso wehmütig wie scheinheilig einzufordern pflegt. Dieser ist freilich nicht Kings Metier, wie er selbst nie müde wird zu erwähnen. Trotzdem lässt sein gern zitiertes Bild vom „Hamburger mit einer großen Portion Fritten“ als Pendant zum typischen King-Roman viel Koketterie erkennen: Der Meister weiß sehr gut, was er kann. Auch Der Buick ist nicht einfach „nur“ aufregend. Das Drumherum stimmt: Wieder hat King mit den Männern und Frauen von Troop D echte Menschen, keine Helden oder Schurken, sondern (US-amerikanische) Durchschnitts-Bürger geschaffen. Dies schließt die „Loser“ – Säufer, Schläger, Dummköpfe – ausdrücklich ein: King geht seit jeher davon aus, dass die Gesellschaft sich ihre menschlichen Monster selbst erschafft.

Noch einmal zur „Buick“-Kritik: Es trifft zu, dass King zu viel des Guten tut, wenn er seinem Publikum die aus dem Kofferraum schlüpfenden Ungetüme in allen Details vor Augen führt. Lovecraft wurde derselbe Vorwurf gemacht. Seltsamerweise liest man seine Geschichten deshalb heute nicht wenig gern und oft. Es kommt auch hier darauf an, dass man es richtig macht. Der alte Mann aus Maine zieht noch manchen Trumpf aus dem Ärmel; die Episode mit dem im eigenen Saft kochenden Polizeihund Mr. Dillon ist in ihrer Mischung aus Tragödie, Grauen und rabenschwarzer Komik King at his best: Er bietet Volldampf im Kessel, wenn’s sein muss. Deshalb zum Teufel mit den Nörglern!

Ihre Meinung zu »Stephen King: Der Buick«

V zu »Stephen King: Der Buick«25.02.2012
Ich hab das Buch gekauft weil Stephen King draufstand und ich einiges erwartet habe. Es hat mich enttäuscht. Es hat lange gedauert bis ich es endlich durch hatte, weil selbst die spannenden Stellen für mich nicht spannend waren. Zugegeben zum Schluss gabs den einen Moment wo ich den Atem kurz angehalten hatte, aber sonst hätte er es auch nicht richtig gemacht. Ich weiß nicht ob er das mit dem Buch bezwecken wollte, aber mich hat es auf eine ziemlich persönliche Art und Weise berührt. Ich dachte ich wäre ein geduldiger Mensch, aber anscheinend bin ich wie Ned, der Sohn des umgekommenen Troopers, ungeduldig und will lieber sofort das Ende der Geschichte wissen. Doch im nachhinein habe ich es bemerkt und wenn ich an das Buch zurückdenke bleibt mir in Erinnerung, wie langweilig es zu lesen war, was es über mich offenbart hat und diese Bank mit dem Blick auf die Garage und ein paar guten Freunden die eine Geschichte zu erzählen haben.
tobias zu »Stephen King: Der Buick«31.08.2011
Natürlich ist das Buch nicht zu vergleichen mit ''Friedhof der Kuscheltiere''.
Aber ich stehe nicht so auf die extremen Horrorbücher bei denen man schon auf Seite 20 durchdreht.
Und für mich ist ''Der Buick'' das perfekte Buch um mal ein wenig von Stephen Kings einmaliger Schreibweise zu erleben.
Es Kommt einem vor als würde man neben den Personen stehen und sich alles anschauen.
Und bei anderen Büchern von Stephen King will Ich das garnicht.

