Doctor Sleep von Stephen King

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Doctor Sleep“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 704 Seiten.ISBN 3-453-26855-5.Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Kleinschmidt.

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In Kürze:

Auf Amerikas Highways ist eine mörderische Sekte unterwegs. Sie hat es auf Kinder abgesehen, die das Shining haben. Stephen King kehrt zu den Figuren und Szenerien eines seiner berühmtesten Romane zurück: Der Dreirad fahrende kleine Danny, der im Hotel Overlook so unter seinem besessenen Vater hat leiden müssen, ist erwachsen geworden. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los, und wieder gerät er in einen Kampf zwischen Gut und Böse. Die zwölfjährige Abra hat das Shining. Kann er sie retten?

Nur mühevoll kann Dan Torrance die Schrecken verarbeiten, die er als kleines Kind im Hotel Overlook erlitten hat. Obendrein hat er die Suchtkrankheit seines besessenen Vaters geerbt und nimmt daher fleißig an Treffen der Anonymen Alkoholiker teil. Seine paranormalen Fähigkeiten – das Shining – setzt er nun in seinem Beruf ein: In einem Hospiz spendet er Sterbenden in ihren letzten Stunden Trost. Man nennt ihn liebevoll Doctor Sleep. Währenddessen ist in ganz Amerika eine Sekte auf der Suche nach ihrem Lebenselixier unterwegs. Ihre Mitglieder sehen so unscheinbar aus wie der landläufige Tourist – Ruheständler in Polyesterkleidung, die in ihr Wohnmobil vernarrt sind. Aber sie sind nahezu unsterblich, wenn sie sich vom letzten Lebenshauch jener Menschen ernähren, die das Shining besitzen. Das Mädchen Abra Stone besitzt es im Übermaß und gerät ins Visier der mörderischen Sekte. Um sie zu retten, weckt Dan die tief in ihm schlummernden Dämonen und ruft sie in einen alles entscheidenden Kampf.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Von “Shining„ zu “Steam„ – sonst keine besonderen Vorkommnisse“80

Horror-Rezension von Michael Drewniok

35 Jahre sind vergangen, seit Daniel „Danny“ Torrance die Zerstörung des „Overlook“-Hotels überlebt hat. In einem abgelegenen Winkel des US-Staates Colorado hatte sein alkoholkranker Vater dort einen Hausmeisterposten angenommen. Jack Torrance war dem Wahnsinn verfallen und hatte versucht, seine Ehefrau und seinen Sohn zu töten.

Außerdem spukte es im „Overlook“. Der mit einem zweiten Gesicht – dem Shining – begabte Danny begegnete immer wieder den Geistern von Hotelgästen, die ein grausiges Ende genommen hatten. Das Shining hat auch Dannys späteres Leben geprägt. Er wurde von Gespenstern heimgesucht, bis er begann, seine Gabe mit Alkohol zu betäuben. Wie sein Vater zum Säufer geworden, vagabundierte Danny durch die USA.

Ende der 1990er Jahre kam er in Frazier, einer kleinen Stadt in New Hampshire, endlich zur Ruhe. Torrance fand nicht nur Freunde, sondern auch zu den Anonymen Alkoholikern. Er ist seither trocken und arbeitet als Sterbehelfer in einem örtlichen Hospiz – eine Tätigkeit, bei der ihm sein Shining endlich hilfreich ist.

An anderer Stelle gerät die zwölfjährige Abra Stone ins Visier des „Wahren Knotens“. Seine Mitglieder sind zu beinahe unsterblichen Kreaturen mutiert, die sich ihre Kräfte durch den Mord an übersinnlich begabten Mitmenschen erhalten, denen sie das „Shining“ – von ihnen „Steam“ genannt – absaugen. Zurück bleiben Leichen.

