Tanya Carpenter u. a.: Übersinnlich von Tanya Carpenter u. a.

Buchvorstellungund Rezension

Tanya Carpenter u. a.: Übersinnlich von Tanya Carpenter u. a.

Originalausgabe erschienen 2011, 164 Seiten.ISBN 3864430356.

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In Kürze:

Im September 2011 feiert der Sieben Verlag seinen fünften Geburtstag. Wir blicken zurück auf spannende und aufregende Jahre, in denen wir die Ehre und das Vergnügen hatten, wundervolle Geschichten von großartigen Autoren zu verlegen. Aus diesem schönen Anlass bringen wir eine Jubiläums-Anthologie heraus, für die fünf unserer Autorinnen Kurzgeschichten passend zu ihren Sieben Verlags Titeln verfasst haben.

Inhalt:

  • Tanya Carpenter: Die Macht des Schicksals
  • Britta Strauß: Jacks Lied
  • Kerstin Dirks: Ihr Schatten
  • Helene Henke: Am Anfang war die Ewigkeit
  • Andrea Gunschera: Mariposa

Das meint Phantastik-Couch.de: „Sinnlich-erotische Erzählungen in der Sphäre des Übernatürlichen“79

Fantasy-Rezension von Almut Oetjen

Der Sieben Verlag hat im September 2011 zu seinem fünfjährigen Bestehen eine Anthologie mit fünf Kurzgeschichten herausgebracht, geschrieben von fünf Autorinnen, die entweder einen Roman (Strauß, Henke) oder eine Romanserie (Carpenter, Dirks, Gunschera) im Programm des Verlages haben. Das 164 Seiten umfassende Buch ist auf den Innenseiten mit Ornamenten verziert. Die Kurzgeschichten enthalten Coverfotos ihrer Referenztexte und im Fall der Serien am Ende einer Geschichte jeweils einen Überblick über die (bislang veröffentlichten) Einzeltitel. Seitenlayout und Schriftbild sind sehr ansprechend.

Die Macht des Schicksals

Die Erzählung von Tanya Carpenter gehört zur Serie „Ruf des Blutes“. Der Vampir Armand de Toulourbet gerät in die Auseinandersetzung zweier Clans, des Ashera-Ordens und des Ordens der Roten Priesterinnen. Die Erzählung vermittelt ihren Inhalt gutteils über die Gedanken Armands, den mehr als Sex und Liebe mit einem Mann namens Franklin verbindet. Franklin hat seine Frau in der Auseinandersetzung der Clans verloren, seine Tochter wird festgehalten.

Jacks Lied

Britta Strauß erzählt die Vorgeschichte zu ihrem Roman „Meeresblau“. Der Fischer Jack gerät in Seenot, verliert sein Boot, ertrinkt beinahe, kommt dann jedoch überraschend am Ufer wieder zu sich. Eine geheimnisvolle Frau hat ihn gerettet und damit ein Band zwischen ihm und sich geknüpft.

Ihr Schatten

Kerstin Dirks hat ihre Geschichte zur Serie „Lykandras Krieger“ geschrieben. Isabella de Sagrais ist die reinkarnierte Vampirkönigin Pyr. Vasterian Krobanis, der mächtigste noch existierende Vampir, die Ältesten sind alle gefallen, beschützt Isabella, die eine den Frieden zwischen Werwölfen und Vampiren erhaltende Funktion hat. Am Tag nach ihrem zwanzigsten Geburtstag wird sie über ihre Besonderheit aufgeklärt. Eine alte Liebe zwischen Vasterian und Pyr scheint durch Isabella wiederaufleben zu können.

Am Anfang war die Ewigkeit

Helene Henkes Erzählung zu ihrem Roman „Electra – Lord des Lichts“ handelt von Cayden Maclean, der an sich Beobachtungen macht, die darauf schließen lassen, dass er ein Vampir sein könnte. Nach dem Tod seiner Familie verlässt er den Wohnsitz Duart Castle und zieht als Soldat in den Krieg gegen Cromwell. Während der Schlacht von Preston wird er schwer verletzt, von Vampiren aufgenommen und nach London gebracht.

Mariposa

Andrea Gunschera hat die mit 43 Seiten umfangreichste Geschichte zur Anthologie beigetragen, die „Eine Novelle aus dem City of Angels Universum“ untertitelt ist. Die Journalistin Eve Hess will mit Unterstützung ihres Geliebten Alan, eines gefallenen Engels, eine Mordserie aufklären, weil ihrer Meinung nach die Polizei zu wenig unternimmt.

Zusammenfassende Betrachtung

Die fünf in der Jubiläumsanthologie vereinten Beiträge sind allesamt Fantasy-Romanzen, teils mit einem gehörigen Schuss Erotik oder Sex. Im Zentrum der Erzählungen stehen jeweils Beziehungen zwischen Menschen und Halbwesen oder Halbwesen allein. Das Spektrum der räumlichen Inszenierung reicht vom ländlichen bis zum urbanen Raum. Strauß’ Erzählung spielt auf dem Land und dem Meer, Gunscheras und Dirks’ in der Stadt, Henkes in beiden Räumen. Carpenters Geschichte weist die stärkste Verengung des Raumes auf.

Die klassischen Muster des Mythos um die Halbwesen sind, zeitgemäß, in den Erzählungen weitgehend aufgelöst, bisweilen interessant modifiziert. Allein durch den Umgang mit Sexualität zeigen sich die Texte als Lektüre für Erwachsene. Insbesondere die homosexuelle Begegnung in der Erzählung von Tanya Carpenter und die heterosexuelle Szene mit Cayden Maclean und Alice Molland in Henkes Erzählung sind explizit, ohne jedoch pornografisch zu sein.

Zitat aus Helene Henkes Erzählung:

„Sie kam unter ihm in mehreren aufeinanderfolgenden Abständen, wobei ihre Muskeln ihn rhythmisch fest umschlossen und wieder zustoßen ließen. Sein Innerstes explodierte. Sämtliches Fühlen schoss auf einen einzigen Punkt, ließ den Rest seines Körpers in glückselige Vergessenheit entschwinden. Er keuchte unter der Heftigkeit, mit der er sich in ihr entlud.“

Während Carpenter, Strauß und Henke der Erotik einen wichtigen Platz geben, sind Dirks und Gunschera eher zurückhaltend. Der Titel der Anthologie, „Übersinnlich“, gibt aber allen Beiträgen im Grunde die Bewegungsrichtung vor: sinnlich-erotische Erzählungen in der Sphäre des Übernatürlichen.

(Almut Oetjen, Januar 2012)

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