Shadowmarch. Die Dämmerung von Tad Williams

Buchvorstellungund Rezension

Shadowmarch. Die Dämmerung von Tad Williams

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Shadowrise“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 750 Seiten.ISBN 3-608-93719-6.Übersetzung ins Deutsche von Cornelia Holfelder-von der Tann.

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In Kürze:

Vielfältig sind die Bedrohungen des Landes Eion. Von Norden dringt im Schutz undurchdringlichen Nebels ein Elbenheer vor, und im Süden schmiedet der machtbesessene Herrscher Sulepis Eroberungspläne. In diesen Wirren lastet auf Prinz Barrik und seiner Schwester Briony eine übergroße Aufgabe.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Schicksal oder Verschwörung?“80

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Wieder hat es drei Jahre gedauert, bis die Fortsetzung der „Shadowmarch“-Reihe von Tad Williams erschienen ist. Lange haben die Fans auf das Finale gewartet und werden mit einer Ankündigung des Autors selbst überrascht:

„When I reached the fifteen hundred page point of the manuscript, I realized this last volume would have to be split into two parts – Als mein Manuskript die 1500 Seiten Marke erreichte, wurde mir klar, dass der letzte Band in zwei Teile gegliedert werden musste“

Einige Leser könnten sich verschaukelt fühlen, doch die meisten wird es freuen, noch etwas mehr „Shadowmarch“ zu bekommen, zumal der vierte und wohl endgültig letzte Originalteil „Shadowheart“ lediglich bis November 2010 auf sich warten lässt. Und wie ist er nun, dieser vorletzte Teil der „Shadowmarch“-Serie?

Auf verräterischen und düsteren Pfaden

Prinzessin Briony ist mit einer Schauspielergruppe an den Hof des Königreichs Syan geflohen, um hier Verbündete im Kampf gegen den Thronräuber Hendon Trolly zu finden. Doch ist Briony nun Gefangene oder Gast des Königs Enander? Ein Lichtstrahl Hoffnung keimt auf, als sie eine Freundin in Lady Ivgenia findet und Prinz Eneas sogar ein romantisches Interesse an ihr zeigt. Aber dann taucht ein Cousin Trollys auf und es folgen zwei Mordanschläge auf die Südmark-Prinzessin.

Prinz Barrick hat nur noch den Raben Skurn als Begleitung auf seiner Irrfahrt durch die Schattenlande. Sein Ziel ist die Elbenfestung Qul-na-Qar, dorthin bringt er den Spiegel, wie er es seinem Elbenfreund Gyir versprochen hat. In seinen Träumen begegnet ihm immer wieder Quinnitan, die sich auf dem Schiff von Daikonas Vo, dem Söldner des Autarch von Xis, befindet und ausgeliefert werden soll. Barrick flieht vor den „Seidigen“, unheimlichen nebelhaften Wesen auf den verfluchten Hügel. Dieser Weg führt ihn in eine Welt der „Schläfer“ und „Traumlosen“, der noch kein Mensch unbeschadet entkommen ist.

Während Hendon Trolly finstere Ränke schmiedet, greifen die Elben die Südmark Burg an. Sie dringen in die unterirdischen Gänge der Funderlingsstadt ein, das kleine Volk wehrt sich unter der Leitung Fred Vansens, des Generals der Südmark. Mit Trommelsteinen werden Hilferufe an entfernte Verwandte geschickt.

Noch mehr Intrigen – noch mehr sinistre Geheimnisse

Erfreulicherweise wird dem Leser eine ausführliche Inhaltsangabe und ein vollständiges Glossar über Personen, Plätze und Dinge geboten. So findet man mit vertretbarem Aufwand wieder in die Geschichten um die Zwielichtlande und das Königreich in der Südmark hinein.

Bei der Fülle der Handlungsstränge und Plots, die Tad Williams bereits im zweiten Teil der „Shadowmarch“-Reihe, „Shadowmarch-Das Spiel“ präsentierte, erstaunt es nicht, dass der finale Teil so lang geriet, dass eine Unterteilung in zwei Bände nötig wurde. Und wer den Autor aus „Otherland“ oder der „Osten Ard“-Saga kennt, wundert sich auch kein bisschen. Tad Williams ist nun einmal ein Fabulierkünstler, sowohl im qualitativen, als auch im quantitativen Sinne. Seine Vorliebe, viele Geschichten in einem Buch zu vereinen, führt oft zu opulenten Werken.

Wer sich in den ersten beiden Bänden an der Fülle der Völker und Charaktere erfreut hat, darf auf weitere neue Rassen gespannt sein. Vor allem Barrick begegnet zahlreichen originellen Figuren im Volk der Quar, bzw. der Elben. Es sind überwiegend unsympathische, geheimnisvolle Wesen, die diesen Handlungsstrang bestimmen und diese zunehmend düstere Atmosphäre legt sich über das gesamte Romangeschehen. In der Handlung um Barrick hat der Autor die Quest ausführlicher gestaltet, als notwendig gewesen wäre. Auch die vielen Details in den Göttersagen wirken zum Teil überladen und sind dem Fortgang der Handlung nicht immer dienlich.

Überwiegend entwickelt sich die Story jedoch stetig und spürbar weiter, nicht nur was die Handlung, sondern auch die Erzählstruktur angeht. Hat man bisher vollständig separate Kapitel mit der Handlung aus der Sicht des jeweiligen Hauptprotagonisten erzählt gelesen, so springen die Schauplätze nun innerhalb der Kapitel. Sie verbinden die Handlungsebenen miteinander, mal auf erwartete, mal auf überraschende Weise. Das macht die ohnehin spannenden und mystischen Ereignisse noch dramatischer. Auch zwischen den Kapiteln finden diese Annäherungen statt. Briony lernt zum Beispiel die „Funderlinge“ des Syan Reiches, die „Kallikans“ kennen und auch im Zwielichtland gibt es Verwandte des kleinen Volks.

Götter und Zwerge

Überhaupt nehmen die „winzig keinen Leute“, wie Tad Williams sie im Interview mit Phantastik-Couch genannt hat, eine immer wichtigere Rolle ein und entwickeln sich zu den Helden der Geschichte. Man darf gespannt sein, was „Funderlinge“ und „Dachlinge“ auf beiden Seiten der Schattengrenze am Ende bewegt haben werden und wie ihr weiteres Schicksal aussehen wird.

Die entscheidende Rolle in der Auflösung werden die Götter einnehmen. Im zweiten Teil „Shadowmarch-Das Spiel“ eher sporadisch eingreifend, stellen sie hier die Weichen für ausschlaggebende Aktionen. Es zeichnet sich immer mehr ab, dass Menschen, Elben und Götter eine in das Reich der Mythen vergrabene gemeinsame Historie haben, die sich erheben und das Finale prägen wird. Und darauf warten Tad Williams Leser gespannt.

Diese Rezension bezieht sich auf die Originalausgabe „Shadowrise“

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