The Small Hand von Susan Hill

Buchvorstellungund Rezension

The Small Hand von Susan Hill

Originalausgabe erschienen 2011, 204 Seiten.ISBN 1846682401.

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In Kürze:

Adam Snow ist spät in der Nacht von einem Kundenbesuch unterwegs nach Hause, als er versehentlich eine falsche Abbiegung nimmt und plötzlich vor einem alten, verlassenen Haus steht. Von Neugier gefesselt steigt er zur Eingangstür hinauf, als er plötzlich das Gefühl hat, von einer Kinderhand berührt zu werden. Fasziniert von dem Ereignis, beginnt er Nachforschungen über das Haus und seine Geschichte anzustellen. Doch nach kurzer Zeit schon wird er von Panikattacken und Albträumen gequält und die immer häufigeren Berührungen der kleinen Hand werden langsam und schleichend immer bedrohlicher. Schaurig!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein moderner Solitär in einer Schauergeschichte“77

Horror-Rezension von Almut Oetjen

Adam Snow, der mit seltenen alten Büchern handelt, fährt durch den ländlichen Südosten Englands. Auf der Suche nach dem Weg kommt er in der Dämmerung zu einem verlassenen edwardianischen Gebäude, das White House heißt. Als er sich den wild wuchernden Garten anschaut, spürt er, wie die Hand eines Kindes sich in seine schiebt. Nur ist niemand zu sehen. Zurück in London, führt Adam sein gewohntes Leben, muss aber oft an die Hand denken.

Sein wichtigster Kunde ist Sir Edgar Merriman, ein unvorstellbar reicher Mann, der ganz in der Nähe von White House lebt. Er bittet Adam, für ihn ein Exemplar von Shakespeares First Folio zu suchen. Eigentlich ist die Suche sinnlos, da diese Folios äußerst selten sind und noch seltener auf dem Markt erscheinen. Aber Adam kennt einen Bibliothekar an der Bodleian Library der Universität Oxford, der ihm erzählt, dass die Bibliothek eines französischen Klosters ein Exemplar besitzt und verkaufen möchte, um wichtige Instandsetzungsarbeiten durchführen zu können. Adam fährt nach Frankreich, um den Kauf abzuwickeln.

Zur gleichen Zeit will Adam mehr über White House erfahren. Merrimans Frau Alice gibt ihm einen Artikel über die Geschichte des Hauses. Da Adam wiederkehrende Visionen von der Hand hat, spricht er mit seinem Bruder Hugo über White House. Hugo ist Lehrer an einer Privatschule in Suffolk und erholt sich gerade von einem Nervenzusammenbruch. Das Gespräch während eines Spaziergangs verläuft unbefriedigend, und Adam geht ein Stück allein am Fluss entlang. Er spürt wieder die Gegenwart der Hand.

Ein atmosphärisches Kammerstück

Susan Hill hat mit „The Small Hand“ eine Novelle geschrieben, die sehr gut lesbar ist. Die Erzählung ist inhaltlich geradlinig und trivial, präzise und fließt still vor sich hin. Sie ist ein gelungenes atmosphärisches Kammerstück.

Bevor die Hälfte des Buches gelesen ist, hat man eine gut begründete Vermutung, was es mit der Hand auf sich haben und wohin die Geschichte sich entwickeln könnte. Sie ist angelegt um eine lange zurückliegende Tat, die heute gesühnt werden soll. Die Geschichte wirkt durch ihre Konstruktion über weite Strecken vorhersehbar. Aber am Ende zeigt sich, dass weder der Ursprung des Phantastischen, noch die Auflösung des Mysteriums den Erwartungen entspricht, die sich während der Lektüre gebildet haben. Man glaubt zwar, zu wissen, sieht es aber nicht kommen.

Die Handlung findet weitgehend statt in einem Umfeld, dass für das Alte steht: Merrimans luxuriöser Landsitz, das französische Kloster, die Bodleian Library, schließlich White House selbst. Die teilweise Verweigerung gegenüber der Moderne führt dazu, dass Adam, der in einem modernen Apartment in London wohnt und für die Arbeit das Internet einsetzt, als einzige Person in der Novelle heutig wirkt. Andererseits begreift er nicht nur langsamer als die Leser und Leserinnen. Er verhält sich auch emotional erheblich zurückhaltender als die meisten Menschen dies in seiner Lage täten. Er passt hervorragend in das Umfeld, das Hill uns beschreibt. Irgendwann fällt, eher beiläufig, auf, dass Adam keine sozialen Beziehungen hat. Ihm scheint auch ein Mensch zu fehlen, der ihm wirklich nahe ist, dem er vertrauen kann.

Hills Novelle ist im Kern konservativ. Eine moralische Erzählung, die uns unserer Realität am Ende versichert, einer Realität, in der wir durch die Dinge, die wir nicht verstehen und die auf unser Leben einwirken, beunruhigt werden.

(Almut Oetjen, Januar 2012)

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