Abras außerordentlich hoher „Steam“-Gehalt lockt den „Knoten“ wie Honig den Bären. Unter der Führung von Rose the Hat machen sich die Wesen an das Mädchen heran. Doch Abra erweist sich als zwar unerfahrene aber starke Gegnerin. Außerdem hat sie inzwischen Danny Torrance als Mitstreiter entdeckt, der sich in den Kampf mit dem „Knoten“ einmischt …

Der Fluch der Fortsetzung

Konstatieren wir zunächst dies: Doctor Sleep erzählt vom Kampf einer kleinen, isolierten, sehr unterschiedlich besetzten aber aufeinander angewiesenen Gruppe gegen mächtige, böse, rücksichtslose Finsterlinge. Solche Geschichten sind Stephen Kings Spezialität, weshalb er sie auch dieses Mal problemlos und unterhaltsam über ihre Distanz bringt

Auf der anderen Seite kommt vor allem dem regelmäßigen King-Leser dieser Plot bekannt vor. Verständlicherweise ist es schwierig für einen Schriftsteller, der seit vier Jahrzehnten fleißig publiziert, das Rad immer wieder neu zu erfinden. King bemüht sich um die Variation des (von ihm) Bekannten, doch selbst hier scheint ihm allmählich die Luft auszugehen. Er kam deshalb auf eine naheliegende Idee und deklarierte „Doctor Sleep“ zur Fortsetzung seines frühen Werkes „The Shining“.

Jedoch ist die 1977 erstmals erschienene Vorgeschichte für die Handlung des neuen Buches belanglos. King bemüht sich, lose Stränge aufzugreifen, um sie mit der Fortsetzung zu verknüpfen. Die Parallelen wirken bemüht, die Geschichte vom „Overlook“ hatte ihr logisches Ende gefunden. Besonders das große Finale ausgerechnet dort, wo einmal das Hotel stand, ist absolut überflüssig. Es offenbart sich als Mittel zum Zweck, der da lautet, die Leser von The Shining auf die Seite von Doctor Sleep zu ziehen.

The Shining & Doctor Sleep = Äpfel & Birnen

Es wird nicht gelingen. Doctor Sleep würde allzu problemfrei ohne Danny Torrance funktionieren. King will (oder kann) keine gänzlich neue Handlungswelt schaffen. Deshalb kehrt er zu Shining zurück. Das ist gefährlich, wie King in einem Nachwort selbst zugibt: Über die Jahrzehnte ist Shining zum Klassiker der Phantastik aufgestiegen. Wer ihn liest, ist zu Recht beeindruckt von den Schrecken, die der Verfasser brillant zu entfesseln wusste. Dennoch ist der Roman gleichzeitig ein Zeugnis seiner Entstehungszeit. Vermutlich würde er heute nicht mehr die Wirkung von einst erzielen.

Der Shining-Zug ist abgefahren, und King versucht vergeblich, den Anschluss zu bekommen. Der „Wahre Knoten“ kann es an Bedrohlichkeit weder mit dem äußeren Nachtmahren – den Gespenstern des „Overlook“-Hotels – noch mit dem inneren Horror des allmählich in den Irrsinn abgleitenden Jack Torrance aufnehmen. Das Hotel selbst ist als Schauplatz gleichermaßen unübertroffen. „Doctor Sleep“ fehlt ein solcher Ort des Schreckens. Einst wahrlich finstere Geister wie Mrs. Massey oder Horace Derwent spuken ohne ihr ´Heim’ als Zitate ihrer selbst durch das Geschehen. (Als trauriges Tüpfelchen auf diesem „I“ winkt schließlich sogar Jack Torrance selbst aus dem Geisterreich.)

Eine recht simple Geschichte wird durch Abschweifungen und Exkurse in die Länge gezogen. Danny Torrances Weg zurück in ein nüchternes Leben zu schildern mag King, der selbst Alkoholiker ist, ein Herzensanliegen gewesen sein. Für den Fortschritt der Handlung sind diese Passagen in ihrer Ausführlichkeit ohne Belang. Was Torrance abrutschen ließ, hat King im Verlauf der ersten 100 Seiten deutlich gemacht: Hier füllt er die Lücken zwischen The Shining und Doctor Sleep mit Rückblenden auf Dannys Leben nach der „Overlook“-Tragödie.

