Die Memoiren der Elizabeth Frankenstein von Theodore Roszak

Buchvorstellung

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Originalausgabe erschienen 1995 unter dem Titel The Memoirs of Elizabeth Frankenstein, deutsche Ausgabe erstmals 1997 , 575 Seiten. ISBN 3-442-72236-5. Übersetzung ins Deutsche von Irene Aeberli.

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In Kürze:

War Elizabeth Frankenstein wirklich das junge und unschuldige Opfer jener frevelhaften Experimente, in denen Victor Frankenstein nicht einen Menschen, sondern ein Monster schuf? Ihre geheimen Aufzeichnungen erzählen eine andere Geschichte!
Ein ebenso emotional wie erotisch aufgeladenes Gegenstück zu Mary Shelleys Klassiker „Frankenstein“.

Ihre Meinung zu »Theodore Roszak: Die Memoiren der Elizabeth Frankenstein«

tedesca zu »Theodore Roszak: Die Memoiren der Elizabeth Frankenstein« 31.07.2012
Roszak schreibt eine Ergänzung zu Mary Shelleys Klassiker "Frankenstein", in der er uns die Person der unglücklichen Elizabeth näherbringt. Erzähler ist einmal mehr der Forscher Sir Robert Walton, dem schon Victor seine Geschichte diktiert hat. Auf der Suche nach den Hintergründen für diese stößt er auf Elizabeth's Tagebuch, das schockierende Fakten über die junge Frau enthält, die bislang immer nur als hilfloses Opfer angesehen wurde.
Und ehrlich gesagt bleibt sie das für mich auch weiterhin. Sie ergibt sich zwar pflichtbewusst in die Riten des Frauenkults, dem ihre Stiefmutter Caroline vorsteht, und der dem jungen Mädchen Dinge abverlangt, die auch heute noch als strafbar gelten würden, aber letztendlich bleibt ihr ja auch keine Wahl. Auch wenn die vielen Übergriffe im Namen der Liebe stattfinden, sind es doch Dinge, für die Elizabeth sich schämt, die sie nie ganz überwindet. Und dass ihr Vertrauenn letztendlich missbraucht wird und in einer Katastrophe endet, ist für mich vorhersehbar.
Anders als Victor hat sie nie die Chance, sich aus dieser Umklammerung zu befreien und ein selbstbestimmtes Leben zu wählen.

Roszak stellt in seinem Buch das Weibliche sehr in den Vordergrund, die Beschreibungen der Riten schrammen knapp am Pornographischen vorbei, berufen sich auf tantrische Riten, bleiben für mich aber auch letztendlich so klinisch und distanziert, dass man sie wohl kaum als erotisch beschreiben kann. Etwas weniger wäre in diesem Fall auch mehr gewesen, irgendwann werden diese Ausschweifungen zu langatmig und verlieren für mich auch ihre Sinnhaftigkeit. Trotzdem stehen diese uralten Rituale in einem interessanten Gegensatz zu den wissenschaftlichen Methoden der Auflärung, für die der alte Baron Frankenstein so vehement eintritt. Und deren fantatischer Anhänger ja auch Victor letztendlich wird.

Alles in allem ein stimmiges Buch mit ein paar Längen, das sprachlich gut an das Original anknüpft und dem Leser die altbekannten Figuren in einem neuen Licht präsentiert.
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