Dunkles Erwachen von T. M. Jenkins

Buchvorstellungund Rezension

Dunkles Erwachen von T. M. Jenkins

Originalausgabe erschienen 2006unter dem Titel „The Waking“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 516 Seiten.ISBN 3-404-15834-2.Übersetzung ins Deutsche von Holger Hanowell.

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In Kürze:

Nate Sheehan wird bei einem Überfall erschossen. Es gibt keine Rettung – oder doch? Seine Frau lässt seine Leiche konservieren. 64 Jahre später kehrt Sheehan mithilfe der modernen Medizin ins Leben zurück – im Körper eines Unbekannten. Doch sein neues Leben birgt ein dunkles Geheimnis: Steckte hinter dem Überfall auf ihn ein gezieltes Attentat? Warum musste er sterben? Und wer war der mysteriöse Spender seines neuen Körpers? Sheehan kommt einem Komplott auf die Spur. Dieselben Männer, die ihn vor 64 Jahren ermordet haben, wollen ihm wieder das Leben nehmen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Science-Fiction im besten Sinne“82

Science-Fiction-Rezension von Verena Wolf

T.M. Jenkins, die bisher fürs Fernsehen – vor allem für BBC – arbeitete, legt mit „;The Waking“; ihr Debüt vor, eine fesselnde Mixtur aus Science-Fiction und Thriller, spannend und brandaktuell.

Nate und Mary, ein Ärzteehepaar, lebt im L.A. der Gegenwart. Nate wird im Beisein seiner Frau auf einem Supermarktparkplatz bei einem Überfall erschossen, Mary friert ihn noch im Krankenwagen tief in der verzweifelten Hoffnung, dass man ihn später wiederbeleben kann. Vierundsechzig Jahre später ist es soweit. Ein ungewöhnliches medizinisches Experiment nimmt seinen Lauf. Nate soll wiederbelebt werden. Allerdings wird nur sein Kopf verwendet, der Körper des modernen Frankensteins stammt von dem 26jährigen zum Tode verurteilten Kriminellen Duane Williams – genauso wie ein Teil des Stammhirns.

Medizinischer Thriller

Diese Geschichte würde sicher schon ein Buch füllen. Jenkins hat offensichtlich viel recherchiert, lässt viel Wissen über Medizin, Gehirnforschung und die Geschichte der Kryonik einfließen und schreibt diese fort. Gespannt verfolgt man die kleinen Fortschritte, bis Nate wieder zum Leben erweckt wird und wie er langsam lernt, seine Umwelt wahrzunehmen und sich zurechtzufinden. Auch die Ärzte, die sich um ihn kümmern, werden genau gezeichnet. Ihre Hoffnungen und Ängste, vor allem aber auch ihr Ergeiz und ihre persönlich sehr unterschiedlichen ambivalenten Motivationen. Vor allem wird deutlich: keiner hatte einen Masterplan für die Möglichkeit, was passieren soll, falls das Experiment Erfolg hat. Dementsprechend wissen sie weder, wie sie mit Nate, der unangenehme Fragen stellt und endlich aus dem Labor will, umgehen sollen, noch wissen sie, wie sie die Gesellschaft auf die Existenz dieses wiedergeborenen Menschen vorbereiten sollen. Ein Machtkampf um Nate entbrennt, Intrigen werden gesponnen, Pfründe gesichert, spätestens als ein Journalist davon Wind bekommt, woher der „;anonym gestiftete Körper“; wirklich stammt und damit an die Öffentlichkeit geht.

Absolut glaubhafte Science Fiction

Was aber wirklich an „;The Waking“; besticht, ist, dass Jenkins es damit nicht genug sein lässt und parallel ein brillant scharfes Bild der nahen Zukunft entwirft. Wie Nate verstehen wir erst nach und nach, was alles zwischen 2006 und 2070 passiert ist. Wir erfahren, dass genoptimierte Menschen Realität geworden sind, aber ihr Aussehen und ihre – kostspielig erworbene – Intelligenz und Gesundheit auch Antipathien bei der durchschnittlichen Bevölkerung hervorrufen. Sie haben offensichtlich einen ähnlichen Beliebtheitslevel wie heute neureiche Bengelchen, die im Internat im Rautenpulli Golf spielen. Auch ist die globale Erwärmung längst Realität, die Städte an der Westküste der USA wurden 2012 durch Erdbeben zerstört, die ökonomischen Nachwirkungen sind immer noch katastrophal, Ölknappheit und verseuchte Natur haben weltweit ihren Tribut gefordert. Viele Küstenlinien haben sich verändert, Hungersnöte und Epidemien grassieren, Reisen über Bandesstaatebene sind mit wenigen Ausnahmen verboten. Das Leben hat sich verändert, es ist ernster geworden und schwieriger. Aber anders als viele SF-Autoren prangert sie nicht plump an oder versucht unbedingt eine Botschaft in die Köpfe der Leser zu trichtern. Jenkins lässt vielmehr sehr elegant Nate – und damit uns – die Auswirkungen nach und nach erfahren und hautnah erleben, als er vor seinen Verfolgern auf der Flucht ist.