Eine Irrfahrt, die ist lustig

Natürlich ist Stephen King viel zu sehr Routinier, um ein wirklich schlechtes = langweiliges Garn zu spinnen. Ohne den „Shining“-Faktor, das daraus resultierende Werbegeschrei und die Enttäuschung könnte man die Geschichte vorurteilsfrei genießen. Einmal mehr ist King viel zu schlau, um die Geschichte nicht einige überraschende Wendungen nehmen zu lassen. Beispielsweise hätte der Leser darauf gewettet, dass der große Finalkampf über der (scheinbar) hilflos ihren Peinigern ausgelieferten Abra ausbricht. Es kommt völlig anders – gut so, und es wird noch besser: Für das Gelingen einer Täuschung der bisher weit überlegenen Gegner weiß King ebenfalls eine überzeugende Begründung zu liefern. Das Böse ist stark aber nicht zwangsläufig intelligent, und es hat seine Achillesferse: Man muss sie finden und ausnutzen, dann kann man sogar dem Teufel ein Bein stellen.

Dabei unbedingt erforderlich ist Zusammenhalt. King kommt auf den originellen Einfall, Freund und Feind in diesem Punkt deckungsgleich zu zeigen. Solange der „Wahre Knoten“ seinem Namen gerecht wird und die „Steam“-Sauger füreinander einstehen, stellt er eine kaum bezwingbare Gefahr dar. Erst als der „Knoten“ zerbricht, haben Danny, Abra und ihre Bundesgenossen eine Chance. Sie wahren trotz diverser Uneinigkeiten die Solidarität, die ihre Kräfte nicht verdoppelt, sondern vervielfacht.

Ebenfalls typisch ist Kings Talent, eigentlich Unmögliches in so klare Worte zu fassen, dass es „real“ klingt. Danny und Abra können ihre Persönlichkeiten wechseln oder sich ein Hirn „teilen“. King erspart sich (und uns) generell naturwissenschaftliche (Pseudo-) Erklärungen für das „Steam“-Phänomen. Er schildert, den Vorgang, findet dafür begreifliche Bilder und lässt es in die Handlung einfließen.

Andere Namen aber ähnliche Figuren

Stephen Kings Welt ist die der US-amerikanischen Mittel- und Unterschicht, der ´einfache Mann’ und sein Leben abseits des „American Dream“ sein Milieu. Er bevölkert es mit Durchschnittsmenschen und stellt dabei die Glaubwürdigkeit über die in der US-Populärkultur weiterhin gern beschworenen „family values“, ohne diese indes zu negieren. Die Familie steht zwar im Mittelpunkt, doch der Familienalltag ist kein paradiesischer Zustand. Auch bei den Stones liegt einiges im Argen.

King schafft es, uns seine Figuren gerade aufgrund von Schwächen, die wir alle kennen, ans Herz zu legen. Dies funktioniert weiterhin, obwohl Doctor Sleep geradezu ein „best of“ bekannter King-Figuren ist. Da haben wir den von unbewältigten Problemen und Erinnerungen gepiesackten Anti-Helden, seine ungleichen aber hilfsbereiten Kumpels sowie ein durch die hässlichen Seiten der Realität altklug gewordenes Kind. Bis sie sich gefunden und zusammengerauft haben, gibt es viel zu erzählen, zu begründen und aufzuarbeiten. Das füllt Seiten und wiederholt sich, was der Leser jedoch nicht annähernd so schrecklich weil banal finden dürfte wie die kurz vor dem Großen Finale enthüllten Gemeinsamkeiten der Familien Torrance und Stone, die abermals zwei kaum kompatible Geschichten zusammenschweißen sollen.

Das „Böse“ ist bei Stephen King in der Regel nur dann wirklich schwarz, wenn es rein menschlicher Herkunft ist. In dieser Hinsicht ist der Autor Pessimist – oder Realist: Der Mensch benötigt keine Monster. Er schafft sich die Hölle problemlos selbst. Das „echte“ Ungeheuer ist deshalb womöglich keines und nicht von Bosheit, sondern von elementaren und „unschuldigen“ Trieben besessen. Die Mitglieder des „Knotens“ foltern und töten gnadenlos, doch sie tun es, um zu überleben. Aus dem Schaf Abra lässt King den Wolf zum Vorschein kommen, der die Bedrohung beendet, indem er sie auslöscht – und es genießt. Auf der anderen Seite offenbaren die Mitglieder des „Knotens“ menschlich gebliebene Seiten: Immer wieder arbeitet King die Ambivalenz einer Realität heraus, in der sich „Gut“ und „Böse“ mischen.

