Die Schwestern des Lichts von Terry Goodkind

Buchvorstellung

Originalausgabe erschienen 1995unter dem Titel „Stone of Tears“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 1328 Seiten.ISBN 3-442-36968-1.Übersetzung ins Deutsche von Caspar Holz.

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In Kürze:

Richard Cypher hat über seinen Vater triumphiert – der machtgierige Magier Darken Rahl ist tot! Doch aus dem Sieg erwächst eine neue, allumfassende Bedrohung: Im Schleier zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Toten hat sich beim Kampf zwischen Vater und Sohn ein gefährlicher Riss aufgetan. Und nun droht der dunkle Hüter der Unterwelt in die Menschenwelt zu wechseln und alles Leben zu vernichten …

Ihre Meinung zu »Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts«

Conan08 zu »Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts«12.12.2011
Mit großer Vorfreude habe ich mir den zweiten Band der epischen High-Fantasy-Saga von T. Goodkind gekauft und diesen auch äußerst genüßlich gelesen. ALs ich das Buch fertig gelesen habe war ich wieder mal mehr als begeistert.

Es gibt erneut, wie in Band 1, sehr viele Orte, die von den Hauptcharakteren besucht werden. Diese Orte verzaubern den Leser, ziehen ihn in Ihren Bann. Dafür sorgt erneut, die ausführliche und lebhafte, gefühlsbetonte Erzählweise Goodkinds: Z.B. der Palast des Volkes in D'Hara und das Dorf der Schlammmenschen, beide bekannt aus dem 1. Buch, eine zerstörte Stadt, bzw. Palast, ein absolut episches Schlachtfeld, zwei absolut epische Kriegslager, die vielen Schauplätze auf dem Weg in die "Alte Welt", die Stadt Tanimura bzw. der Palast der Propheten, und natürlich Aydindril in den Midlands. Jeder Ort für sich beherbergt eine eigene fantastische Welt, in der man sich als Leser verlieren kann.

Hinzu kommen viele neue Feinde, Geschöpfe (aus der Unterwelt), entsprungen aus den schlimmsten Alpträumen, bzw. Büchern, die man sich vorstellen kann, wie "Screelings" oder "Mriswriths" z.B. Dazu die Schwestern der Finsternis und auch altbekannte Feinde aus dem Ersten Buch.

Das Buch überrascht mit ungewöhnlichen Freundschaften. Viele viele neue Charaktere treten an die Oberfläche und beeinflussen massiv die Geschichte. Viele neue Völker und Kulturen werden vorgestellt. Gewalt, Folter, Horror, Action werden noch mal eine Schippe dazugepackt zum 1. Buch hin. Aber auch jede Menge Gefühle, Liebe, Verständnis und Zusammenhalt sind zu erkennen. All das gewinnt noch mehr an Bedeutung als im 1. Buch.

Literarisch hat der Autor einen Sprung nach vorne getan. Am Anfang kann man sich nur sehr schwer daran gewöhnen, dass die Geschichte in drei Handlungsstränge aufgeteilt wird, und zwar rund um die Hauptfiguren.

Als Leser des 1. Buches geht man mit der Hoffnung an das 2. Buch: "Kann das 2. Buch das 1. Buch noch übertreffen, oder bleibt es auf dem gleichen Niveau?"
Der 1. Teil des Zweiten Buches erhält das Niveau des gesamten 1. Buches: "Die Schwestern des Lichts" sind vom Tempo her gesehen und den Ereignissen überschaubar und zurückhaltend. Nach einer actionreichen Eröffnung gleich zu Beginn, erfährt der Leser sehr viele wichtige Infos im Dorf der Schlammmenschen für den weiteren verlauf der Geschichte. Schließlich muss man auch all das, was man im späteren Verlauf des 2. Buches liest, auch nachvollziehen, verstehen können. Und das ist sehr gut gelungen. Ich fand es sehr spannend und abwechslungsreich, was Goodkind, alles aus dem Schlammmenschendorf herausziehen konnte. Die schlechteste Passage der gesamten Geschichte, die etwas holprig nur gelungen ist, sind die Kapitel, nach dem Schlammenschendorf, wo sich der Leser an die Aufspittung der Handlungsstränge noch gewöhnen muss, bzw. an die Trennung der Hauptcharaktere. Es hat ein paar Kapitel gebraucht bis das gewisse Etwas wieder eingetreten ist, besonders bei Richards Beziehung mit Schwester Verna, bis er schließlich einen ungewöhnlichen neuen Freund kennenlernt, deren Gattung er in der Vergangenheit schon ein paar Male töten musste.

