Das Reich der Sieben Städte von Steven Erikson

Buchvorstellung

Das Reich der Sieben Städte von Steven Erikson

Originalausgabe erschienen 2000unter dem Titel „Deadhouse Gates“,deutsche Ausgabe erstmals 2001, 510 Seiten.ISBN 3-442-24941-4.Übersetzung ins Deutsche von Tim Straetmann.

»Das Reich der Sieben Städte« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Das malazanische Imperium ist bis ins Mark erschüttert, doch Imperatrix Laseen sucht ihre Macht mit einer Säuberungswelle im Adel zu festigen. Da braut sich neues Unheil zusammen. Denn in der heiligen Wüste Raraku sammelt die Seherin Sha’ik ein Herr der Unzufriedenen, die nur darauf warten, die verhassten malazanischen Eroberer zu vertreiben.

Ihre Meinung zu »Steven Erikson: Das Reich der Sieben Städte«

Manfred Rathunde zu »Steven Erikson: Das Reich der Sieben Städte«10.02.2014
www.derweissedrache.de

STEVEN ERIKSON „Das Spiel der Götter 2 – Das Reich der sieben Städte“ ,blanvalet‘

In punkto richtig gute Fantasy zu lesen, entpuppt sich der Verlag „blanvalet“ mit seinen Autoren zu einer wahren Goldgrube. Episch, grenzenlos fantasievoll, spannend und so was von lesenswert. Hammerhärte. Steven Erikson ist dort heimisch und sein Epos „Das Spiel der Götter“ zieht den Leser sofort in den Bann. Er ist einfach klasse und hat es faustdick hinter den Ohren, seine Jünger in eine neue Welt zu führen, und sie folgen ihm bedingungslos. Icarium sucht nach seiner Vergangenheit, der Jhag hat vermutlich eine besondere Form einer Amnesie, dafür hat er einen Reisekameraden und Kampfgefährten, Mappo, den Trell. Um sie herum schwelen die Konflikte. Viele Widersacher kreuzen auf, nur weiß noch keiner so richtig, um was es geht. Alle fühlen sich von einem Epizentrum der Macht angezogen. Da bekanntlich viele Wege nach Rom führen, geht Erikson auch nach vielen Landkarten. Und erschafft einen Roman, der dem Namen Epos einen neuen Klang verleiht. Viele alte Zivilisationen sind untergegangen, haben ihre Spuren hinterlassen, mehr oder weniger lesbar, neue sind auf den Artefakten dieser Lebensformen entstanden. Nur verstehen die modernen noch die alten? Steven zieht den Fakt der Geschichtsschreibung mal völlig neu auf, hier ist nicht die des Siegers ausschlaggebend, der da die Unterdrückten und Besiegten in Unwissenheit hält, was die Vergangenheit betrifft, sondern buddelt verschüttetes Wissen aus, was wir in unserer, so hochherrlichen modernen „Demokratie“ vergessen haben. Der Aufstand, der vor sich hin schwelte, bricht mit aller Macht los und mit ihm alle Scheußlichkeiten, die eine Kriegführung mit sich bringt. Von Brandschatzung über Vergewaltigungen, sinnlose Morde, die gesamte Palette. Nur einzelne leisten tatsächlich noch Widerstand. So der Wickaner Coltaine, der mit der Siebten Armee und seinen Clankriegern einen Flüchtlingstreck beschützt und immer wieder einen Weg findet, sich aus der Umklammerung der Fanatiker des Wirbelsturms zu befreien. Der Mann ist zu einer lebenden Legende geworden und Adlige, die auf ihre Vorrechte pochen, sind ihm scheißegal. Ein Mann, der sich der Strategie verschrieben hat, sein Umfeld so gut wie nur möglich zu schützen und seinen Schutzbefohlenen zu dienen, dabei Klassenunterschiede völlig außer Acht lässt. Vor kurzer Zeit war er noch ein Feind des Imperiums, jetzt ist er ein Befehlshaber und vor allem, unbestechlich, Wickaner kann man nur gewinnen, nicht kaufen. Fiedler, Pioniersoldat, der weite Wege gehen muss. Kulp, ein Magier, den sein Schicksal in einen Götterkult purzeln lässt, von dem er eigentlich nichts versteht. Kamal, der Assassine, dem seine Ruhelosigkeit die Anwesenheit eines Dämons beschert hat, der zwar nicht spricht, aber kämpft. Duiker, der Historiker, über den Steven Geschichtsschreibung neu definiert. Steven Erikson erweckt seine Figuren zu einem enormen Eigenleben, nicht immer ist eine Figur sympathisch und trotzdem fiebert man mit, oder das Gegenteil ist der Fall, dem Charakter könnte man die Füssen waschen, nur um zu erkennen, dass man auf das falsche Pferd gesetzt hat. Erikson spleißt ein Seil mit vielen Windungen und erschafft ein enorm starkes Stück Fantasy-Literatur. Mit seinen Seiten öffnet er eine Sichtweise auf unsere heutige Zeit, wie gehen wir miteinander um, wie teuer ist Leben und wie billig kann es werden, wenn eigensüchtige, extrem skrupellose, Mächte am Werk sind, die für ihre Ziele über Leichen gehen und keinerlei Ambitionen zeigen, soziale Kompetenz erkennen zu können oder/und wollen. Er reitet mit der Apokalypse bis zum bitteren Ende. (MRD)

ISBN 978-3-442-26965-5 497 Seiten 9,99 € (D) 10,30 € (A)
Ihr Kommentar zu Das Reich der Sieben Städte

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.