Das Multiversum nach King

Selbstverständlich bettet King Doctor Sleep auf vielfältige Weise in sein persönliches Multiversum ein. Zahllose Anmerkungen erinnern an frühere Werke und erwähnen bekannte (Neben-) Figuren. Für den King-Nitpicker ist es die pure Freude, solche Verweise zu finden, zu entschlüsseln und aufzulisten. Der Rezensent freut sich, weil er sich diese Arbeit deshalb ersparen und sich mit dem Hinweis auf einschlägige King-Websites (s. u.) begnügen kann.

Solche Spielereien ändern objektiv nichts daran, dass Doctor Sleep mehr Marketing als Meisterwerk ist. Sein Publikum langweilt sich nicht, aber es kann die angemerkten Schwächen beim besten Willen nicht leugnen. Glücklicherweise werden rasch neue Romane folgen. King wird diese Scharte wie schon oft auswetzen sowie einen Titel vergessen lassen, der offensichtlich vor allem mysteriös klingen soll. Doctor Sleep ist für das Geschehen jedenfalls ohne Belang.

(Der Übersetzer sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass der Genitiv zwar auf dem Rückzug ist, die deutsche Grammatik aber noch nicht offiziell verlassen hat. Also weg mit „wegen dem jungen Danny“ und zurück zu „wegen des jungen Dannys“!)

Ihre Meinung zu »Stephen King: Doctor Sleep«

walli007 zu »Stephen King: Doctor Sleep«30.07.2017
Abrakadabra

Was geschah mit Danny Torrance als er die Ereignisse im Overlook-Hotel in Colorado um Haaresbreite überlebt hatte? Er wollte nie werden wie sein Vater. In gewissem Maße trat er doch in dessen Fußstapfen. Sein unstetes Leben bekam erst einen Ruhepol als er das Städtchen Frazier erreichte mit seiner Miniatur-Welt und dem Hospiz, in dem er eine Anstellung fand. Das Shining hat er fast vergessen, nur noch für die Sterbenden setzt er es ein. Sein verborgenes Leben bekommt jedoch erste Risse als Abra Kontakt mit ihm aufnimmt. Ihre Fähigkeiten übersteigen seine schon in ihrer Kindheit und sie scheint immer stärker zu werden und damit gerät sie in große Gefahr.

Wie eigentlich häufig beginnt auch dieser Roman Stephen Kings, mit dem er Aufschluss gibt über das weitere Schicksal von Danny Torrance, mit einem eher ruhigen Erzählfluss. Danny, der von den Geistern seiner Vergangenheit heimgesucht wird, lernt langsam, sich von ihnen zu befreien. Was wie ein positiver Start ins Leben wirken könnte, endet jedoch zunächst mit der nicht so schmeichelhaft Erkenntnis, dass doch etliches von seinem Vater in ihm steckt, insbesondere dessen Hang zur Alkoholsucht. Nach einem einschneidenden Erlebnis gelingt es Dan, sein Verhalten zu ändern und nach einigen Jahren des Nomadenleben, findet er Halt in seiner Arbeit im Hospiz und schafft es mühsam dem Alkohol abzuschwören.