Die Kapitel mit Kahlan sind am Anfang noch etwas anstrengend zu lesen, bis man sich daran gewöhnt. Mit dem Erreichen der Stadt Ebinissia am Ende des Ersten Teils des Zweiten Buches, ändert sich das jedoch.

Mit dem Zweiten Teil "Der Palast der Propheten" des Zweiten Buches nimmt die gesamte Qualität, bzw. das Lesevergnügen, um mind. 1 Klasse zu im Vergleich zum 1. Teil. Die Kapitel mit Zedd zu Beginn machen noch mehr Spaß als zuvor und bringen wieder eine ordentliche Brise Humor in das Ganze. Mit Kahlan und ihren Gefährten, das Leben im Kriegslager verliebt man sich auch zum ersten mal in den Kapiteln mit Kahlan so richtig. Die Beschreibung der Kriegstaktiken bzw. -szenen und Gefühle lassen einem am Ende der Kriegslager das Gefühl aufkommen, man hat soeben das Ende des Buches gelesen, den absoluten Höhepunkt, welcher allerdings nur der Auftakt, von vielen weiteren Höhepunkten ist. Genauso lesen sich die Kapitel um Richard in der "Alten Welt" auch immer spannender und besser. In fast jedem Kapitel gibt es jetzt spannende Cliffhangar und überraschende Wendungen vom Allerfeinsten.
Richard lernt u.a. das Volk der "Baka Ban Mana" kennen. Diese Treffen mit anderen Menschen und Bräuchen sind einmalig, weil Richard für jede Situation, sei es die Zauberertürme, seien es die Baka Ban Mana seine eigene Lösung parat hat. Und fast am Ende seiner Reise angekommen, erreicht er den "Palast der Propheten". Mit allen Personen die darin vorkommen, den vielen Schauplätzen, den vielen neuen Erkenntnissen, all das setzt dem ganzen das Sahnehäubchen auf.

Fazit: Insgesamt ein mehr als würdiges "Zweites Buch", was den Begriff Fortsetzung mehr als verdient. In fast jeglicher Hinsicht hat man einen Fortschritt zum genialen "Ersten Buch" lesen können, miterleben können. Alle Elemente, die ich als Leser toll finde, finde ich in diesem Buch: Ausführliche Beschreibung der Umgebung (Landschaften), viele Gefühle (Romantik), viel Geschichte (sehr eepisch), viel Action (auch blutiger Horror), viel Erotik, viele starke und einmalige Charaktere, vielseitige Bösewichte, viel Abwechslung.

Am Ende des Zweiten Buches, Kapitel 38, ist mir das Lesen sehr schwer gefallen nur noch. Die Zusammenkunft der Hauptcharaktere Richard und Kahlan haben mich vor Anteilnahme des im Buches beschriebenen, empfundenen Glückes wie ein Schlosshund viele Tränen vergießen lassen.
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Stefan83 zu »Terry Goodkind: Die Schwestern des Lichts«01.05.2011
Obwohl mich der erste Band der „Das-Schwert-der-Wahrheit“-Saga zwar gut unterhalten, aber nur mäßig begeistert hat, war die Neugier auf die Fortsetzung doch zuletzt überraschend groß, weshalb ich kurzum „Die Schwestern des Lichts“ in meiner Leseplanung ein paar Plätze nach vorne gezogen habe. Im Nachhinein kann ich nur sagen: Alles richtig gemacht, denn „Die Schwestern des Lichts“ hat mich, trotz des epischen Umfangs von weit mehr als 1.300 Seiten, fast über die ganze Distanz nicht mehr aus seinen Fängen gelassen. Und das obwohl Goodkind sich in Punkto literarischer Qualität und Innovation weiterhin im unteren Mittelfeld bewegt, was den auf dem Cover prangenden Tolkien-Vergleich mehr als fraglich erscheinen lässt und den Versuch, den amerikanischen Autor an die Spitze der High-Fantasy zu heben, erneut konterkariert. Aber manchmal funktioniert halt packende Unterhaltung auch ohne höheren Anspruch. Zumindest dann, wenn die Geschichte stimmig ist und an den richtigen Stellen Überraschungen bereit hält, was hier in hohem Maße der Fall ist. Band zwei, der in seiner aktuellen Ausgabe erstmals den kompletten Inhalts des englischen Originals (den man früher auf Deutsch in zwei Bücher gesplittet hat) umfasst, knüpft inhaltlich direkt an den Beginn der Reihe an.:

Es war ein harter Kampf auf Messer Schneide, aber mit Hilfe seiner geliebten Kahlan ist es Richard Cypher gelungen, seinen Vater, den dunklen Magier Darken Rahl, zu besiegen. Der Preis für diesen Triumph war hoch. Beim Duell zwischen Vater und Sohn hat der Schleier, der die Welt der Lebenden vom Reich des Todes trennt, einen Riss bekommen – und nun streckt der Hüter der Unterwelt gierig seine Klauen nach neuen Seelen aus. Von all dem ahnt Richard jedoch anfangs noch nichts, als ihn die Schwestern des Lichts im Dorf der Schlammmenschen finden. Sie zwingen ihn, Kahlan zu verlassen, um die unerträglich gewordenen und in naher Zukunft tödlichen Kopfschmerzen zu lindern, indem er seine magischen Fähigkeiten ausbilden lässt. Aber vielleicht führt das Schicksal Richard genau an den Ort, wo er gebraucht wird, denn auch wenn es niemand im Palast der Propheten in der Stadt Tanimura wahrhaben bzw. zugeben will: Die Schwestern des Lichts brauchen dringend Hilfe. In den letzten Jahren hat der längst für ausgestorben geglaubte Orden der grausamen Schwestern der Finsternis, welche dem Hüter der Unterwelt dienen, die Ausbildungsstätte der Zauberer unterwandert. Nun missbrauchen sie diese für ihre eigenen Zwecke. Richard, der unter der Trennung von Kahlan leidet und in allen Schwestern nur den Feind sieht, wird widerwillig in einen uralten Konflikt hineingezogen … und erfährt dabei allerhand Erstaunliches über sich selbst.

Gleichzeitig begibt sich Kahlan in Begleitung dreier Schlammmenschen auf den Weg nach Aydindril, um dort ihren alten Freund, den Zauberer Zedd, aufzusuchen und um Rat zu bitten. Bevor sie jedoch überhaupt dorthin gelangt, zwingt ihre Pflicht als Mutter Konfessor sie zum Kampf. Die Imperiale Ordnung hat den Zentralrat aufgelöst und überzieht die Midlands mit Krieg. Ihr Ziel ist das Ende der Konfessorherrschaft und die Ausrottung jeglicher Magie. Kahlan, welche in den Trümmern der Stadt Ebinissia kein lebendes Wesen mehr finden kann, schwört Rache und zieht mit den Überresten der Armee der Stadt ihren zahlenmäßig weit überlegenen Gegnern entgegen. Während sie im tiefen Schnee des Gebirges ihre Feinde mit Guerillataktiken zermürbt, müssen Zedd und die alte Magierin Adie an anderer Stelle um ihr Leben rennen … denn die Wesen des Hüters sind bereits auf dem Vormarsch.

Kaum zusammen und schon wieder getrennt. Terry Goodkind bietet auch im zweiten Band Kost nach dem üblichen Schema und bereitet Glück und Frieden schon gleich zu Beginn ein relativ schnelles Ende. Relativ deshalb, weil sich der Autor fast dreihundert Seiten damit aufhält, einmal mehr das Leben im Schlammmenschen-Dorf zu beschreiben und die unsterbliche Liebe zwischen Kahlan und Richard hervorzuheben. Bevorzugtes Stilmittel sind dabei ständige Wiederholungen, damit selbst der tumbeste Idiot kapiert, was genau auf dem Spiel steht und wieso diese Trennung jetzt so schmerzhaft ist. Die Folge: Zähneknirschen beim Leser, der dieser zähen Einleitung gleich mehrmals in den Hintern treten möchte, damit sie endlich in die Gänge kommt. Nachdem dann jedoch Richard und Kahlan in unterschiedliche Richtungen eilen, nimmt auch der Plot endlich die langvermisste Fahrt auf. Die räumliche Trennung sorgt dafür, dass Goodkind zwischen zwei (mit Zedds Geschichte drei) Handlungssträngen wechseln muss, was nicht nur für Tempo sorgt, sondern auch einige fingernägelgefährdende Cliffhanger zur Folge hat. Hinzu kommt, dass Kahlan, Richard und Co. in Situationen gebracht werden, in denen all ihre Macht nichts mehr nützt bzw. List und Tücke gefragt sind. Ein guter Ansatz, war doch der vor Zorn schlächtende Richard im ersten Band am Ende vor allem nur noch eins: Äußerst ermüdend. Diesmal ist es dem Autor gelungen, eine gewisse Balance zu finden. Und was vorher noch auszuschließen war: Ich beginne den bärtigen Waldführer langsam zu mögen.