Also KAUFEN wenn ihr ein kleines Stück Stephen King erleben wollt.
(nichts für extreme Horror Liebhaber)
KingfanNo.Uno zu »Stephen King: Der Buick«13.08.2011
Wie kann man diesen Roman schlecht finden???
Mir ist es mehrfach beim Lesen ganz anders geworden und ich musste mich manchmal wegen Zeitmangel zwingen, das Buch mal eben beiseite zu legen.
Sauspannend und unheimlich!!!
Ich glaube, das viele Leute die technischen Daten nicht verstehen und daher das Buch nicht mögen. Wie soll z.B. eine Fiat-Punto-fahrende Hausfrau auch wissen, wie ein amerikanischer V8-Motor funktioniert? Ist klar, dass an diesen gwiseen Stellen im Buch dann etwas Missmut aufkommt.
Und an alle, die hier schreiben "Is ja ganz anders als Christine"..... usw.:
Klar ist es anders, sonst würde es ja auch Christine heißen. Und wer Christine lesen will, der soll doch bitte auch Christine lesen und nicht Buick-Fans den Spaß verderben!
Zenek zu »Stephen King: Der Buick«23.01.2010
Schlecht. Wirklich schlecht. Dieses Buch ist gar nicht spannend, gar nicht toll, gar nicht King.
Stephen King ist zwar ein netter Autor, doch dieses Buch ist einfach schlecht.
Bitte: NICHT KAUFEN! lest Dead Zone, FFriedhof der Kuscheltiere, es... Aber das hier ist gaaar nicht lesenswert.
Was kann man noch sagen... Viele vergleichen dieses Buch mit Christine. Aber es ist anders...
Es ist schlechter
Dina zu »Stephen King: Der Buick«26.09.2007
Ich bin zwar noch nicht ganz fertig mit diesem Buch, bin aber leider jetzt schon enttäuscht, da es den anderen King-Büchern von der Spannung her nicht sehr ähnelt. Ich bin ca. in der Mitte und ertappe mich öfters dabei, dass ich mich frage wieviel ich denn noch lesen müsste, um ich endlich das vielleicht gar nicht so spannende Ende zu erfahren.
Da ist zum Beispiel "Friedhof der Kuscheltiere" nicht damit zu vergleichen
Andrea zu »Stephen King: Der Buick«27.10.2006
Anders als meine Vorgänger, muss ich sagen, dass mir das Buch total gut gefallen hat. Die Idee eines Monster Autos, find ich gar nicht so schlecht und er hatte die Idee schließlich nicht nur einmal (siehe Christine). Wenn mein Auto ein Eigenleben entwickeln würde, bekäme ich schon Angst. Ich würde es allerdings nicht mit den Klassikern, wie hier schon einmal erwähnt vergleichen und vielleicht auch nicht unbedingt für diejenigen weiterempfehlen, die erst am Anfang der Stephen-King Welt stehen. Trotz allem, ist das Buch sehr lesenswert.
Dissi zu »Stephen King: Der Buick«28.09.2006
Eigentlich bin ich ein King-Fan. Leider ist dieses Buch nichts anderes als eine Geschichte, die nicht besonders unterhaltsam ist und nur vor sich hin plätschert. Man wartet ständig darauf, dass endlich mal etwas passiert. Von Horror ist jedoch bis zum Schluss nichts zu bemerken. Selbst den Charakteren fehlt jedes Leben. Schade, aber ich kann es leider niemandem weiterempfehlen.
Wer es spannend mag, hält sich lieber an die Klassiker "Es", "Desparation", "In einer kleinen Stadt" und "Shining".
RAVEN zu »Stephen King: Der Buick«13.09.2006
RIP hat wirklich recht, ich habe jetzt gerade dieses buch angefangen und es ist das schlechste von King das ich je gelesen hab,es ist gahr nicht gruselig, und es macht sich sehr sehr langweilig und die leute sind mir auch nicht nett... Bitte lesen sie andere bücher, weil dieses nur für schlaflosige die einmal wider gut schlafen möchten
Gute nacht
R.I.P. zu »Stephen King: Der Buick«08.09.2006
Dieses buch ist leider nicht das beste von stephen king: ein monster- auto macht erstens keine angst und ist auch ein bischen lächerlich. Die geschichte ist auch nicht zum umwerfen, und das ende... Das ist wirklich SCHLECHT!!! Wenn ihr noch kein stephen king buch gelesen habt, kauft bitte nicht buick als erste... Ist irgendwehr anderer meinung??? Dann schreibt einfach an kokoro_666@hotmail.com...
Ihr Kommentar zu Der Buick

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.