Wenn der Autor allerdings sein Fährten ausgelegt und die Routen auf seinem Plan markiert hat, ist die Spannung kaum noch auszuhalten. Dabei schwankt man bei denen, die Gefahr bedeuten, zwischen angewidert sein und Mitgefühl hin und her, während man zwar ganz auf der Seite der Guten ist, deren Zorn aber doch manchmal zu fürchten beginnt. Stephen King ist ein Meister der vielschichtigen Geschichten, ein genialer Dirigent seiner Figuren, er versteht es zu überraschen, das Fürchten zu leeren und sicher auch einige Albträume auszulösen. Doch meist verschafft er seinen Protagonisten einen Blick auf eine hoffnungsfrohe Zukunft, auch wenn möglicherweise im Augenwinkel etwas lauert. Seinem Danny Torrance ist man schließlich ausgesprochen gerne wieder begegnet und man wünscht ihm noch viele fröhliche Geburtstage.
benfi zu »Stephen King: Doctor Sleep«15.07.2017
Der Roman 'Doctor Sleep' ist die Fortsetzung des sehr bekannten Werkes 'Shining' von dem Autor Stephen King, denn dieser Doctor Sleep ist niemand anderes als Danny Torrance, der in 'Shining' als fünfjähriger in einem eingeschneiten Hotel zusammen mit seiner Mutter seinen Vater fürchten musste. Das war es grob gesagt aber auch mit den Zusammenhängen; wer hier einen weiteren Psycho-Thriller mit einer Dichte und der nervlichen Anspannung wie in 'Shining' rechnet, der wird mit diesem Roman enttäuscht! Ich denke aber, dass es auch gut so ist, denn mit dem Versuch, einem nachgestellten Shining-Werk daher zu kommen, wäre King wohl auf die Nase gefallen. Diese Geschichte ähnelt mehr dem klassischen Kampf von Gut gegen Böse und ist king-tyisch wieder einmal mit einem Kind in der Hauptrolle. Ebenfalls gewohnt behutsam baut der Autor seinen Handlungsbogen auf, was den Leser sehr tief in die Gedankenwelten der jeweiligen Charakteren eintauchen lässt. So nimmt der Roman mit fortlaufender Seitenzahl mehr und mehr an Fahrt auf, ohne dass man in die Gefahr gerät, den Überblick zu verlieren. Ein spannendes Finale an einem aus dem Vorgängerband wohlbekannten Ort rundet schließlich einen sehr lesenswerten Mystery-Thriller ab, der in sich gesehen wirklich sehr reizvoll ist - allerdings viel mehr für sich gesehen werden sollte, als man als Leser anfänglich mit dem Aufhänger 'Fortsetzung' suggeriert bekommt. Also: den Kopf freimachen und unvoreingenommen den Roman 'Doctor Sleep' lesen - dann lohnt es sich!
79°
Alexi1000 zu »Stephen King: Doctor Sleep«06.09.2014
Stephen King nimmt sich hier einem Charakter aus einem seiner bekanntesten (besten?) Romane Shining an: Danny Torrance...der kleine Junge mit dem "2. Gesicht", der den Horror des Overlook - Hotel überlebt hat, und zu einem jungen Mann geworden ist, den die Geister der Vergangenheit nicht wirklich ruhen lassen.

Sehr eindringlich schildert King hier die Alkoholsucht Dannys, wobei er sicher auch einige seiner eigenen Dämonen "exorziert"...Tatsache ist, das ist ehrlich, abschreckend und trotzdem nicht mit erhobenem Zeigefinger geschrieben...immens wichtig.

Dannys Geschichte driftet mit der Zeit ins übernatürliche ab, wobei eine Nuance hinzukommt, die so im ersten Moment scheints nicht ins "Shining - Universum" passen mag...allerdings werden alle Fäden zusammenführen und in einem wirklich spannenden Finale in baknnter Stätte kulminieren.

Hier leidet man wirklich mal wieder mit den Protagonisten mit, King zeigt auf seine "alten Tage" doch wirklich den jungen wo die Harke hängt, bzw. wer der "Meister" ist.

Spannend, düster, mitreissend, wehmütig...nochmals wieder ein ganz großer Roman, der die Frage aufwirft, ob man SHINING heute nochmals gelesen tatsächlich als eines seiner besten Bücher ansehen würde...mehr als eine würdige Fortsetzung haben wir hier auf jeden Fall in Händen:

90°.
wendelin zu »Stephen King: Doctor Sleep«08.05.2014
Auf Amerikas Highways ist eine mörderische Sekte unterwegs. Sie hat es auf Kinder abgesehen, die das Shining haben. Stephen King kehrt zu den Figuren und Szenerien eines seiner berühmtesten Romane zurück: Der Dreirad fahrende kleine Danny, der im Hotel Overlook so unter seinem besessenen Vater hat leiden müssen, ist erwachsen geworden. Aber die Vergangenheit lässt ihn nicht los, und wieder gerät er in einen Kampf zwischen Gut und Böse. Die zwölfjährige Abra hat das Shining. Kann er sie retten?