Keine Frage: Wenn man näher hinguckt, Goodkinds Geschichte mit der Genre-Konkurrenz vergleicht, birgt der Plot wenig Glanz, liest sich das Ganze schon sehr strukturiert und dünn. Hat man sich allerdings erst einmal damit abgefunden, dass Liebe hier schmalzigen Kitsch und Gewalt roher Blutrausch bedeutet, sieht man über all diese Qualitäts-Schlaglöcher bald hinweg. Und das nicht zuletzt weil „Die Schwestern des Lichts“ einfach spannend ist. Egal ob Kahlan im Adamskostüm eine Kavallerieattacke reitet oder Richard mit einer Schwester im finsteren Hagenwald die Schwerter kreuzt: Nach dem trägen Start bietet das Buch ein unterhaltsames Highlight nach dem nächsten. Hierbei ist es auffällig, dass alle Handlungsstränge für sich faszinieren können und man am Ende eines jeden Kapitels etwas traurig ist, wieder an einen anderen Ort wechseln zu müssen.

Desweiteren gelingt es Terry Goodkind endlich seine selbst konzipierte Karte (die ich mir immer noch viel detaillierter gewünscht hätte – Wo liegt Ebinissia? etc.) mit etwas Leben, die Völker, Wesen und Städte mit einem glaubhaften Hintergrund zu füllen. Besonders im Palast der Propheten habe ich mich sehr wohl gefühlt, was weniger an den schönen Schwestern, als vielmehr an der herrlich düsteren Atmosphäre lag. Wer gut ist und wer böse, das bleibt lange im Schatten. Wie Richard selbst traut man niemanden so recht über den Weg. Und vielleicht genießt man gerade deswegen dessen arrogantes und bedrohliches Auftreten, das ohne Zweifel sehr überzeichnet daherkommt, aber dafür das Blut eines jeden Rollenspielers in Wallung bringt. Überhaupt sind die Grenzen zwischen Unterwelt und Oberwelt weit verschwommener, als dies noch im ersten Band der Fall war. Das Böse ist nun weit anonymer, was dem Bedrohungselement zusätzlich entgegenkommt. Zudem führt Goodkind mit den Schwestern der Finsternis ein Element ein, das im weiteren Verlauf der Saga noch von Wichtigkeit sein wird.

Diese wird nur weiterverfolgen, wer darüber hinwegsehen kann, dass Goodkind vielerorts an niedere Instinkte appelliert bzw. Heldenpathos und brutale Gewalt zu den Stützpfeilern seiner Bücher zählen. Der feinsinnige Ton liegt dem Autor nicht. Wie Kollege Bernard Cornwell, so schönt auch Goodkind den Krieg nicht, zu dem in der Vergangenheit eben nicht nur der glorreiche Kampf, sondern halt auch stets die erbarmungslose Erniedrigung des Feindes in Form von Folter, Mord und Vergewaltigung gehört hat. Diese Elemente bleiben bei „Die Schwestern des Lichts“ für den besser nicht allzu zartbesaiteten Leser bis zum Ende ein ständiger Begleiter.

Dieses Ende führt wiederum alle Handlungsstränge zusammen und hat dafür gesorgt, dass ich auch bei der Durchquerung der übervollen Darmstädter Fußgängerzone das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Belohnt wurde ich mit einem guten Schluss, der einige Probleme löst, aber auch vieles offen lässt bzw. neue Fragen in dem Raum stellt, die Platz für weitere Geschichten lassen. Und diese werde ich wohl ganz sicher ebenfalls in Angriff nehmen.

Insgesamt ist „Die Schwestern des Lichts“ eine gute, schlüssige Fortsetzung, die mir, trotz des Kitsches, weitaus besser als der erste Band gefallen und über viele Stunde bestens unterhalten hat. Mal sehen wie es weitergeht.
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