Schnell und hart

„;The Waking“; hat beste Thrillerqualitäten, dabei hat die Story perfekt konstruiertes Format und die Charaktere Tiefe. Allein die Darstellung von Duane, dem zum Tode verurteilten Killer und seiner desolaten Vergangenheit ist brillant. Jenkins schafft es, die verschiedensten Figuren, Geschichten und Geschehnisse zu einem gut erzählten Krimi zusammen zu schweißen und lässt diesen in einer bedrückend echt wirkenden Zukunft spielen. Es ist ein „;erwachsenes“; Buch im besten Sinne. Man mag nicht glauben, dass es ein Debut ist.

Ihre Meinung zu »T. M. Jenkins: Dunkles Erwachen«

simonfun zu »T. M. Jenkins: Dunkles Erwachen«15.06.2013
Eine interessante Mischung aus Krimi, SF, Endzeitszenario, (un)erfüllte Liebe und Mahnung. Der Roman spielt größtenteils im Jahr 2070 und der Autor zeichnet eine düstere, von Naturkatastrophen geprägte Welt. Fort- und Rückschritt liegen nah beieinander und der Held überschreitet mehrmals diese imaginäre Linie. Die Protagonisten sind gut beschrieben, die medizinische Beschreibung der Wiedererweckung ist gut gelungen und der Held schwankt ständig zwischen gut und böse. Das Buch endet etwas abrupt und wirkt unausgegoren, aber ich glaube, dass der Autor selbst nicht so recht wusste, welches Ende er bevorzugen soll. Er hat die Zeichen der heutigen Zeit gut erkannt, muss mit ansehen, wie alles zusammenbricht und weiß nicht, wie die katastrophalen Probleme in der Zukunft gelöst werden könnten. Ich kann mir eine Fortsetzung gut vorstellen.
MSutchy zu »T. M. Jenkins: Dunkles Erwachen«07.05.2008
Ehrlich gesagt, hatte ich eher mit einem Krimi gerechnet, doch nicht mit SciFi. Meine anfängliche Begeisterung ließ dann etwas nach, aber zum Ende hin konnte ich mich nicht bremsen.

Das Buch ist ein Gemisch aus Medizinstory, Dark Future und ein bißchen Krimi. Wobei ich mit dem medizinischen Zeugs, welches detailiert und gründlich recherchiert geschildert wurde, weniger anfangen konnte. Dennoch sind die Ideenansätze der Kryonik, Klonen etc. sehr interessant und zeigt dem Leser wie es kommen kann - im schlimmsten Fall. Einfach erschreckend was wir Menschen manchmal verursachen... und ich hoffe, ich werde in solch einer Zukunft nicht mehr leben.
Aber auch hier kann gesagt werden: "Was dich nicht umbringt, macht dich stark."
Die Menschen leben in dieser Zukunftsvision, oder besser gesagt, sie lernen zu überleben und sich an die Gegebenheiten anzupassen. Wobei das Klassenverhalten/-denken der Leute sich wohl nie ändern wird.

Besonders schön waren die Charaktere. Von Hauptperson über Bösewicht bis zum 'Nebendarsteller' sind sie gut beschrieben und glaubwürdig. Besonders leidet man mit Nate und bemitleidet Duane.
Außerdem tauchen plötzlich Charaktere aus der Versenkung auf und mischen kräftig mit. Das Buch schildert einen Zeitraum als 70 Jahren!

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn es kein richtiger Krimi war und dieser Handlungsstrang, ich glaube in zehn Seiten gelöst wurde.
Außerdem hat mich das Buch stark an A. Eschbachs "Der letzte seiner Art" erinnert. Wer also Geschmack gefunden hat, kann gleich weiterlesen!!!
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