Doctor Sleep, als Fortsetzung von Shining angepriesen, hat in Wirklichkeit wenig damit zu tun. Dan Torrance hat – wen wunderts – seine Kindheitstraumata nicht überwunden und ist als Alkoholiker in die Fußstapfen seines Vaters getreten. Mich beschlich ganz stark das Gefühl, dass Stephen King diese Figur missbraucht hat, um seine eigenen Erfahrungen als Alkoholiker zu verarbeiten. Die Passagen über die Anonymen Alkoholiker sind keine Bereicherung für das Buch, eher im Gegenteil.

Was nun die eigentliche Geschichte angeht, so ist sie zwar typisch King, aber eben deshalb auch nicht neu. Es geht um den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse. Das Gute verkörpert durch das Mädchen Abra, das Böse verkörpert durch „Den wahren Knoten“ eine Art Vampire, die sich vom „Shinig“ ernähren. Kommt einem doch irgendwie bekannt vor …

Was mir allerdings gut gefallen hat, ist die Idee – und hier merkt man, dass Stephen King auch Humor hat – die Vampire, als Rentner getarnt, in Wohnmobilen durchs Land ziehen zu lassen. Das ist so köstlich und so weit ab vom Mainstream, in dem Vampire romantisch und sexy zu sein haben, dass ich mich das über einige Schwächen des Buches hinweggetröstet hat. „Wenn ihr auf den Turnpikes und Freeways Amerikas unterwegs seid, nehmt euch vor den Winnebagos und Bounders in Acht. Man weiß nie, wer darin sitzt. Oder was.“

Und eines kann King wie kein Zweiter, er kann Geschichten erzählen. Auch wenn Doctor Sleep nicht seine beste ist, so ist sie doch unterhaltsam und stellenweise sogar ein wenig gruselig.
moverix zu »Stephen King: Doctor Sleep«13.03.2014
Ich habe dieses Buch verschlungen und wundere mich über die teilweise ziemlich negative Kritik. Allerdings bin ich süchtig nach Kings Schreibstil, ich denke, ich würde sogar das Telefonbuch verschlingen, würde er es in gebundene Sprache bringen. Ich fand Dan als Hauptperson extrem sympathisch; seine Gegenspielerin - eine Frau - war mit ihrem exotischen Aussehen faszinierend. Ich hoffe von Herzen, dass dieser Roman niemals verfilmt wird, weil jedes Mal so viel verloren geht, wenn Kings Romane in Filmen verwurschtet werden. Da bleiben dann eh nur möglichst viele blutige oder gruselige Szenen über; dabei finde ich gerade die Charkterzeichnungen bei King immer sehr gelungen - wofür Dan und Abra wunderbare Beispiele sind!
Verena zu »Stephen King: Doctor Sleep«11.03.2014
Doch Dr. Sleep war über weite Teile langweilig.. Ich lese "den Meister" seit frühester Jugend, und habe somit mehr als genug Bücher desselbigen gelesen. Darunter war auch schon mal das ein oder andere nicht so gute, wie z.B. Colorado Kid.. Aber dieses Buch hatte nur knapp über 100 Seiten, wohingegen Dr. Sleep mich über 704 Seiten lang auf die Folter spannt, ob denn da noch was Gutes kommt.. Und .. wie soll ich es sagen.. Ich mache es einfach: Nein, da kommt nix! Zuletzt gibt es mal sowas Ähnliches wie Spannung, aber das ist nur ein laues Lüftchen. Kürzlich habe ich Dreamcatcher nach Jahren noch einmal gelesen, und war unheimlich gefesselt davon. Dr. Sleep ist so gesehen also richtig schlecht. Nun ja, der große Mann wird vielleicht auch mal müde, so sei ihm ein Fehltritt verziehen. :-) Was ich allerdings nicht verzeihen kann, ist die völlige Ignoranz des Genitivs in der deutschen Übersetzung. Da stellt es einem die Nackenhaare auf..
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R. Michalak zu »Stephen King: Doctor Sleep«11.12.2013
Tja, es ist immer wieder erstaunlich, wie die Fangemeinde unkritisch jedes neue Buch von King in den Himmel lobt. Dabei ist der ex-"Meister des Horrors" schon seit Jahren am Ende.
Ich war früher auch ein Fan und finde seine frühen Bücher immer noch Klasse. Meine Lieblingsromane sind Carrie und Salems Lot. Allerdings werden sich die späteren Romane immer ähnlicher was Handlugsaufbau und Figuren angeht. In 90% aller Romane treten Charaktere in seinen Romanen auf die es so, oder in etwas abgewandelter Form, in anderen Romanen auch schon gab. Das ermüdet.
Zu Dr. Sleep, den ich mir vorsichtshalber nur ausgeliehen hatte, kann ich nur MickyWinter zustimmen.
Es ist alles gesagt und Mr. King sollte, solange noch Zeit ist, mit Würde abtreten.
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MickyWinter zu »Stephen King: Doctor Sleep«28.11.2013
Nun, da ich seit den 80ern alle, richtig: ALLE Bücher von King gelesen habe, fällt es mir natürlich nicht leicht, das zu sagen, aber es ist der schlechteste und platteste Roman, den King jemals vorgelegt hat. Schlechter als Die Arena und Wind. King schwächelt ja nun schon seit geraumer Zeit, hat mit Horror eigentlich nur noch seine ruhmreiche Vergangenheit gemeinsam und wurde schon längst von ganz anderen Kalibern überrundet. Freilich heimst er für diesen Schund weiterhin gute Kritiken ein, die Masse hat schlicht keine Ahnung von guter phantastischer Literatur.
Fazit: Weder zum fürchten noch originell wird hier wiedergekäut. Der Mann ist am Ende. Wer derart substanzlos bei sich selbst klaut sollte etwas anderes tun. Golfen zum Beispiel.
Damit ist das Erbe des großen Romans Shining zerstört.
mdatab zu »Stephen King: Doctor Sleep«14.11.2013
Ich habe das Buch nun zu Ende gelesen und muss sagen, dass es mir ausgesprochen gut gefallen hat. Die Entwicklung von Danny zu Dan ist bis zu seinem "Tiefpunkt" wahrlich nicht schön, aber durchaus nachvollziehbar geschildert. Auch die anderen Figuren, einschließlich Abra, fand ich sehr gut eingeführt.

Das Buch ist in dem Sinne kein Schocker. Das habe ich allerdings auch nicht erwartet. Gruselige Szenen gibt es aber durchaus, und alles andere ist eine spannende, grandios erzählte Geschichte.

Die meisten Gruselszenen gibt es aber nur in der deutschen Fassung: Die grammatikalischen Schnitzer. Ok, vielleicht nicht "Schnitzer". Es mag formal richtig sein, wenn man im Dativ wie Akkusativ "jemand" anstelle von "jemandem" bzw. "jemanden" schreibt. Mich schauderte es jedoch jedes mal. :)

Davon abgesehen: Super Buch!
unclethom zu »Stephen King: Doctor Sleep«10.11.2013
Dr Sleep zeigt wieder einmal warum King der Meister des Horrors ist. Es beeindruckt mich immer wieder, wie er es schafft ohne die Schilderung blutiger Szenen, diese Angst in seinen Lesern hervorzurufen. Über seine Schreibweise muss ich, denke ich nichts sagen, gewohnt flüssig, so dass man auch dieses Buch flüssig und schnell lesen kann.
Auch Jahre nach Shining, auf dem dieses Buch aufbaut, ist man sofort in der Story drin. Plastisch die Protagonisten und Schauplätze, man ist nicht nur dabei, sondern gleich mittendrin.
Ich habe das Buch in nur 3 Tagen gelesen, denn aus der Hand legen war nahezu unmöglich, so spannend war das Buch. Wie üblich, beginnt es langsam sich zu steigern bis zum furiosen Finale.
5 Sterne fast schon wie üblich.
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